Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.
Die harten Fakten:
Titel: Der Maulwurf
Stadt: Erfurt
ErmittlerInnen: Funck, Grewel, Schaffert
Austrahlungsdatum: 21. Dezember 2014
tl;dr
Ninia: Nichtssagende Ödnis und ein bisschen Geballer.
Johanna: 90 Minuten waren auf Spannung, Spaß und Unterhaltung. Spoiler: Fehlanzeige.
Überraschungsmoment
Ninia: Ich überlege noch.
Johanna: Ich war schon überrascht, wie anders der Erfurter Tatort heute war. Der Premierentatort war ja noch voller Jugendsprache mit viel “krass” und “Alter” und Falk und ich waren auch nicht wirklich überzeugt. Aber wer hätte das ahnen können…
Das hat gefehlt
Ninia: Ich zitiere Falk vom letzten Erfurter Kriminalsofa: “Figuren, die etwas erzählen.”
Johanna: Mal wieder gute Musik – die letzte gute Playlist muss schon Monate her sein. Und sowas wie Ausdruck. Ich glaube einfach, die Schauspieler_innen hatte alle keine Lust auf das öde Drehbuch.
Das war zu viel
Ninia: Kommissar_innen. Die Nebengeschichte mit dem drogenvertickenden Sohn.
Johanna: Das ist völlig an mir vorbeigegangen, weil ich zwischendurch immer so intensiv gähnen musste. Das hat viel Energie gekostet.
Lieblingsdialog
Ninia:
Dialoge wie bei Derrick: “Er ist tot.” – “Tot?” – “Ja, tot. Er wurde ermordet!” – “Ermordet?” – “Ja, ermordet!” #Tatort
— Tatort-Blog (@tatortblog) 21. Dezember 2014
Johanna: Kommissar mit brennender Kippe in der Hand öffnet die Tür. Johanna: “Rauchen Sie?” – ”Nein, nein!”.
Lieblingsszene
Ninia: Wie sich beim Fund der Injektionsnadel alle völlig überrascht angeschaut haben. Schauspielkünste hoch zehn.
Johanna: Es gab so ein kurzes Timelapse mit einer Luftaufnahme von Erfurt. Das war schön.
Ninia: Erfurt ist eh sehr schön. Eine meiner Lieblinsstädte.
Fehler
Ninia: Mensch! Wenn da einer mir nichts, dir nichts in die Geschichte eingeführt wird und die Folge auch noch “Der Maulwurf” heißt… ja, was soll ich da denken!
Johanna: Oh, siehste. Das hab ich nicht mal mitbekommen.
Top-Tweet
Ninia:
Also, der Große ist Peter, der Kleine ist Bob und das Mädel ist Justus. Ist das soweit richtig? #tatort
— Quarkkrokettchen (@anneschuessler) 21. Dezember 2014
Johanna:
“Polizei!” — “Hier auch.” #tatort
— Felicitas Hackmann (@Frau_Feli) December 21, 2014
Bechdel-Test
Johanna: Kann jetzt auch nichts mehr retten, aber ja, bestanden.
Ninia: Jepp.
Das habe ich gelernt
Johanna: Beim letzten Erfurter Kriminalsofa wünschte ich mir noch eine richtige Rolle für Alina Levshin statt die unbeliebte und besserwisserische Praktikantin zu spielen. Aber auch eine Alina Levshin kann ein schlechtes Drehbuch nicht retten.
Ninia: Ich mag Alina Levshin so gern, aber muss dir leider Recht geben. Es war wirklich sehr, sehr öde. Und eine Verschwendung des Drehbuchs an gute Schauspieler_innen.
Das wünsche ich mir beim nächsten Mal
Ninia: Der nächste Tatort kommt aus Saarbrücken. Da wünsche ich mir lieber gar nichts. Ich hab keine Hoffnung für Saarbrücken. Für Erfurt: Gebt den Kommissar_innen mal mehr Farbe (und ja, das geht auch ohne Liebesaffäre).
Johanna: Vielleicht doch lieber wieder Jugendsprache? Anders sollte es auf jeden Fall sein.
Was ich auch noch loswerden wollte
Ninia: Ich muss mehr Polizeiruf gucken. Der scheint jedes Mal besser zu sein, als alle mittelmäßigen Tatorte zusammen.
Johanna:
Wann werden denn die Zuschauer vom Fall abgezogen? #Tatort
— Kerstin Brune (@BruneKerstin) December 21, 2014
Gesamtnote
Johanna: Das war schlimm. Es hat einfach alles gefehlt. 6.
Ninia: Knallhart, Johanna. Find ich gut. Ich hab überlegt, ob eine 5 zu hart ist. Aber nein! Ich gebe eine 5. Es war wirklich öde und ich ärgere mich, dass ich nicht doch Promi Shopping Queen geschaut habe.
Johanna: Darauf einen Schnaps. Oder eine Zigarette. Höhö.
Ninia: Prost.






Ein Kommentar
Fräulein Julia says:
Dez 22, 2014
“Wie sich beim Fund der Injektionsnadel alle völlig überrascht angeschaut haben. Schauspielkünste hoch zehn” – spätestens an diesem Punkt habe ich gedacht: wtf, ich verschwende hier wertvolle Schlafenszeit! Es waren fast unerträgliche 1 1/2 Std. und ich bin noch immer ratlos, warum ich bis zum “Showdown” nicht umgeschaltet habe…