Anfang dieses Jahres führte mich eine kleine “Oh Gott, oh Gott, schnell, bevor der Schnee schmilzt!”-Panikattacke nach Garmisch-Partenkirchen. Bei der unvermeidlichen Bergkletterei kam in mir die Frage auf, ob ich eher der Berg- oder Meer-Typ bin. Damals war die Antwort klar: Berg + See = Bergsee, das beste aus beiden Welten! Doch der euphorische Eindruck des Augenblicks verfälschte die vergrabene Erinnerung an das Meer. Bis ein Flugzeug mich in Portland absetzte und wieder die Wunder der Westküste entdecken ließ.
Im September überflutete das Meer wieder Welle für Welle meinen Kopf, spülte alte Erinnerungen frei und neue rein. Erst am Ende des Urlaubs fiel mir auf, wie viele Bilder ich am Meer und in dessen Umgebung gemacht hatte. Dabei verbrachte ich nur einen Bruchteil der Tage an der Küste – die regnerischsten und nebligsten. Doch es ging nicht anders – sie wirkte wie ein Sog… erst einen Tag zur Küste fahren, dann zwei, dann drei… immer am Meer stehen, dieser unfassbaren Weite gegenüber, und das Rauschen der Wellen im Ohr. Ich bin ein unruhiger Mensch, meine Gedanken schwirren mal hier, mal da hin, meine Konzentration ebenso. Doch am Meer wurde ich ruhig, konnte fokussieren. Vielleicht steckte eine gewisse Demut in dieser Haltung, vielleicht auch nur die Erkenntnis, dass es nichts gab, worum ich mich im Angesicht dieses Ausblicks zu kümmern hatte – außer diese schiere Weite zu genießen.
Die Küste ist jedoch nur ein kleiner Teil der vielen Wunderlandschaften Oregons. Obwohl für mich am beeindruckendsten, sollen die Berge, Krater, Urwälder und die Wüste im Osten nicht unerwähnt bleiben. Oregon ist wie ein kleines Mittelerde – ein Staat, der verzaubert. Einen Teil dieses Zaubers habe ich in einer “Ozean & Oregon”-Fotostrecke festgehalten. Kleine Anekdoten, großformatige Bilder und ein Songzitat der oregonschen Band “The Weather Machine”, welches die Wirkung Oregons perfekt zusammenfasst: “… Let me go back over Oregon. That little scar is nothin’ in the arms of all the things have yet to come. I’d like to call it no big deal, but we both know I’d be lying. I can never come back if I don’t go.”





