Gegen den Strich: die 6. KunstFestSpiele Herrenhausen

Karin Haas
Szenenfoto „Ringlandschaft“ | Foto: Karin Haas, Berlin

Noch bis 14. Juni laufen in Hannover die KunstFestSpiele Herrenhausen. Herrenhausen, das ist da, wo Hannover richtig schön ist. Dort steht nämlich ein Schloss, das heute ein Museum ist und die dazugehörigen Gärten. Ich erzähle immer gern davon, wie ich die Gärten in Schloss Schönbrunn in Wien betrat und neben mir ein Mann sprach: „Ach, das sieht ja aus wie in Hannover!“ Ja, so schön ist das nämlich hier!

Aktuell werden die Herrenhäuser Gärten mit Kunst und Musik gefüllt und belebt. Bereits zum sechsten Mal findet das zweiwöchige Festival KunstFestSpiele Herrenhausen statt. Intendantin Elisabeth Schweeger verabschiedet sich mit diesen Festspielen, im nächsten Jahr übernimmt Ingo Metzmacher das Zepter. In ihrem letzten Jahr hat Schweeger noch einmal ein imposantes Programm zusammengestellt, dass aus drei Schwerpunkten besteht: Theaterland China, „En blanc et noir“ und „Salto Vocale“. Bei „En blanc et noir“ spielen ausgewählte Solisten an Tasteninstrumenten und „Salto Vocale“ zeigt die Facetten der menschlichen Stimme. Ich habe mal ins Programm geschaut und euch meine Favoriten herausgepickt:

  • Am 10. Juni, also heute, kommen Zappa-Fans auf ihre Kosten: Der hat am Ende seines Lebens einige Stücke für das Synklavier komponiert. Diese Lieder durfte das Ensemble ascolta neu arrangieren und spielt sie heute in der Orangerie.
  • Nächsten Samstag, 13. Juni, findet eine 16-stündige (!) Musikperformance statt, bei der die Besucher_innen stündlich eine Flasche Bier als „Vergessenstrank“ bekommen. Hört sich gut an?! Darum geht’s: Komponist und Installationskünstler Georg Nussbaumer beschäftigt sich seit Jahren mit dem Werk Wagners. Sein Stück für die KunstFestSpiele heißt „Ringlandschaft“ und enthält, Überraschung, viele Elemente aus Wagners „Ring des Nibelungen“. Kann man vielleicht nur mit Bier durchhalten!
  • Sowieso, Samstag! Da ist nämlich auch Nacht der Museen in Hannover und dann könnt ihr euch mit einem Ticket gleich ganz viel Kultur geben, inkl. Ringlandschaft.
  • Und wer Samstag keine Zeit hat, kommt am Sonntag in die Orangerie zu „The Blind Poet“. Jan Lauwers war vor zwei Jahren schon bei den KunstFestSpielen dabei und hat nun, gemeinsam mit Komponist Maarten Seghers sein neuestes Projekt extra für die KunstFestSpiele entworfen. Ich bin gespannt, wie sich Lauwers seine „alternative Weltgeschichte“ vorstellt.
Helge Krückeberg
Michael Beutler | „Ballenernte“ 2015 | Strohhalme | Installation | Foto: Helge Krückeberg

Wer eine Pause braucht, nimmt im Garten Platz: auf den bunten Ballen von Michael Beutler. Der Künstler presst aus bunten Trinkhalmen Ballen, wie Strohballen auf den Feldern. Sieht natürlich so viel besser aus! Zu jedem Ausstellungsort presst er die Trinkhalme neu zusammen, so entstehen immer neue Farbkombis. Das Beste: Man darf sich tatsächlich draufsetzen! Die Geräte, die Beutler für die Arbeit braucht, erstellt er selbst. Außerdem bezieht er Dritte in seine Arbeit ein. In Hannover haben mehrere Freiwillige vor den KunstFestSpielen die angelieferten Trinkhalme farblich sortiert.

Tickets für alle Veranstaltungen gibt es auch online und das komplette Programm steht hier zum Download bereit.

Share Button
Ninia Binias Verfasst von:

Ninia lebt in Hannover und ist Autorin, Moderatorin und Online Communication Managerin.

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.