Irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt. Jetzt, wo die ersten gelbverfärbten Blätter im Wind wehen, die kühle Morgenluft uns Wollpullover aus dem Schrank ziehen lässt und Heißgetränke sich wieder richtig anfühlen, wollten wir auf unsere sonnenverwöhnten Bilder zurückblicken und den #flaneursommer Revue passieren lassen. Wir wollten prahlen und euch neidisch machen. Doch jetzt die Ernüchterung: Der Sommer war ganz furchtbar. Einige Flaneure sagen sogar, es sei der schlimmste Sommer ihres Lebens gewesen. Was ist schief gelaufen? Eine Dokumentation der Enttäuschung.
Der erste Reinfall an der Côte d’Azur: Die einsamen Buchten, die uns versprochen wurden, sind gar nicht einsam. (Foto: Katharina Röben)
Auch der Strand von Nizza war sehr enttäuschend: steinig und einer Fleischwurstausstellung gleich. Immerhin ließen sich hier ausgezeichnet die Kunstwerke der plastischen Chirurgie bewundern. Immerhin. (Foto: Katharina Röben)
Überall diese Yachten, die jedes Fotomotiv sprengen. Überall Prahlerei und Großkotzigkeit. Ganz furchtbar. Das verdirbt doch jeglichen Appetit auf das leckere französische Essen. (Foto: Katharina Röben)
In Cannes haben wir uns dann dem Selbstversuch unterzogen: Ist überhaupt etwas dran, an dieser Bootsgeschichte? Wir können sagen: ein ganz klares „Nein“! Wahnsinnig langweilig und eintönig. Im besten Fall wird man seekrank oder bekommt einen Sonnenstich, mehr nicht. (Foto: Katharina Röben)
Ganz schlimm: lange auf den verspäteten Flug zu warten, der einen vom sommerlichen Menorca ins verregnete Hamburg zurück bringt. (Foto: Falk Schreiber)
Ebenfalls schlimm: In Manchester hält das Wetter nicht, was man sich von Nordengland verspricht. (Foto: Falk Schreiber)
Whitby, Nordseeküste. Bei Bram Stoker ging hier Dracula an Land. In etwa so hatten wir uns das mit dem Wetter vorgstellt. (Foto: Falk Schreiber)
Wer sich von ein bisschen Regen vom Wassersport abhalten lässt, der räubert sich auch kein Kolonialreich zuammen. (Foto: Falk Schreiber)
York ist das Rothenburg ob der Tauber Englands. Mittelalterlich. Total überlaufen. Verregnet. (Foto: Falk Schreiber)
Und dann ist Ljubljana viel schöner als man dachte und man muss wieder viel zu früh gehen. Toll. (Foto: Ninia Binias)
Jaja, die Wasserfälle in Krka sind schön. Was man nicht sieht: Die Touristenmassen drumherum. Die Hölle. Niemals hinfahren! (Foto: Ninia Binias)
Es regnet in Dubrovnik. Dies vermittelt mir ein falsches Bild der Stadt, weil viel zu wenig Leute unterwegs sind. Von Kroatien habe ich anderes erwartet. (Foto: Ninia Binias)
Und dann wirft irgendeine Person ihr Baby genau in meinen Sonnenuntergang! (Foto: Ninia Binias)
Der Hamburger Stadtpark wird ja auch grenzenlos überschätzt. Planierraupen welcome! (Foto: Michael Schock)
„Uuuuh, hi Leute, hi auf’m MS Dockville, voll malerisch jo!“ SHUT UP! (Foto: Michael Schock)
„Sommer“ in Hamburg. „““““Sommer“““““. (Foto: Michael Schock)
Warum so viele Paare im Rosengarten des Planten un Blomen Hochzeitsfotos machen? Bilder mit Blumen drauf brennen nach der Scheidung besser! (Foto: Michael Schock)
Haha, Berlin ist so niedlich, wenn es versucht, malerisch zu sein – dabei trotzdem Donkeyballs suckt. (Foto: Michael Schock)
Alte Menschen versuchen krampfhaft, trotz ihrer Blachen hip zu bleiben. A Summ’s what? My Summer’s Ass! (Foto: Michael Schock)
Endlich wird es Nacht … im Dunkeln muss man das Moin-Moin-Elend wenigstens nicht sehen. (Foto: Michael Schock)
Eine halbe Stunde musste ich auf den Perhentians in FlipFlops schwitzend durch den Dschungel laufen und bin knapp der Attacke einer gigantomanischen Ameise entgangen, um ein bisschen klares Wasser zu sehen. (Foto: Kathrin Kaufmann)
Da war der Blick direkt vom Hüttenbalkon auf der kleinen Fischerinsel auf jeden Fall bequemer zu haben. Aber der Monsun verwandelte alles in eine einzige graublaue Brühe. So ruhig war es da, dass man Angst hatte, man wäre der letzte verbliebene Mensch auf Erden. (Foto: Kathrin Kaufmann)
Beim Aufstieg zum größten buddhistischen Tempel Malaysias hat man den Tränen in den Augen – ob aus Andacht, vom strömenden Schweiß oder dem Smog, in dem das Ding versinkt, man weiß es nicht. (Foto: Kathrin Kaufmann)
Und überall Social-Media-Süchtige! Nicht ein Sonnenuntergangsbild kann man machen, ohne dass jemand seinen Selfie-Stick ins Bild hält. (Foto: Kathrin Kaufmann)
In Chinatown in Singapur dreht sich alles nur um Geld und Profit. Winkewinke … (Foto: Kathrin Kaufmann)
Da gönnen wir uns einmal ein schöneres Hotel, und dann ist es ein Betonklotz. (Foto: Kathrin Kaufmann)
Na SUPER! Ein Loch mitten in den Bäumen! Das macht das Foto total beliebig. (Foto: Enrico Seligmann)
Tja, in irgendeiner versmogten Megametropole wären solche Tiere schon ausgerottet. In Hamburg photobomben sie sich die ganze Zeit ins Bild. Fühlt sich wie vierte Welt an. (Foto: Enrico Seligmann)






























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