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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Mord auf Langeoog

Stadt: Hamburg/Langeoog

ErmittlerInnen: Falke und Lorenz

Austrahlungsdatum: 24. November 2013

tl;dr

Johanna: Wotan. Norwegerpullis. Bärte. Gummistiefel. Strand. Meer. Mehr Norwegerpullis.

Ninia: Ja.

Falk: Ach, ihr ständig mit eurer abgefuckten Hipsterironie.

Mark: Ist das denn Ironie oder tatsächliche Begeisterung? Bei mir auf jeden Fall letzteres. Ich möchte jetzt wieder mehr Strickpulli tragen. Und mal wieder nach Langeoog fahren.

Falk: Ach, Mark, du immer mit deiner abgefuckten Hipsterironie.

Überraschungsmoment

Ninia: Als die Lorenz eingesperrt wurde. Endlich. Passiert. Mal. Was.

Johanna: Auf Langeoog wird wenig Milch getrunken.

Mark: Fernsehfiguren haben niemals Urlaub. Wirklich niemals.

Falk: Gefängniszellen auf Langeoog sind vom Komfort her vergleichbar mit solchen in Kasachstan. Doch, das finde ich überraschend.

Johanna: Du warst schon mal in Kasachstan in einer Gefängniszelle? Ich bin überrascht. Und: Erzähl mehr!

Falk: Übertreibungen funktionieren nicht, wenn das Gegenüber sie gleich im nächsten Satz zerpflückt. Ja, du hast recht, ich habe keine Ahnung, aber die Zelle war tatsächlich frugal.

Das hat gefehlt

Ninia: Strickanleitungen. Aber dafür hatte @WersGlaubt die beste Idee des Abends: http://tatortstyle.tumblr.com

Johanna: Mir wäre der Link zum Kauf noch lieber als eine Strickanleitung gewesen. Via App direkt per Scan oder Link zum Produkt kommen und kaufen.

Ninia:

Johanna: Am Ende ist schon fast zu spät, wieso nicht zwischendrin einblenden und dann über ein Signal oder die Musik (wie bei Shazam) kaufen?

Falk: Es tut mir ja leid, dass ich hier wieder so rummäkele, aber mir fehlte vor allem ein akzeptables Drehbuch.

Mark: Wer braucht ein Drehbuch, wenn er Langeoog hat? Mir hat heute mal das überhaupt nicht gefehlt, was beim “Tatort” sonst ständig zu kurz kommt: Viele schöne Bilder.

Das war zu viel

Mark: Der Insel-Dealer hat eindeutig zu häufig “Falke aus Hamburg” gesagt.

Ninia: Ich mag Nina Kunzendorf, aber gibt es nur 20 Schauspieler_innen in Deutschland, die in verschiedenen Tatort-Folgen immer mitspielen müssen?

Falk: Solange diese 20 alle aussehen und spielen wie La Kunz, ist alles gut.

Johanna: Ich mochte die Rolle von Nina Kunzendorf in Frankfurt überhaupt nicht, aber heute fand ich sie gut. Wenn eine tolle Schauspielerin ansonsten komplett für den Tatort verloren geht, dann darf sie gerne in einer anderen Stadt “recycelt” werden.

Falk: Echt, Johanna? Ich fand die Frankfurter Rolle ja mit die vielschichtigste Frauenfigur, die ich seit langem im Fernsehen sah.

Johanna: Ich hab das Konzept ihrer Rolle nie verstanden, was war denn daran so vielschichtig?

Falk: Ich mochte diese Mischung aus prollig, hochintelligent und voller Herzenswärme. Wer sowas mitbringt, der hat mich verzaubert.

Lieblingsdialog

Ninia: “Was ist, wenn ich rausfinde, dass der die Frau erstochen hat?” – “Was ist, wenn ich das rausfinde?” – “Das ist etwas anderes. Außerdem bist du ein sehr, sehr guter Polizist.”

Johanna: Das ist jetzt nicht hunderprozentig, aber so in etwa: “Ich hab gehört hier geht was” – “Ja, was haste gehört” – … – “Ich heiß Falke aus Hamburg” – “Verpiss dich, Falke aus Hamburg” – … – “Schieb ab, ich find dich jetzt echt scheiße, Falke aus Hamburg” – “Ja, krieg ich jetzt was oder nicht?”

Falk: “Sie müssen den Mörder finden! Oder den Zeugen!” “Sagen Sie mir nicht, was ich zu tun habe, das kann ich nicht ausstehen!”

