Neues vom Kriminalsofa (58)

tatortsofa

Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Kälter als der Tod

Stadt: Frankfurt

ErmittlerInnen: Brix & Janneke

Austrahlungsdatum: 17. Mai 2015

tl;dr

Ninia: Irgendwas mit Familiendrama, Jerusalem-Artischocke und einem verwirrten Paketzusteller.

Johanna: Ein neues Tatort-Team, fast-lesbische Schwester, anales Riesenarschloch und Pizza.

Überraschungsmoment

Ninia: Da ich Gast in der Tatort-Show war, kann ich zu den meisten Dingen, wie zum Beispiel hier, wenig sagen: Ich war erst in der Redaktion, dann in der Maske, dann in der Redaktion und dann im Pförtnerhäuschen – so richtig viel mitbekommen habe ich also nicht.

Johanna: Als Brix beim Showdown erst die Scheibe zerstörte, um dann Miranda mit drei Schüssen in die Brust ordentlich nieder zu schießen. Schön mal die Waffe abgeben und ab auf die stille Treppe, Freundchen! Will sagen: Ein Mal in die Schulter hätte sicher auch gereicht, ne.

Das hat gefehlt

Ninia: Och.

Johanna: Achtung, es folgt ein klitzekleiner Rant.

Dieser Tatort hätte in jeder x-beliebigen Stadt in Deutschland spielen können. Kein Frankfurter Charme, ein mal ein Hauch von Skyline durch die verdreckte Fensterscheibe des Paketboten – das wars. Ich erwarte ja nicht, dass in jedem Tatort aus Frankfurt Äppler getrunken, grüne Soße gegessen und hessisch gebabbelt wird (hm, wobei…), aber wenn der einzig deutlich erkennbare Drehort in Frankfurt Bornheim Mitte ist und dann auch noch die Uhr am Uhrtürmchen “umgestaltet” wird, dann ist das eher doof.

Das war zu viel

Ninia: Die Story. Nach einiger Zeit wurde es dann doch etwas zu gewollt und skuril.

Johanna: War leider eher so eine kleine Abwärtskurve dieser Tatort, weil er mit dem eigenen Vorspann direkt so hoch eingestiegen ist. Mit der Halluzination der toten Ehefrau des Sanitöters (haha) auf der Rückbank wurde es mir dann deutlich zu viel, ansonsten fand ich die ganzen dollen verschiedenen filmischen Spielereien ganz nett, auch wenn ich bei Twitter lesen musste, da wäre wohl alles angewandt worden, was man in der Filmhochschule gelernt hätte. Warum auch nicht, wenn es gut gemacht ist?

Ninia: Geht mir auch so, ich fand das Zuschauen positiv angenehm, gerade weil so viele Schnickschnackereien dabei waren!

Lieblingsdialog

Ninia: “Ich möchte heute Abend mit dir schlafen.” “Ok, ich freu mich.” Äh?!

Johanna: Ich muss leider ein negatives Beispiel rauspicken und es ist auch nur ein Part des Dialogs.


Ninia: Ja, das ging leider gar nicht.

Lieblingsszene

Ninia: Die, wo die beiden Neuen bei ihrem Chef sitzen und die ganze Skurrilität der neuen Charaktere auf den Tisch kommt.

Johanna: Die ersten zehn Minuten fand ich super. Das Gewächshaus, Janneke am Fotografieren. Ein schönes Beispiel dafür, wie man neue Kommissar_innen einführen kann, ohne das Private so in den Vordergrund zu stellen.

Fehler

Ninia: Keine Ahnung – so genau konnte ich leider nicht aufpassen.

Johanna: Wie ist Miranda am Ende wieder in das Loch gekommen, nachdem sie Jule da unten platziert hat und oben alles zugemacht hat?

Top-Tweet

Ninia:

Johanna:

Bechdel-Test

Ninia: Ja, oder?

Johanna: Ja, mit Sternchen! Kommissarin, Mitbewohnerin (?) von Brix, Schwägerin, Tochter 1, Tochter 2.

Ninia: Mega!

Das habe ich gelernt

Ninia: Ermittlerpaare können sich auch verstehen. Überraschend.

Johanna: Ohne Joachim Król ist es doch nicht so schlimm.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia:

Johanna:

Ja, bitte die volle Palette: Rotlicht, Äppler, Main, Hochhäuser, EZB, Haftbefehl, Grüne Soße, Zeil, Drogen. Gibt ja genug in der Zeitung, woran sich die Drehbuchschreiber_innen orientieren können. Frankfurt bleibt multikriminell!

Ninia: Brudi.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Wirklich guter Weg, den sie da in Frankfurt eingeschlagen haben. Könnte was draus werden. Ich mochte auch die Schnitte und Kameraführung. Und das sind Dinge, die mir nur in wenigen Tatorten positiv auffallen.

Johanna: Das mit der CD hat mich wirklich nachhaltig verstört. Wenn ihr mich lieb habt, schenkt mir niemals eine CD. Danke. Und: Es gibt Leute, die machen Screenshots von Penissen im Tatort. Schlimm sowas.

Gesamtnote

Ninia: Ich gebe eine 2. Das ist sehr, sehr nett und vielleicht auch ein bisschen weit hergeholt, weil ich so wenig mitbekommen habe. Aber das, was ich gesehen habe, war gut.

Johanna: Stimme zu, ziehe aber noch was wegen ihr wisst schon ab. 2-. Strengt euch beim nächsten Mal noch etwas mehr an, Brudis!

Les Flaneurs Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. 19. Mai 2015
    Antworten

    Obst.

    Obst statt Donuts. Das wird doch noch ein Ding. Und die Pistole im Blumenbeet.

    Diese Rückblendendinger (wie nennt sich das richtig?) finde ich gut. Und jetzt bei der Wiederholung die doch deutliche Aussprache der Täterin. Sie spricht ja doch auch recht schnell.

    Zu FFM: yo, es hätte auch in jeder anderen Stadt spielen können, so wenig Bezug hat die Story zu Frankfurt. Alleine schon die Häuser. Ich hoffe da kommt noch mehr Lokalbezug, aber eben nicht nur Äppler/GriSoß, Finanzwirtschaft oder Sex/Gewalt/Bhfsvrtl.

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