Katina Sostmann

Katina Sostmann

Die Interaction Designerin Katina Sostmann sagt: “Wir verstehen Dinge am besten, wenn wir sie selber erleben.” Sie ist eine der Speakerinnen auf der TEDx Hamburg „Urban Connectors“ am 1. April. Wir haben vorher mit ihr über ihre vielfältige Arbeit gesprochen.

Liebe Katina, in der Beschreibung auf der tedxhamburg.de steht, du arbeitest als „product-, process- and interaction designer“ – was bedeutet das genau? Was machst du?
Um Situationen zu gestalten oder zu verändern, ist es manchmal notwendig, neue Gegenstände zu entwickeln, manchmal aber auch eine Software oder eine Servicestruktur. Da oft am Anfang einer Gestaltungsaufgabe nicht klar ist, was die beste Antwort auf eine Problem ist, ist es mir wichtig im Entwurfsprozess nicht in fertigen Ergebniskategorien zu denken, sondern Ergebnis und materialoffen zu entwickeln.

Unser Blog beschäftigt sich mit dem Leben in der Großstadt. Mit deinem Wissen und Können: In welche Richtung würdest du Städte gerne verändern? Was fehlt noch in Großstädten?
Städte wurden ursprünglich gebildet, um Synergien zu nutzen. Ich würde die Verknüpfung zwischen Bedürfnissen und Möglichkeiten vor allem im sozialen Kontext gerne stärken, denn leider stecken hier die Potenziale von Sharing und CoLiving noch in den Kinderschuhen. Gerade hier können uns aber die wachsenden digitalen Strukturen helfen, auf neuem Niveau zusammen zu finden.

Was macht für dich einen „Urban Connector“ aus?
Leute, die Leute zusammenbringen, Dienste, die Leute zusammenbringen und Dinge, die Leute zusammenbringen.

Du dozierst an der UdK und an der CDK Hangzhou – was sollen deine Studenten auf jeden Fall aus den Seminaren mitnehmen?
Dass eine gute Idee nicht ausreicht, etwas zu verändern, sondern nur den Anfang eines langen Prozesses bildet, der sich in vielen Iteraktionszyklen an die Lösung eines Problems ranarbeitet, nie zuende ist, aber sehr brauchbare und ansehnliche Zwischenstände produziert.

Beim deinem Projekt „Boulevard der Stars“ in Berlin konnten sich die Besucher auf dem roten mit Hologrammen fotografieren lassen. Wie kommst du auf solche Ideen? Wie war das Feedback dazu?

Sollche Ideen entstehen nur in Teams – vor allem wenn diese mit Leuten aus unterschiedlichen Diziplinen besetzt sind. Bei diesem Projekt, das eine Zusammenarbeit der Architekten von Graft und Art+Com war, stand vor alle im Mittelpunkt etwas zu schaffen, das den Menschen, die diesen Ort besuchen Spass macht und mit dem Ort, auf den es Bezug nimmt wachsen und sich entwickeln kann.

Auf deiner Homepage schreibst du “But in my work I like to look for a poetical, playful, engaging way of interaction with products, regardless of whether they are hardware or software” – wie sieht für dich ein perfeketes ”poetisches Zusammenspiel mit Produkten” aus? Was kann die Poetik stören?
Beim Entwerfen von Objekten ist es wichtig, das die Benutzung im Vordergrund steht. Hier finde ich wichtig, dass auch die Art des Umgangs, die Bewegungen, die für die Handhabung nötig sind, als auch die Haptik gestaltet werden. Es soll sich schön anfühlen und Spass machen einen Gegenstand zu benutzen und nicht nur seine Form einem ästhetischen Anspruch folgen.

In Duderstadt hast du am Projekt „Schützenmuseum“ mitgearbeitet. Die dazugehörige Ausstellung ist durch und durch multimedial, genauso wie das Statistikband im Hygienemuseum Dresden – wie funktioniert ein gutes, multimediales Ausstellungskonzept?
Wir verstehen Dinge am besten, wenn wir sie selber erleben. Durch den Einsatz digitaler Medien können analoge Objekte lebendig werden und im Gegenzug wird das Digitale durch das Physische begreifbar.

Worüber wirst du auf der TEDxHamburg sprechen?
Darüber, wie der Designprozess auch bei der Problemlösung in Krisengebieten helfen kann.


lesflaneurstedxhamburgTEDxHamburg „Urban Connectors“
01. April 2013
10-18 Uhr
Laieszhalle Hamburg
Tickets sind ab sofort unter www.tedxhamburg.de zum Preis von 119,- € erhältlich.

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