
Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.
Die harten Fakten:
Titel: Abgründe
Stadt: Wien
ErmittlerInnen: Eisner und Fellner
Austrahlungsdatum: 02. März 2014
tl;dr
Johanna: Bibi und Moritz im Alleingang gegen einen Pädophilenring mit viel Schmarn und Charme.
Ninia: Einer ist mehr verwickelt als der andere, ein Autounfall und eine wunderbare Bibi.
Überraschungsmoment
Johanna:
Ninia: Als die Kleine auf der Geburtstagsparty das Magic-Lied singt.
Johanna: Als Moritz mit Bibis Gewehr einfach mal so im Wohngebiet losballert. Ich meine, das hätte ja auch ordentlich schiefgehen können.
Ninia: Aaaach, das ist der Moritz. Der weiß doch, was er tut ;).
Das hat gefehlt
Johanna: Musik. Bis zum großen Showdown war es recht ruhig im Hintergrund – da wurden wir in den letzten Wochen mit guten Zusammenstellungen echt verwöhnt.
Ninia: Ja, da stimme ich dir zu!
Das war zu viel
Ninia: Schnee. Aber da kann ja der Tatort nichts für.
Johanna: Da spricht auch nur der Neid aus dir, weil wir hier keinen ordentlichen Winter hatten. Ansonsten: Als Vegetarierin war es mir etwas zu viel Schnitzel, aber das ist natürlich der Wiener Dramaturgie geschuldet. Ich verzeihe das.
Lieblingsdialog
Ninia: “Bibi, du bist der Wahnsinn.” – “Scho, aber warum jetzt konkret?”
Johanna: Bibi: “Ich hab Hunger, ich hab Durst und ich bin müde” – Moritz: “Ma, dann lad i di zum Abendessen ein” – Bibi: “Subä” – Moritz: “Danach”
Lieblingsszene
Ninia: Ach, alle möglichen Szenen. Unter anderem das Gespräch zwischen Bibi und Stefanie.
Johanna: Als Bibis Auto bei der Verfolgungsjagd wieder kaputt geht. “Was isn des fürn Lampen, des do leuchtet” – “Ach, die leuchtet immer, des heißt nix”. Herrlicher Dialog zwischen Bibi und Moritz. Die Dialoge waren sowieso top.
Ninia: Absolut. Mit der Meinung sind wir auch nicht alleine:
“was is des fürn Lampen?” “ah nix, die leucht immer” #Tatort
die Dialoge heute sind der Hammer
— David Redelberger (@davidfromkassel) 2. März 2014
Fehler
Ninia: Wenn die Beiden vermuten, dass der Kollege Dreck am Stecken hat und das auch noch dem Chef erzählen, passiert nichts?! Vielleicht auch kein Fehler, sondern Staatsanwaltschafts-Realität. Johanna: Mir ist nichts aufgefallen.
Dabei habe ich Gänsehaut bekommen
Ninia: Als Moritz im rosa-farbenen Zimmer die Kamera im Teddy entdeckt. Diese ganze Szenerie war schon schwer auszuhalten. Johanna: Ja, sehe ich auch so. Und das Mädchen am Ende. Aber generell haben sie das bei diesem schwierigen Thema ziemlich gut umgesetzt. Die Prügelei zwischen Moritz und dem Kollegen fand ich auch ziemlich heftig, da habe ich auch Gänsehaut bekommen.
Top-Tweet
Johanna:
Hunger, müde, kalt: So ist die Bibi halt. <3 #tatort
— Sophie Servaes (@WersGlaubt) March 2, 2014
Ninia:
Sehen sie nächstes mal bei wetten dass: Krassnitzer erkennt 20 Betten am quietschen #Tatort
— wurm77 (@wurm77) 2. März 2014
Bechdel-Test
Johanna: Puh, ich hab mal wieder nicht aufgepasst. Bibi sprach mit der rothaarigen Kollegin – allerdings nur über Moritz. Mit der Mutter hat sie aber auch noch gesprochen. Werte das mal als bestanden. Ninia: Moritz Tochter war ja auch noch am Start. Und die Frau von und zu. Ich denke auch, dass wir das als bestanden durchgehen lassen können.
Das habe ich gelernt
Ninia: “Faschiertes” bedeutet “Gehacktes”. Hat mir meine zur-Hälfte-österreichische Mama verraten. Johanna: Und: braten (bei jemandem) bedeutet “anmachen”, flirten. Gesprochen: ããbrååd´n.
Das wünsche ich mir beim nächsten Mal
Ninia: Dass wir Till Schweiger, Maria Furtwängler und Simone Thomalla durch Adele Neuhauser ersetzen. Johanna: Ich hätte gerne eine Sprachapp mit den besten Sprüchen von Bibi. Das würd ich dann immer abspielen, wenn ich keine Lust zum Antworten hab. “A Geh, schleich di!” Ninia: Ja! Oder die Bibi-Puppe. Mit Stein und Schießgewehr anbei. Johanna: Und als Zubehör gibts ihre Karre. Ninia: Genau, die Zuhälterflunder.
Was ich auch noch loswerden wollte
Ninia:
Mir könnte man auf Wienerisch ein Gesetz zur Finanzmarktregulierung vorlesen, ich fänd es immer noch sexy. #tatort
— teresa bücker (@fraeulein_tessa) 2. März 2014
Johanna: Ich hatte heute ernsthaft überlegt, den Film mit George Clooney auf ProSieben zu schauen. Bibi, verzeih mir. Und: Ich wollte Twitter beim Tatort auslassen, um zu schauen, ob ich mich nicht unterbewusst beeinflussen lasse. Das werde ich demnächst wirklich mal testen – bei Knüllern wie dem Tschiller nächste Woche geht das natürlich nicht.
Gesamtnote
Ninia: Uns wurde ja letztes Mal in den Kommentaren vorgeworfen, wir wären zu “hart” oder hätten komische Ansprüche, wie denn unser Wunsch-Tatort sein sollte. So sollte er sein. Ich vergebe heute eine glatte 1 und setze Wien an die Spitze meiner Lieblingstatorte.
Johanna: Ich werde einen Tatort mit der Bibi wohl nie so ganz objektiv bewerten können. Aber: Story gut, Bibi gut, alles gut. Ich gebe eine glatte 2.


2 Kommentare
ri says:
Mrz 3, 2014
Fehler: Nach Moritz gibt auch Bibi ihren Ausweis (und Dienstwaffe) ab und zeigt ihn kurz danach am Tor des Generalmajors vor. Oder war das etwas anderes?
Ninia Binias says:
Mrz 10, 2014
Sie hat dann auf Nachfrage von Moritz erklärt, dass sie immer einen zweiten Ausweis dabei hat – für eben diese Fälle ;).