I saw a rabbit with its eyes full of tears
Well after all they have been doing it for years.

– Paul McCartney

gOLDglöckchenSeit ich das Kind kenne ist die Sache mit den Schokoladenhasen immer gleich abgelaufen: Wenn es einen mit mattgoldener Folie umwickelten Schokoladenhasen bekommen hat (und das ist ja meistens an Ostern der Fall, oder auch noch ein paar Tage später, falls die Tante zu Besuch kommt und dem Kind einen weiteren Hasen bringt), dann entfernt das Kind die Folie sorgfältig von den Ohren – und nur von den Ohren des Hasen –, trennt sie mit einem trockenen Knacken ab, steckt sie sich in den Mund und kaut hastig, ehe es schluckt. Sobald die Ohren aufgegessen sind, spannt das Kind die nun überschüssige Folie vorsichtig über das große klaffende Loch, das das Entfernen der Ohren im Körper des Schokoladenhasen hinterlassen hat, und isst von nun an nichts mehr von dem Hasen, der jetzt, ganz ohne Ohren, wie das grausam verunglückte Experiments eines durch und durch irren Biologen aussieht.

Meistens isst dann der Vater nach geraumer Zeit den Rest des derart amputierten Tieres, und wenn es soweit ist bittet ihn das Kind häufig um die goldene, mittlerweile überflüssig gewordene Haut des Hasen, die ihm der Vater auch immer schenkt, anstatt sie im Mülleimer zu entsorgen. Aus der Folie bastelt das Kind im Licht der Deckenlampe (oder der Sonne) glänzende Helme für seine liebsten Spielzeugfiguren, als wolle es sie vor einer unbestimmten Vergeltung schützen, die das Kind selbst nicht genau versteht.

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