Fahri Yardim und Til Schweiger. War es eine Kopfschmerzfolge? (Screenshot)

Fahri Yardim und Til Schweiger. War es eine Kopfschmerzfolge? (Screenshot)

Wer fährt im Wagen vor?

Til Schweiger und Fahri Yardim (beide Schauspieler…. jajaja, Til Schweiger ist zudem Regisseur, Drehbuchschreiber, Produzent etc.)

Wohin geht’s?

Enrico: Hamburg! Eine meiner Lieblingsstädte. Ich erwarte allerdings nicht, durch die beiden irgendwelche neuen spannenden Ecken zu sehen. Mal schauen. Los geht’s!

Johanna: Ich hoffe auf Fischmarkt und viel Meerblick, aber vielleicht gehen die beiden auch zusammen ins Musical. Würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, haha.

Das wünsche ich mir

Enrico: Ich wünsche mir fast, Til Schweiger als Mensch etwas besser zu verstehen am Ende. Gewagtes Unterfangen, aber hey, wir werden sehen. Von Fahri Yardim kenne ich bisher keinen Film, den tollen Hamburg-Tatort mit Til und Ihm habe ich nicht gesehen. Da kann Kriminalsofa-Komplizin Johanna sicher mehr zu sagen.

Johanna: Fahri finde ich toll, der hat mich beim Tatort wirklich überzeugt. Da würde ich gerne mal wissen, ob der privat auch so drauf ist. Bei Til Schweiger denke ich ja immer, der ist in seinen Filmen exakt so wie im Privatleben. (Das war jetzt nicht als Kompliment gemeint.)

Lieblingsort

Enrico: Das Restaurant, denn Nahrungsmittel ziehen immer. In Sachen tolle Orte war diesmal sonst nix los. Bolzplatz, Logopädie, die Redaktion der Zeit, ein Knast. Wieso eigentlich? War schon bei Haftbefehl und Oliver Polak so. Ist das ein neuer Trend? Ein Kick in Sachen Abendgestaltung?

Johanna: Sehr dröge Locations. Und für mich als Nicht-Hamburgerin und Hamburg-Fan war das alles sehr unhamburgerisch. Hätte so in ziemlich jeder Stadt spielen können. Was sagen die Menschen aus Hamburg dazu? Und es war auch sehr unpersönlich – selbst in der ehemaligen WG von Fahri wirkte das alles sehr hölzern. Bei Hafti und Oliver Polak in Offenbach und Frankfurt war das alles echter – die haben halt gezeigt, wo sie wohnen, bzw. gewohnt haben. Inklusive Eckkneipe und Hochhaus.

Enrico: Ohje, die WG am Ende. Das war ganz schlimm. Da hätte man etwas Überraschendes organisieren können, eine richtige Feier, bei der einfach mal beobachtet wird – aber nicht diese bedächtige Beerdigungsstimmung.

Lieblingsdialog

Enrico: “Wenn ich das Gefühl habe, ich bin einer Rolle nicht gewachsen, nehme ich sie erst gar nicht an.“ Til Schweiger testet seine Grenzen wirklich aus. Meine Güte.

Johanna: Gespräch über die Schauspielschule, auf der Til war. Fahri war auf keiner. Fahri: “Hattet ihr keine Sprecherziehung?”. Til: “Doch, ich auf der Schauspielschule!”. Fahri: “Ja, aber was war denn da, was ist da falsch gelaufen?”

Lieblingsszene

Enrico: Wie das Fleisch im Restaurant angeschnitten wurde war schon…. also hat mich ein klein wenig wuschig gemacht.

Johanna: Auch das Gemüse sah nett aus, ja. Ich fand es allerdings echt verstörend, wie Til Schweiger da plötzlich anfing mit einem schlechten pseudo-italienischen Akzent zu sprechen. Generell wurde mir allerdings viel zu wenig gegessen.

Enrico: Pseudo-italienischer Akzent? Da habe ich was verpasst. War eher von seiner Mimik fasziniert, die, ähm, immer gleich war.

Das habe ich gelernt

Enrico: Um mal einen der Zeit-Kultur-Chefredakteure zu zitieren: “Das Ziel muss sein, von den Feuilletons verstanden zu werden.” Puh, die Zeit-Chefredaktion überschätzt sich da auch ein wenig, nicht? „Wir reden hier doch unter uns.“ Haha, netter Versuch.

Johanna: Til Schweiger mag nicht nur keine Herausforderungen, er weiß auch, warum “das Feuilleton”, bzw. die Journalisten im Feuilleton seine Filme so schlecht bewerten. Sie haben halt einfach einen anderen Geschmack als er.

Was ich auch noch loswerden wollte

Enrico: “Ich bin lieber ein Lispler, als jemand der sich in die Hose kackt.” Die Sendung war, wenn schon ohne Unterhaltungswert, zumindest voller denkwürdiger Zitate. Es wäre anders gekommen, hätte man den Rage-Robot die ganze Sendung über benutzt.

Johanna: Als sie bei der letzten Location in diesem sonderbaren Waldcafé waren – O-Ton Till: “This is the shit… this is the hottest spot” und dann dieses Nagel-Spiel spielen wollten und daraufhin folgender Dialog entstand:

Fahri: “Wir können nageln”
Til: “Oh, mit wem?”

Ich: Kann das Fremdschamgefühl noch arg steigen? Ich glaube nicht.

Irgendwer: “Ihr könnt nageln, wenn ihr wollt…”
Til: “Wo ist die Kleine?”

Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen.

Gesamtnote

Enrico: Das war nichts. Flâneur Mark hatte mir vor Kurzem die “Durch die Nacht…”-Folge mit Christoph Schlingensief und Michel Friedman aus dem Jahre 2002 empfohlen. Da war was los! Zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die da aufeinander prallten. Was auch den Knackpunkt an dieser Folge erklärt. Zwei Schauspieler zusammenpacken, die sich auch schon kennen…. naja. War recht klar, dass es ziemlich langweilig werden würde.

Johanna: Das ist wahrscheinlich eine der kultigsten Folgen in Deutschland überhaupt – die wenigsten sind so aufregend. Ich sah neulich aus Versehen das Aufeinandertreffen von Sarah Connor und Ina Müller in Barcelona, kann ich jetzt auch nicht unbedingt empfehlen. Zu Fahri und Til: Das war öde, da brachte auch die Ballerei am Anfang nichts. Und ich war auch nie sicher, ob Fahri da jetzt ernsthaft Til aufzog oder ob das letztlich alles nur dazu diente, den Til am Ende wieder gut dastehen zu lassen. Ich muss ehrlich sagen: Ich freue mich, Til Schwieger beim Verlieren zuzuschauen. Ich bin ein böser Mensch.

Die aktuelle Folge von “Durch die Nacht mit…” könnt ihr hier anschauen:

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