Pauline Füg: Sieben Sätze, warum ich in Würzburg lebe

Marvin Ruppert
Pauline Füg, fotografiert von Marvin Ruppert.

In Würzburg ist der Main fast das Mittelmeer.

Wir sitzen dann an den Ufern oder auf den Kuttern, die einem frischen Fisch machen und jemand holt Wein von den Hängen gegenüber.

Man muss pro Tag mindestens eine Brücke überqueren und das beruhigt von innen irgendwie.

Vor allem mag ich den Blick in die Nacht von den Weinbergen, die Wanderungen entlang der Reben, den Blick von der alten Mainbrücke in eine Mischung aus Schornsteinen, Kirchen und Natur, das lässt meine Pupillen nicht brechen wie in so vielen anderen Städten davor.

So südlich ist das und es gibt Straßenbahnen und ein Theater und Orte, die heißen „Wunschlos glücklich“, „Café zum schönen René“ und „MS Zufriedenheit“, an denen man bleiben kann.

Es ist alles gerade groß genug, die Stadt passt mir wie ein Schuh, den ich in den Nächten zertanze, weil ein paar Menschen hier wirklich gute Musik machen, und bis 1 Uhr sieht man noch die beleuchtete Festung aus dem Club.

Im Sommer gibt es Kino und Konzerte, im Winter oft nur den Versuch von Schnee und es fühlt sich immer richtig an, wenn ich die Haustür öffne oder schließe.


Pauline Füg, lebt in Würzburg und in Fernverkehrszügen. Weiß nie, ob sie auf die Frage „Was machst du beruflich?“ antworten soll „Psychologin“ oder „Schriftstellerin“ und reagiert meistens spontan. Hobbies hat sie auch. Und den Bayerischen Kulturpreis 2011.

In unserer Serie „Sieben Sätze“ erzählen uns Menschen, warum sie in der Stadt leben, in der sie leben. Du magst uns auch was zu deiner Wahlstadt schreiben? Dann schick uns eine Mail!

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Ninia Binias Verfasst von:

Ninia lebt in Hannover und ist Autorin, Moderatorin und Online Communication Managerin.

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