Neues vom Kriminalsofa (32)

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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Paradies

Stadt: Wien (beziehungsweise, nein, eigentlich die trostlos ländliche Umgebung von Graz)

ErmittlerInnen: Fellner & Eisner

Austrahlungsdatum: 31. August 2014

tl;dr

Ninia: Eine Rentner-Gangster-Gang, eine Menge Crystal und zu viel Schmarrn.

Falk: Alte Leute sind gefährlich, die haben nichts zu verlieren.

Überraschungsmoment

Ninia: Das Schauspieltalent der Frau Ransmayr. Eieiei.

Falk: Willkommen zurück übrigens, Ninia. Ja, nun. Ich war ein wenig überrascht, dass es überhaupt keinen echten Ärger gab, als sich unsere Wiener Superbullen den Grazer Kollegen offenbart haben.

Ninia: Danke! Ich hab im Urlaub übrigens einen der besten Tatorte ever gesehen, in der Mediathek: “Borowski und der stille Gast”, aus Kiel mit einem wahnsinnig guten Lars Eidinger.

Falk: Du schaust in Kanada Kieler Tatorte? Respekt. (“Der stille Gast” ist aber wirklich toll.)

Ninia: Nach den ganzen Eindrücken musste abends mal was Ruhiges sein. Außerdem: Du kriegst den Tatort nie ganz aus der Ninia.

Das hat gefehlt

Ninia: Pepp.

Falk: Bösartigkeit, Härte, Originalität. Überhaupt alles, was die österreichischen Tatorte immer ausmachte.

Das war zu viel

Ninia: Das mit dem Crystal.

Falk: Die ständigen “Breaking Bad”-Bezüge, das kam so rüber wie: “Wir sind zwar nur der ORF, aber wir wissen auch, was gerade voll cooles, relevantes Fernsehen ist.”

Ninia: Und selbst damit sind sie jetzt auch ein Jahr zu spät…

Lieblingsdialog

Ninia: Lieblingssatz: “Manchmal weiß ich nicht, ob das Leben nüchtern wirklich einfacher zu ertragen ist als besoffen.” Lieblingsdialog:

Falk: “Wir haben das alles nicht gewusst!” – “Tja. Niemand hat irgendwas gewusst, aber jetzt sind drei Menschen tot. Schon eigenartig: Es gibt immer wieder Zeiten, in denen überhaupt niemand was gewusst hat.”

Lieblingsszene

Ninia: Die Szene im Hotel an der Rezeption – herrlich dusselig mit dem Mädchen mit Zahnspange.

Falk: Ja, stimmt, die war wirklich gut. Mir gefällt außerdem immer der Umgang zwischen Fellner und Eisner, das hat so eine Grundcoolness, wie man sie im TV-formatierten Männer-Frauen-Verhältnis nur selten findet.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Ninia: Natürlich als der Alte gesprungen ist. Das musste irgendwie nicht sein.

Falk: Naja, aber für Gänsehaut brauchts schon noch ein bisschen mehr.

Fehler

Falk: Wie weit liegen eigentlich Altersheim, Flughafen und Ransmayr-Fabrik voneinander entfernt? Beziehungsweise: Wie schaffte es der alter Ransmayr in den letzten zehn Minuten, diese Strecken zurückzulegen?

Ninia: Ach, immer diese Ermittlungen auf eigene, geheime Faust.

Top-Tweet

Falk:

Ninia:

Bechdel-Test

Ninia: Bestanden.

Falk: Hab’ ich nicht drauf geachtet. Doch, natürlich: Fellner – Heimleiterin, Fellner – Ransmeiertochter. Glückwunsch.

Ninia: Die Seniorin im Heim und die Heimleiterin waren auch noch am Start.

Falk: Die Funktion der Seniorin im Heim habe ich überhaupt nicht verstanden.

Das habe ich gelernt

Ninia:

Falk: Wollen wir diese “Das habe ich gelernt”-Rubrik nicht langsam weglassen? Ich lerne eigentlich nie was beim Tatort, und dann fühle ich mich immer so ignorant.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Wieder was Spannendes. Und wieder Wien. Danke.

Falk: Nacktszenen! (Entschuldigung. Hust.)

Ninia: Das ist ok, Falk, jede_r braucht mal Nacktszenen.

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Bibi kann kaum was falsch machen, aber das war heute leider ein eher lauer Einstieg in die neue Saison.

Falk: Ich möchte noch anmerken, dass die Inszenierung hübsch theaterartig war. Aber, ach, weswegen denn nur? Zu welchem Ziel? Function follows form oder so.

Gesamtnote

Ninia: Ich brauche noch Platz nach oben für die kommenden Wochen: 3-. Mit Liebeserklärung an Bibi.

Falk: Da gehe ich eigentlich mit, und dass ich was anderes sage, liegt nur daran, weil ich mich abheben möchte. Also: 3.

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Les Flaneurs Verfasst von:

3 Kommentare

  1. 1. September 2014
    Antworten

    Eine schöne Zusammenfassung, in der ich jetzt auch noch lesen kann, dass es drei Tote gab – ich bin leider um ca. 21.17h (kurz nach dem ersten spannenden Moment) eingeschlafen…

    • 1. September 2014
      Antworten

      Tatsächlich gab es sogar vier Tote: den ersten Rentner-Drogenkurier (starb zwei Wochen vor Filmbeginn), dann den alten Fellner, den fiesen Ransmayr-Enkel und schließlich den alten Ransmayr selbst. Bibis Vater starb aber eines natürlichen Todes, der zählt also wahrscheinlich nicht zum Bodycount. Bleiben drei.

  2. Die Britta isses
    4. September 2014
    Antworten

    Was hab ich “mein“ Krimi-Sofa vrmisst! Schön, dass Ihr wieder da seid! <3

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