Und dann steht da diese schöne Frau an der S-Bahn-Tür. Eine Muslima, Mitte 20 vielleicht, Kopftuch, bezauberndes Gesicht, ja, es ist sexistisch, einen Menschen so auf seine Optik zu reduzieren, aber, naja. Jedenfalls steht sie da, schaut auf ihr Smartphone, lächelt, die S-Bahn fährt in die Station ein, die S-Bahn hält, die junge Frau lächelt immer noch in ihr Telefon, eine Sekunde, zwei Sekunden, dann kapiert sie: Sie muss die Tür jetzt öffnen. Sie blinzelt entschuldigend mit den Augen, sie öffnet die Tür. Und von hinten kommt eine Stimme: „Na, sie müssen schon drücken, damit wir alle aussteigen können! Hierzulande macht man das so!“ Ich drehe mich um, sende der Motzerin einen wütenden Blick zu, sie lacht selbstgefällig. „Ist doch wahr. Wie soll sie es auch lernen, wenn man ihr nicht sagt, was sie zu tun hat!“
Deutschland, manchmal bist du echt zum Kotzen.
(Denksportaufgabe: Hätte ich womöglich anders reagiert, wäre die Bemotzte nicht so berückend schön gewesen?)






2 Kommentare
Fräulein Julia says:
Mrz 13, 2014
Marginal anders hätte ich (und wahrscheinlich auch du) reagiert: „Na Sie müssen schon drücken, damit wir alle aussteigen können!“ ist – vor allem in Berlin – ein oft gehörter Satz. Aber den Rest des Satzes kann und sollte man getrost weglassen.
Falk Schreiber says:
Mrz 13, 2014
Ja, wahrscheinlich. Es ist ja auch nicht schlimm, eine Träumerin mal kurz aus den Träumen zu wecken, schlimm ist diese Von-oben-herab-Haltung gegenüber jemanden, der (wegen des Kopftuchs) als „fremd“ identifiziert wurde.