Flâniermusik IX: Weihnachten 2014

Christmas LightsMorgen geht sie los – die große Weihnachtshetze. Ob im Großen oder Kleinen: Menschen wollen besucht, beschenkt und bekocht werden. Zwischendurch gibt es diese raren Momente, in denen sich das Abspielen von Weihnachtsmusik lohnt, die nicht nur im Hintergrund vor sich hin dudelt. Wir haben euch eine bunte Playlist zusammengestellt, der ihr – aus urheberrechtlichen Gründen leider nur teilweise – auf Spotify lauschen könnt oder indem ihr euch durch unsere kleine Liste klickt. Doch egal welchen Töne ihr am Ende aus den Boxen erklingen lasst: Wir wünschen euch angenehme Festtage! Und denkt dran: Das Flânieren während der Feiertage reduziert die Gefahr eines Futterkomas und Lagerkollers.

 

ENRICO:

Sufjan Stevens – Sister Winter

Hach – immer wenn die Winter-Weihnachts-Zeit beginnt (so Mitte Juni/Juli), läuft dieses Lied als allererstes. In Sachen Sufjan Steven bin ich selten objektiv und zu 95% immer begeistert, aber… hach… ist dieses Lied nicht einfach schön? Fühlt ihr das alle? Hallo?

Rosie Thomas – Why Can’t It Be Christmastime All Year?

Frohlockend! Verspielt! Gut gelaunt! In den besten Momenten schafft die Weihnachtszeit solche Momente, in denen man am liebsten nur schunkelnd zusammen singen möchte – unabhängig von der Anzahl der vorher geleerten Glühweine.

Die Schlümpfe – In der Schlumpfenbäckerei

Oh Gott – wie ich diese CD damals geliebt habe. Dieses Lied mag ich heute immer noch, und zwar völlig ironiefrei. Außerdem liebe ich Lieder, die sich mit der Zubereitung von Nahrungsmitteln beschäftigen. Es gibt zu wenige.

Bahia Deluxe – Joy & Beats to the World

Ich stehe modernen Interpretationen von Weihnachtsliedern oft skeptisch entgegen, doch die „A Very Busted Christmas“-Compilation hat so einige Perlen zu bieten.

 

MICHAEL:

Low – Just Like Christmas

Natürlich haben Low als Mormonen-Ehepaar (keine Sorge, die eher ’normale‘ Ausprägung, ohne Vielweiberei und solche Späße) ein Weihnachtalbum. Meiner Meinung nach das schönste, das je aufgenommen wurde. Nur „Just Like Christmas“ erschlägt da mit Kitsch en masse, aber ist einfach schön. Ich möchte baden in Mimi Parkers warmer Stimme.

Mew – She Came Home For Christmas

Irgendwie hat der Kult um die dänische Indierockband es nie so ganz weit aus Skandinavien herausgeschafft. Für mich machen sie perfekte Wintermusik, das ganze Album „Frengers“ sei euch als Meisterwerk ans Herz gelegt. Gerade zu diesem Song habe ich so manchen Kilometer auf schneeverwehter Autobahn in tiefster Nacht mitgeschmettert: „It’s not me! It can’t be! It’s not you! I can’t do what I do if it’s you! This is not happenin‘!“

Kate Bush – December Will Be Magic Again

Zu meinen großen schmerzlichen Versäumnissen dieses Jahr gehört ja, Kate Bushs Livecomeback in London nicht gesehen zu haben. Schwer, wenn alle Konzerte quasi nach Sekunden ausverkauft sind. Sei es drum, jedes Jahr kommt mir jedenfalls ihr herrlich quietschiger, ziemlich dämlicher Weihnachtssong in den Sinn, den sie ganz sicher selbst nicht ernst meinte.

DM Sith – I Stay Still

Nun hat mir Enrico natürlich den obligatorischen Sufjan-Weihnachtssong vorweggenommen – aber ich kontere mit David Michael Stith, einem meiner liebsten Singer/Songwriter von dessen Label und aus seinem unmittelbaren Dunstkreis. „I Stay Still“ ist dabei ein sehr untypischer Feiertagstitel, denn er handelt eher vom alleine und depressiv sein am Fest. Ein großartiges Stück.

