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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Blackout

Stadt: Ludwigshafen

ErmittlerInnen: Lena Odenthal

Austrahlungsdatum: 26. Oktober 2014

tl;dr

Johanna: Keine Ahnung, ich habe einen 90-minütigen Blackout.

Ninia: K.O.-Tropfen, Rache, Steinbrüche und mal wieder eine übermotivierte Assistentin in schöner Jacke.

Falk: Häuser! Räume!

Überraschungsmoment

Ninia: Als “plötzlich” eingeblendet wurde, dass die Mitbewohnerin den USB-Stick hat. Ach nee, das war ja gar nicht so überraschend.

Johanna: Es wurde niemand von einer Katze aufgegessen, obwohl doch eigentlich alle vor Langweilige hätten sterben müssen.

Falk: Ich möchte diesen Tatort über die Locations erzählen, da waren Unmengen Überraschungen drin. Wie Studentinnen und MTAs in Ludwigshafen wohnen, meine Güte!

Das hat gefehlt

Johanna: Spannung. Eine gute Story. Action. Gute Dialoge.

Ninia: Die Story an sich fand ich gar nicht so arg schlecht. War aber furchtbar schlecht umgesetzt. Keine Überraschungen, keine Logik, kein Einfühlungsvermögen. Kein Garnichts.

Falk: Ich. Bitte helft mir auf die Sprünge: Weswegen brachte der Architektenhipster seinen Kollegen nochmal um?

Das war zu viel

Johanna: Odenthaler Herzschmerz. Das Streben nach (heteronormativer) Liebe.

Ninia: Allgemein ging mir dieses ganze “Haben Sie keinen abgekriegt?”-Gelaber furchtbar auf die Nerven. Ich sage es in dieser Reihe ja immer wieder: Hört auf, mich mit den persönlichen Problemen der Kommissar_innen zu nerven. Ich will Krimi!

Falk: Was Johanna sagt, wobei der Barkeeper die Heteronormativität ein bisschen konterkarierte. Aber am Ende repräsentierte er auch nur das Zweisamkeitsideal: “Ich habe einen Mann zu Hause.”

Lieblingsdialog

Ninia: “Samstag ist ein guter Tag für einen Mord. Da hat mein Mann frei und kann auf die Zwillinge aufpassen.”

Falk: Kein Lieblingsdialog, diesmal.

Johanna: Vor lauter Langeweile war ich so unaufmerksam, dass ich mich kaum an Dialoge erinnern kann…

Lieblingsszene

Johanna: Wenig überraschend – die Schlussszene. Als Lena da auf der Brücke stand und dann so ein hübsches farbenfrohes Panorama zu sehen war. Schön.

Ninia: Vorhin hab ich noch gedacht ‘Ok, das könnte ich zur Not nehmen’. Hab ich jetzt aber wieder vergessen. Kann nicht so gut gewesen sein.

Falk: Oh, da gab es einiges Schönes. Die Kälte der Figuren untereinander war ganz schön. Ich nehme aber die Szene, als Odenthal unter der Dusche zusammenbricht.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Falk: Bei der Strangulationsszene.

Ninia: Was Falk sagt.

Johanna: Es gab eine Strangulationsszene? Oh.

Ninia: Immer diese Twitterer!! (Als Odenthal angerufen wurde, sprach ich neunmalklug: “Jetzt hat die Frau sich umgebracht.” “Ja”, sagte der Mann. “Haben sie doch gerade gezeigt.” “Echt? Ups.”)

Johannna: Chrchrchr.

Falk: *kicher*

Fehler

Johanna: Der Ton war furchtbar. Die Stimmen im Vergleich zur Musik viel zu leise. Wie bei so einem schlecht synchronisierten amerikanischen Action-Streifen.

Falk: Weswegen wurde Odenthal beim Suizidversuch der Witwe eigentlich informiert?

Ninia: Wenn die Odenthal so durch ist, darf die dann überhaupt noch arbeiten? Außerdem völlig kurios: Die Befragung des Obdachlosen. “Haben Sie vielleicht dies und das gehört?” “Ach ja! Jetzt erinnere ich mich!” Blödsinn.

Top-Tweet

Ninia:

Johanna:

Falk:

Bechdel-Test

Johanna: Wahrscheinlich bestanden. Hurra. Hilft aber trotzdem nicht.

Ninia: Ja.

Falk: Ja, bestanden.

Das habe ich gelernt

Falk: Nachdem mensch mit KO-Tropfen schachmatt gesetzt wurde, funktionieren noch Aktionen wie Weglaufen?

Johanna: Frauen müssen im Tatort immer von Männern gerettet werden.

Falk: Wer wurde denn gerettet?

Ninia:

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Ich denke vorher immer: “Ach, die Odenthal wieder, nee.” Und dann gucke ich es doch. Ich WILL sie gut finden, aber Drehbuch und Regie geben mir keine Chance. Ich bin mir sicher, dass die Frau mehr kann. Nach 25 Jahren sollte man ihr auch mal einen guten Fall gönnen.

Johanna: Die Johanna Stern fand ich gut. Mehr davon!

Ninia: Ging so. Die Idee fand ich auch gut. Aber ich verstehe nicht, wieso die Neuen immer so unsympathisch sein müssen. Sie hat sich aber nach einer Weile gefangen.

Falk: Eigentlich waren doch alle Beteiligten unsympathisch. Jedenfalls: Ich würde mir wünschen, dass der Weg weiter gegangen wird, den Superbullen Odenthal zu dekonstruieren.

Was ich auch noch loswerden wollte

Falk: Ich kam ja über Odenthal überhaupt erst zum Tatort, die Folge hieß, glaube ich “Der schwarze Engel”, mit Mafia, Sex und am Ende Suicide by cop, wobei der Cop Odenthal war. Fand ich damals toll. Entsprechend haben mich die Ludwigshafen-Tatorte zuletzt immer mehr runtergezogen, weil die so schlecht gemacht waren. Ich fand es deswegen ganz gut, dass “Blackout” die Figur Odenthal ein wenig brüchiger und auch unsympathischer darstellte als in den vergangenen Jahren.

Ninia: Nach dem kurzen Zwischenstopp in Wiesbaden ist jetzt wie immer und noch schlimmer. Ich bin traurig.

Johanna: War der Tatort jetzt sogar zu schlecht für gute Tweets? Normalerweile wird ja bei schlechten Tatorten gut getwittert, aber heute war es ja nicht mal bei Twitter unterhaltsam…

Ninia: Ich schätze, der Großteil ist eingeschlafen oder freiwillig ausgestiegen.

Gesamtnote

Ninia: Ich tendiere fast zur 6. Aber dann erinnere ich mich an die aktuellen Fälle in Saarbrücken und daran, dass der nächste Tschiller-Tatort mit Helene Fischer gedreht wird und irgendwie muss ich mir die 6 noch aufheben. Ich gebe eine 5.

Johanna: Ich gebe auch eine 5. Wenigstens kann ich jetzt gut einschlafen.

Falk: 3-4. Weil der Fall zwar nicht soviel hergab, ich mich aber wieder erinnerte, weswegen ich Odenthal früher mal mochte und ich die dunkle Stimmung gut fand.

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