30 Tage in Omas Kleidern

Mona Schütt aus Stuttgart hat das gemacht, was viele sich nie trauen: Sie hat ihren Job als Beamtin beim Landeskriminalamt an den Nagel gehängt, ist auf Reisen gegangen und hat, als sie wieder zurück in Deutschland war, einen Vintage-Onlineshop mit Blog namens Oma Klara gegründet. Zum Start des Shops am 1. September hat Mona eine 30-Tage-Aktion ins Leben gerufen und postet täglich ein Outfit mit einem Stück aus dem Kleiderschrank einer Oma. Ob sie die Kleider tatsächlich direkt von Großmüttern bekommt und was sie mit Oma Klara erreichen will, haben wir sie gefragt.

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Wo bekommst du die Kleidungsstücke her? Kennst du manche der Omas persönlich?
Größtenteils stammen die Kleidungsstücke aus den Kleiderschränken von Omas. Häufig lerne ich die Omas dabei persönlich kennen. Sie wollen ihre Kleidungsstücke aus vergangenen Zeiten gerne abgeben, da sie ihnen entweder nicht mehr gefallen oder inzwischen nicht mehr passen. Die Omas freuen sich darüber, dass die Kleidungsstücke von der jüngeren Generation neu geliebt und geschätzt werden. Oft erfahre ich nette Geschichten z.B. wie sie zu dem Kleidungsstück gekommen sind, zu welchen Anlässen sie es getragen haben usw … Diese netten „Kleidergeschichten“ werden auf Oma-Klara.de weitergegeben.

Was ist dein persönlicher Antrieb hinter dem Projekt, was ist dir wichtig zu vermitteln?
Ich möchte zeigen, welche Kleiderschätze sich in Omas Kleiderschrank verbergen und dass Kleidung aus Omas Kleiderschrank alles andere als altMODISCH ist. Tatsächlich wird neue Kleidung häufiger nach alten Mustern gefertigt, als man eigentlich annimmt. Diese werden in Massen gekauft, „echte“ alte Kleidung dagegen in Massen weggeworfen. Durch Oma Klara werden alte Kleidungsstücke anstelle weggeworfen zu werden neu geliebt.

Was machst du, wenn du nicht gerade Vintage-Kleidungsstücke ausfindig machst und stylst?
Ich schreibe. Vor ein paar Monaten habe ich meinen ersten Roman geschrieben. Die Idee für den zweiten steht bereits, momentan fehlt mir jedoch die Zeit mich ernsthaft an den Anfang zu machen. Ansonsten bin ich süchtig nach asiatischem Essen. Insbesondere die koreanische, vietnamesische und thailändische Küche haben es mir echt angetan 😉

Was war dein Brotjob?
Ich habe vorher beim Landeskriminalamt gearbeitet. Ich war Lebzeitbeamtin, also alles schon in trockenen Tüchern, wie man so schön sagt. Doch mir war klar, dass ich irgendwann etwas anderes machen möchte. Also hab ich meinen Job gekündigt und mir erst einmal einen langen Traum erfüllt: Reisen! So war ich für sieben Monate in Kanada, Neuseeland und Australien. Von meiner „kleinen Weltreise“ kam ich dann mit dem Vintage-Modeblog „Oma Klara“ und meinem ersten Roman zurück.

Wie stellst du dir Oma Klara in einem Jahr vor?
Hmmm, gute Frage. Ich möchte das Ganze jetzt erst einmal „klein“ starten und schauen wie es sich entwickelt. Aber natürlich ist es wichtig, dass man Ziele vor Augen hat. Die habe ich auch bei Oma Klara.

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf Oma Klara?
Ich habe bislang viel positive Rückmeldung erhalten. Vielen gefällt das Konzept und sie finden die Oma-Looks toll. Was mich auch riesig freut, sind die Reaktionen von Omas. Nachdem die Aktion bekannt wurde, haben sich viele Omas bei mir gemeldet und gesagt, wie toll sie das Oma Klara-Konzept finden! Natürlich gibt es aber auch Leute, die mit Kleidung aus Omas Kleiderschrank weniger anfangen können.

Kann man eigentlich auch retournieren, wenn es einem nicht passt?
Ja, man kann das Kleidungsstück innerhalb von zwei Wochen zurückschicken wenn es nicht gefällt oder nicht passt.

Hast du ein Vorbild?
Vorbild würde ich nicht sagen. Aber ich mag es, wenn Leute auch durch ihre Kleidung ihre Individualität und Persönlichkeit zum Ausdruck bringen und sich von der Masse abheben.

Dein eigener Kleiderschrank besteht zu wieviel Prozent aus Vintage-Mode?
Ich würde sagen etwa zu 30%, doch es werden immer mehr und mehr.

Welches ist dein bisheriges Lieblingsoutfit?
Meine bisherigen Lieblingslooks sind Frau Fronickas Schwester und Rosalinde.

Alle bisherigen Outfits findet ihr auf Oma-Klara.de!

Frau Fronicka

T-Shirt rosa - Rosalinde

Kathrin Kaufmann Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. 23. September 2014
    Antworten

    Coole Sache, eine schöne andere Art von Upcycling, die im Stillen bestimmt schon ganz viel betrieben werden wird, aber dringend im Lauten weiter gehen sollte!

    Schade nur, dass die Geschichten der Omas auf der Seite dann nicht allzu intensiv beleuchtet werden.

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