 

JOHANNA:

The XX – Last Christmas und Erlend Øye – Last Christmas

Eins vorweg: Eigentlich hasse ich Last Christmas. Und damit auch den ganzen Dezember, weil das Lied dann überall rauf und runter gespielt wird. Im Radio, auf den Weihnachtsmärkten, im Kaufhaus –einfach überall. Aber ich habe ein Faible für Cover, besonders für gute. Und The XX und Erlend Øye interpretieren das Lied auf ihre eigene Weise, beide Versionen sind aber sehr ansprechend und irgendwie viel besinnlicher als das Original. Leider gibt es das nicht bei Spotify, deshalb Soundcloud.

She & Him – A Very She & Him Christmas

Nicht nur ein Lied, sondern gleich ein ganzes Album. Das 2011 erschienene Weihnachtsalbum von She & Him (mit der bezaubernden Zooey Deschanel) gehört zu jeder ordentlichen Weihnachtsfeier. Im Weihnachtspulli mit Elch und Zuckerstange vor dem Kamin sitzen, haufenweise Punsch trinken und Plätzchen essen, die Bescherung verpasst und morgens völlig verkatert auf dem Teppich aufwachen.

Tegan and Sara –  The Chipmunk Song (Christmas Don’t Be Late)

Einfach weil es lustig ist. Das ist so ein schönes Weihnachtslied für Pseudo-Grinche, die dann total ironisch anfangen kitschige Weihnachtslieder zu hören. So wie ich. Und außerdem sind Tegan and Sara sogar im Weihnachtslied singen ziemlich unterhaltsam.

KATHRIN:

Rufus Wainwright & Sharon van Etten – Baby, it’s cold outside

Genau wie Johanna höre ich zu Weihnachten eigentlich am liebsten das Weihnachtsalbum von She & Him, und darauf ganz besonders „Baby, it’s cold outside“. Schön, dass Rufus Wainwright und eine meiner Lieblinskünstlerinnen, Sharon van Etten, den Song ebenfalls und mindestens genauso schön interpretieren. Auch der Rest des Albums namens „Christmas rules“ hat ein paar Indieweihnachtsperlen zu bieten.

Tom Waits – Christmas Card from a Hooker in Minneapolis

Dieser Song von Tom Waits ist definitiv nichts für Weihnachtsromantiker, sondern der vertonte Brief einer Prostituierten, in dem sie von ihrer Schwangerschaft und dem Kindsvater im Knast erzählt. Passt gut zu meinem persönlichen Lieblings-Weihnachtsrunterzieher von „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“.

The Head And The Heart – Winter Song

Weniger Weihnachten als Wintermelancholie und die Hoffnung, dass im nächsten Jahr alles besser wird. So sei es.

NINIA:

Mariah Carey – All I Want For Christmas Is You

Ja, ich weiß, das ist purer Kitsch, aber ich liebe, liebe, liebe diesen Song. Mariah, als sie nicht nur Songs komplett gehaucht hat und nicht dieses klassische Rumgejammer zu Weihnachten. Ich hab dieses Lied etwa schon 80 mal bei Karaoke-Partys gesungen. Egal, ob Weihnachten war oder nicht. Ich mag Mariah.

Chris Rea – Driving Home For Christmas

Inzwischen feiere ich Heiligabend in meiner eigenen Wohnung. In gemütlichen Klamotten und mit guten Büchern und Serien. Als ich mich früher immer noch in die furchtbar vollen Züge gestopft habe, war dieses Lied auf den Ohren das einzige, das mir gute Laune gemacht hat.

Judy Garland – Have Yourself a Merry Little Christmas

Ich mag die Klassiker.

 

Copyright: Foto von ume-y (flickr.com, unter Verwendung der CreativeCommons-Lizenz)

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