Neues vom Kriminalsofa (52)

tatortsofa

Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Die Wiederkehr

Stadt: Bremen

ErmittlerInnen: Lürsen & Stedefreund

Austrahlungsdatum: 15. März 2015

tl;dr

Ninia: Puh. Überforderung. Pinke Haare.

Falk. Zwei Fälle. Es waren zwei Fälle.

Überraschungsmoment

Ninia: Mehrere. Klar: Dass das nicht wirklich Fiona ist, war schon klar. Aber wie die Story letztendlich aufgelöst wurde – gut.

Falk: Ich fand die Auflösung gar nicht schlecht. Eine recht abstruse Ausgangssituation, die am Ende doch noch stimmig war, viel mehr erwarte ich nicht. Und das ist dann schon überraschend, wenn ein Krimi das so hinbekommt.

Das hat gefehlt

Ninia: Eine Atempause.

Falk: Das auf jeden Fall. Aber richtig große Lücken gab es hier wirklich keine.

Das war zu viel

Ninia: Die Kotze am Anfang.

Falk: Die Glasscherbe im Muffin. Das Schlussbild. Der Musikeinsatz.

Lieblingsdialog

Falk: Harter Stoff, tut mir leid: kein Lieblingsdialog.

Ninia: “Und das ist Fiona?” “Nein, das ist nur eine Stoffgiraffe.”

Falk: Das war aber auch ein wenig gewollt, Ninia, oder?

Ninia: Ja, aber hab ich in dem Moment gebraucht. (Und ich hätte genauso geantwortet.)

Lieblingsszene

Falk: “Lieblings-”Szene, hier?

Ninia: Wie du schon sagtest: Harter Stoff. Müsste ich eine auswählen, wären es die von Maden zerfressenen Leichen. Das fand ich technisch einfach gut gemacht. Und es muss ja nicht immer lustig sein.

Falk: Ich fand die Szenen auf den Campingplätzen in all ihrer Düsternis schon sehr gelungen. Aber natürlich fasste mich das auch an.

Fehler

Ninia: Kein ausschlaggebender. Außer, dass ich es schwer vorstellbar finde, dass eine Mutter nicht den Notarzt ruft, wenn das Kind in der Küche liegt.

Falk: Wie haben sie das nochmal gemacht, dass der Schwindel nicht gleich beim ersten DNA-Test auffliegt? Und: Weswegen glaubt die Mutter denn, dass das Kind vor der Haustür ihre Tochter ist – sie wusste doch, dass sie tot ist?

Top-Tweet

Ninia:

Falk:

Bechdel-Test

Falk: Bestanden. Das hätte ich ihnen auch richtig übel genommen, wenn sich das bei dieser Story und dieser Besetzung nicht ausgegangen hätte.

Ninia: Jupp.

Das habe ich gelernt

Ninia: Bremen kann auch gut. Schön, dass mal wieder zu sehen.

Falk: Ich fand Bremen früher in aller sozialdemokratischen Betroffenheit immer gut. Nur zuletzt gerieten sie mit “Die bösen Ausländer!”-Krimis ein wenig aus dem Tritt, da freu’ ich mich, wenn sie es wieder gepackt haben.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Einen Fall, der von der Spannung genauso gut ist, aber vielleicht mehr Gelegenheiten zum Twittern gibt.

Falk: Mal wieder Journalisten, die irgendwie auch Sympathieträger sein können und nicht nur Bluthunde.

Was ich auch noch loswerden wollte

Falk: Entschuldigung, ich kam durcheinander mit den ganzen DNA-Tests. Ich wusste nicht mehr, wer wann was gefälscht hat.

Ninia: Ja, ich musste das am Ende auch noch mal für mich zusammenfassen. Außer der Journalistin fand ich auch alle Rollen durchweg gut gespielt.

Gesamtnote

Falk: Das war schon ein sehr, sehr guter Fall, der vielleicht von der Musik und ein, zwei klischeehaften Bildern ein wenig nach unten gezogen wird. Trotzdem, 2.

Ninia: Ich hab am Anfang noch gezweifelt, was das jetzt wird, weil ich die ersten 15 Minuten komisch fand. Stellte sich aber als gut heraus. Ich war überrascht, positiv. Ich gebe eine 2+.

Falk: Ninia, das geht nicht, wenn wir hier nur zu zweit sind und dann auch noch ähnlich werten, das ist doch voll langweilig. Dann liest uns doch in Zukunft niemand mehr.

Ninia: Einmal im Jahr darf das passieren, denke ich.

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