tatortsofa
Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Vielleicht

Stadt: Berlin

ErmittlerInnen: Stark

Austrahlungsdatum: 16. November 2014

tl;dr

Falk: Vorahnungen, Abschiede.

Ninia: Eine norwegische Tilda Swinton, Visionen und ein leider letztes Mal Stark.

Johanna: Latzhosen und Langeweile.

Überraschungsmoment

Falk: Als der Mörder gefasst wurde und noch eine halbe Stunde Tatort übrig war.

Ninia: Der jetzt-dann-doch-vielleicht-Tod von Stark.

Johanna: Dass die letzte Vorhersage nicht eingetroffen ist – es war ja noch hell.

Das hat gefehlt

Falk: Ritter.

Ninia: Eine Erklärung für die Morde.

Johanna: Ein richtiges Ende. So mit Fall aufklären und so. Und Musik. Auch wenn das natürlich zur Stimmung gepasst hat.

Das war zu viel

Ninia: Das Krakenwandbild im Restaurant.

Johanna: Latzhosen.

Falk: Dass die Norwegerin in ihrer hübschen WG ausgerechnet ein Elchplakat rumhängen hat.

Lieblingsdialog

Falk: “Er war etwas älter, hatte rote Haare und trug eine Latzhose.” “Was heißt etwas älter?” “Um die 40.” Argh!

Ninia: “Noch vor der Dunkelheit werde ich meinen Dienst quittieren.”

Lieblingsszene

Falk: Tatsächlich jede Szene, in der die schöne Norwegerin autauchte. Ich bin so leicht zu kriegen.

Ninia: Ach, die war aber auch großartig.

Falk: Ja. Zielgruppentatort, auf Les Flâneurs zugeschrieben. “Hier, die Ninia und der Falk, die stehen doch auf solche Tilda-Swinton-Typen, und Skandinavienfans sind dass auch, lass uns das so ins Drehbuch schreiben, dann bekommen wir eine gute Note beim Kriminalsofa!”

Johanna: Ich fand die schöne Norwegerin auch schön.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Ninia: Als Stark vorm PC geweint hat.

Johanna: Eigentlich jedes Mal, wenn die schöne Norwegerin von einer Vision erzählt hat. Mit ihrem ruhigen Blick und den dunkelblauen Augen.

Falk: Als der Mörder in die Wohnung der Norwegerin eingedrungen ist, da dachte ich: Gleich passiert noch was ganz schlimmes. Passierte dann aber nicht.

Fehler

Ninia: Ich streite gerade mit meiner Mutter, ob der Mord im Restaurant nebensächlich sei. Ich meine “nein”, sie “ja”. Es ist eine Krux. Ich will alles aufgeklärt wissen.

Johanna: Ich auch. Warum kannte der Rothaarige Trudes Namen? Und welche Verbindung gibt es zu Martin aus Europa? Fragen über Fragen.

Top-Tweet

Johanna:

Ninia:

Falk:

Bechdel-Test

Falk: Nicht bestanden.

Ninia: Ja.

Das habe ich gelernt

Ninia: Norweger_innen haben einen schönen Akzent. Berlin ist voller Laptops und Street Art. Abgefahren.

Falk: Dieses Berlin ist schon ein Dorf, ne? Ständig laufen sich die gleichen Leute über den Weg.

Johanna: Auch in Berlin werden Fahrräder geklaut, wenn man sie nicht abschließt.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Tja. Ein gutes neues Team für Berlin. Und ein bisschen mehr Spannung und weniger Latzhosen.

Johanna: Einen eigenen Tatort für Trude. Oder so eine Rolle wie Patricia Arquette in Medium. Ich mag das.

Falk: Oh ja, das mit dem eigenen Tatort wäre schön. Ansonsten wäre ich schon dankbar, wenn die übersinnliche Geschichte ein einmaliger Ausrutscher wäre. Ich habe es nicht so mit Visionen.

Was ich auch noch loswerden wollte

Falk: Ich fand tatsächlich sehr schade, dass das Ausscheiden von Ritter nicht wenigstens mit einem Hallbsatz erwähnt wurde. Stark war jetzt eben alleine in einem neuen Polizeipräsidium mit neuen Kollegen, das wars. Unsympathisch.

Ninia: Ja, die sind ja angeblich auch nicht im Guten auseinander gegangen, der Ritter und die ARD. Sehr schade.

Johanna: Ich mag es aber auch nicht, wenn Kommisar_innen dann sterben. Lieber eine nette Geschichte überlegen. So mit Polizeidienst an den Nagel hängen, auswandern, Bart wachsen lassen und auf einer einsamen Insel kiffen.

Falk: Aber er stirbt doch nur vielleicht.

Johanna: Ich meine ja, wenn Schauspieler_innen ihre Tatort-Karriere beenden. Und ich ergänze: Nick Tschiller darf ruhig sterben.

Gesamtnote

Johanna: Heute gebe ich mal zwei Noten. Einen für die ersten 89 Minuten und einen für die letzte Minute. Die ersten 89 Minuten fand ich trotz einigen Schwächen dank der tollen Trude ganz akzeptabel und gebe eine 2-. Für die letzte Minute und das dermaßen unbefriedigende Ende gebe ich eine 6.

Falk: Ich bin nett und gebe eine 2. Wegen der melancholischen Grundstimmung, zu der auch das unbefriedigende, offene Ende passte. Wegen Trude, der schönsten Nebenrolle ever. Und weil ich es immer wieder recht spannend fand. Keine 1, wegen des schnöden Ritter-Vergessens.

Ninia: Ich gebe eine 3. Anfang langweilig, dann wurde es spannender. Ich mag die Schauspieler_innen, vor allem Trude und den Psychologen. Trotzdem hat sich die Geschichte gezogen, und das Ende fand ich wie Johanna sehr unbefriedigend.

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