Neues vom Kriminalsofa (67)

Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Hundstage

Stadt: Dortmund

ErmittlerInnen: Faber, Bönisch, Dalay, Kossik

Austrahlungsdatum: 31. Januar 2016

tl;dr

Ninia: Ein alter Fall, verwoben mit einem neuen, ein entführtes Kind und zwei zerstörte Familien.

Lisa: Hochsommer. Mann erschossen. Alter Fall von Kindesentführung. Liebestolle Kommissare.

Überraschungsmoment

Ninia: Das Ende. Ich warte immer noch drauf, dass aufgeklärt wird, dass es doch die Tochter war.

Lisa: Das Ende schon, aber die Tochter? Ich frage mich gerade, ob ich es überraschend fand, dass Tommi doch der verlorene Sohn war. Ich hatte wahrscheinlich mit einem weniger vorausschauendem Ergebnis gerechnet.

Das hat gefehlt

Ninia: Ein roter Faden. Das waren sehr viele Nebenschauplätze. Und Dortmund, manchmal. Einige Häuser standen dann doch in Köln.

Lisa: Winter. Warum soll ich mir im Januar einen Tatort angucken, bei dem die Leute nur am Schwitzen sind? Und warum ist überhaupt der richtige Jonas gestorben?

Das war zu viel

Ninia: Das kathartisch Gewitter am Ende, die intensiven Farben immer.

Lisa: Ohja! Kossiks ewiges Gejammere finde ich auch langsam zu anstrengend. Mir haben die beiden noch besser gefallen, als sie ein Paar waren. Seine neongelbe Sonnenbrille war auch zu viel des Guten. Hat mich kurz an MC Fitti erinnert. Den Bart hat er ja fast.

Ninia: Diese Brille, ja.

Lieblingsdialog

Ninia: Heute eher Einzelsätze. Faber: “Mitleid ist die Vorstufe zum Gnadenschuss.” Und nochmal Faber: “Ich bin und bleibe eingebildet, Bönisch, das lasse ich mir nicht nehmen.”

Lisa: Das mit der Hundescheiße-Polizei am Anfang war leicht witzig. Und ansonsten als Maren Eggert sich über den Namen Jonas lustig macht: “Jonas, als hätte ihn ein Walfisch verschluckt.”

Lieblingsszene

Ninia: Bönisch und Faber Dosenbier-trinkend im Auto. Der Fast-Kuss war schon fast zu viel. Aber vorher war’s gut.

Lisa: Das Beste daran war vielmehr, als Bönisch in dieser halb-romantischen Szene laut rülpst.

Fehler

Ninia: Selbstverständlich müssten eigentlich alle ständig vom Dienst suspendiert sein oder vom Fall abgezogen werden. Passiert aber nie. Weil es nur vier Kommissar_innen in Dortmund gibt.

Lisa: Wie kann ein angebranntes Foto innerhalb von einer Minute ein ganzes Zimmer in Flammen setzen?

Top-Tweet

Ninia:

Lisa:

Bechdel-Test

Ninia: Nope.

Lisa: Same.

Das habe ich gelernt

Ninia: In Deutschland gibt es immer noch nicht genügend Schauspieler_innen. So dass Maren Eggert sowohl Psychologin in Kiel als auch Mutter in Dortmund sein muss. Ach, ach, ach.

Lisa: Betrunkene Single-Mütter texten nicht ihren Verflossenen, sondern rufen nachts ihr Kind an – um dann mit dem Ex zu sprechen. Generationenübergreifendes Phänomen.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Kann so weiter gehen. Nur die Klischeeausländer-Vorstellung des Drehbuchautoren können wir uns beim nächsten Mal sparen.

Lisa: Weniger intra-kollegiale Liebesdramen.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Wickelkleider sind schön.

Lisa: Dem ist alles entgegenzusetzen! Haben die nach ihren Alkoholexzessen eigentlich nie einen Kater?

Gesamtnote

Ninia: Ich bin voreingenommen, ich liebe das Dortmunder Team. Dieses Mal war’s wieder sehr gut. Einige Abzüge in der B-Note für Klischee-Mist, kuriose Schnitte zeitweise und Verwirrung zwischendurch. Ich gebe eine 2.

Lisa: Der Dortmunder Tatort gehört eigentlich auch zu meinen Lieblingen, allerdings finde ich diese ganzen privaten Dramen langsam zu viel. Zwischendurch wurde es dann doch etwas langatmig. Das Ende kam allerdings überraschend. Von mir gibt’s eine 2-.

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