Mark: “Wo willst du hin?” – “Ich muss pissen!” – “Hansen, gehen Sie mit.” #hansensgrossermoment

Lieblingsszene

Johanna: In den letzten fünf Minuten, als sich Christine Brandner (Nina Kunzendorf) bei Lorenz und Falke bedankt und sagt: “Gut, dass Sie hier waren” – damit hauptsächlich Lorenz meint und sich Falke gönnerhaft bedankt. Die Blicke, die sich Kunzendorf und Lorenz zuwerfen. Herrlich.

Ninia: Wotan wandert am Strand entlang und irgendjemand singt mit tieftrauriger Stimme irgendetwas Melancholisches.

Falk: Das war Leonard Cohen, der da sang. Überhaupt, diese ganzen Strandszenen waren schon sehr hübsch.

Ninia: Ah, okay! Danke!

Johanna: Leonard Cohen – Avalanche.

Mark: Was ihr andern alle sagt. Sobald irgendjemand mit tieftrauriger Stimme irgendetwas Melancholisches singt, bin ich eh hin und weg. Und dann auch noch Cohen. Yay, “Tatort”-Macher, endlich werdet ihr cool!

Fehler

Falk: Weswegen wird eigentlich ständig fallrelevanter Kram gefunden? Hier ein USB-Stick, dort ein Foto, das ist doch nicht realistisch, Kinder.

Ninia: Nicht realistisch, aber nötig, um das ganze in 90 Minuten zu schaffen.

Johanna: Diesen Sprung von der Fähre kann man nicht unverletzt überstehen, oder?

Mark: Glaube ich auch nicht. Außerdem glaube ich nicht, dass ein “echter” Falke bei gerade mal Fünf-Zentimeter-im-Schlamm-stecken-Bleiben seine Kollegin bitten würde, ihm da rauszuhelfen.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Ninia: Beim Fund von der Toten und Florian.

Falk: Als Sebastian Schipper singt.

Mark: Oh ja! Aber im positiven Sinne.

Falk: Ach, du immer mit deiner abgefuckten Hipsterironie.

Johanna: Gleich am Anfang, als sie die Fische ausgenommen haben. Da hört meine Liebe zur Seefahrt auf.

Top-Tweet

Ninia:

 

Johanna:

Falk:

 

Mark: Klugscheißeralarm:

 

Das habe ich gelernt

Ninia:

 

Johanna: Tristan Seith (der rotbärtige Polizist) darf auch mal einen Guten spielen.

Mark: Die schmierigen Polizistenkollegen müssen nicht zwingend zu den Bösen gehören. (Was mich dann doch auch ein wenig enttäuscht hat.)

Falk: Wenn man als Insulaner untertauchen möchte, reicht es, eine neue Existenz in Oldenburg aufzubauen. Und wenn man als Insulaner ins Drogengeschäft einsteigen möchte, sollte man in Oldenburg ein paar Semester Chemie studieren.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Mehr Langeoog in allen Tatort-Folgen.

Falk: Mehr Kunzendorf, überhaupt immer.

Johanna: Ihr habt beide recht. Ich wünsche mir auch generell mehr Landschaftsaufnahmen, das fand ich auch in der letzten Woche schon toll.

Mark: Mehr Wotan Wilke Möhring. Ich find den klasse.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Ich hab so viel gelästert auf Twitter, aber wenn ich ehrlich bin, fand ich diese hipsterige Island-Stimmung sehr schön.

Falk: Wotan Wilke Möhring schafft es ziemlich gut, gleichzeitig das Machotum zu feiern und eine Kritik an ebenjenem Machotum mitzuspielen. Schaut mal, Erfurt, so geht das mit den Männlichkeitsmodellen!

Johanna:

 

Mark: Den nächsten Hamburg-Tatort gucke ich auch wieder. Und das will echt was heißen.

Falk: Pass auf, dass du dann nicht bei Herrn Schweiger landest.

Gesamtnote

Ninia: Ich bin unschlüssig. Und befangen (ich bin in Wotan verliebt). Allerdings war das heute, was die Spannung angeht, nicht die Krone. Aber so viele schöne, wollige Dinge. Und diese Inselstimmung. Hach. Ich vergebe eine glatte 2. War ok. (P.S.: Ich verfolge jetzt meine Kalenderidee für 2014: Sexy Kommissare in Wollpullis trinken Milch.)

Johanna: Die Bilder von Langoog waren toll, die Strickpullis und Wotan auch. Ich bin ein bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen, dafür gebe ich Punktabzug. 2-.

Mark: Weil es eine der wenigen Tatort-Folgen war, der ich voller Freude gefolgt bin, vergebe ich hier mal eine fesche 2+. Echt jetzt.

Falk: Sympathisches Team, schöne Wattbilder, aber sonst viel Halbgares. 3-.

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