Möglichkeiten – Les Flâneurs http://lesflaneurs.de Stadtschwärmerei - staunen, spazieren, erkunden. Fri, 08 Apr 2016 09:59:12 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.4.2 Analoge Aussichten: Ein fotografischer Spaziergang durch Toulouse http://lesflaneurs.de/2016/03/01/analoge-aussichten-ein-fotografischer-spaziergang-durch-toulouse/ http://lesflaneurs.de/2016/03/01/analoge-aussichten-ein-fotografischer-spaziergang-durch-toulouse/#respond Tue, 01 Mar 2016 11:49:42 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=7174 2011 verschlug es mich nach Toulouse. Was zeitlich fern wirkt, wurde beim Durchwühlen meiner Fotoschatzkammer wieder in zeitlose Nähe gerückt. Und ließ mich gedanklich erneut durch diese Stadt flânieren.

Doppelrad, Pia Gralki, 2011

 

Eigentlich passt eine Stadt wie Toulouse gar nicht in das Schwarz-Weiß-Format. Ihr Ruf als „la ville rose“ – die rosane Stadt – eilt zu einer bestimmten Uhrzeit durch alle Gassen und legt sich wie ein Farbfilter auf die öffentlichen Plätze und Backsteinfassaden. Betörend, und zu keiner Zeit alltäglich, wirkt diese Lichtatmosphäre, die ihren Betrachter ebenfalls wie eine Leinwand einfärbt und ihn in diese gewisse mediterrane Stimmung versetzt.

 

Lichtermeer, Pia Gralki, 2011
Lichtermeer, Pia Gralki, 2011

 

Dennoch, als ich dem Charme dieser Stadt verfiel, musste das satte, tiefdunkle Schwarz her. Die geometrischen Formen der Architektur, die Spiegelungen der Lichter am Flussufer der Garonne verlocken ihren Beobachter zur Abstraktion. Und ich hatte die Möglichkeit, meine analogen Aufnahmen am Ort ihres Entstehens zur entwickeln. Also wurde die Kameralinse zu meinem geheimen urbanen Tagebuch, das ich ständig mit mir herumtrug, vor allem weil Henri Cartier-Bresson einmal gesagt hat, dass man sich nur als Fotograf verstehen dürfe, wenn man sozusagen noch im Schlaf den Finger am Auslöser hätte. Gut, Fotografin wollte ich nun nicht gleich werden, aber ich wollte die Fotografie ernst nehmen. Und wenn schon, dann doch immerhin auf französische Art und Weise.

 

Pont Neuf, Pia Gralki, 2011
Pont Neuf, Pia Gralki, 2011

 

Die älteste noch erhaltene und imposanteste Brücke ist wie so oft in französischen Städten auch hier die Pont Neuf, die Neue Brücke also, und nicht die Neunte, wie ich noch lange sprachverwirrt zählend vermutete. Ihre großzügige und robuste Bauweise läd zum Verweilen ein und dient als klassischer Treffpunkt zwischen den beiden Stadtteilen, die sie miteinander verbindet.

 

Le Pont neuf/Detail, Pia Gralki, 2011
Le Pont neuf/Detail, Pia Gralki, 2011

 

Die Garonne, die unter den Brückenbullaugen gemächlich dahinfließt, war gerade zu sommerlich heißen Temperaturen eine Abkühlung für das Auge und zu jeder Zeit belebt. Tagsüber diente sie als Picknickplatz, der pünktlich um 12 Uhr mittags zu belegen war, und wurde im Laufe des Abends immer mehr zum Ort der ansteigenden Feierabendslaune, die sich mit dem ersten Korkenzieherknallen über das Flussufer hinweg verbreitete.

 

La Garonne, Pia Gralki, 2011
La Garonne, Pia Gralki, 2011

 

Und es war dort so ziemlich immer heiß. Was die Vegetation teilweise sehr exotisch werden lässt, und sogar ein paar Palmen hervorbringt. Typisch für dieses Klima sind zudem die alten, hochgewachsenen Platanen, die ganze Alleenzüge umsäumen. Ihr Muster hat mich fasziniert. Unter dem Vergrößerer könnte man ihre Struktur fast als kleine Inselfamilien lesen.

 

Palmensehnsucht, Pia Gralki, 2011

 

Platanen, Pia Gralki, 2011
Platanen, Pia Gralki, 2011

 

Inseln, Pia Gralki, 2011

 

Um nicht komplett dem französischen Kitsch zu verfallen und nur noch Gestreiftes anzuziehen, zog es mich immer wieder zu den Ecken hin, die mich irgendwie an meine Heimatstadt Berlin erinnerten. Diese Orte konnten sowohl in der Innenstadt als auch in den Randgebieten auftauchen und mich intuitiv für sich gewinnen. Denn zu Beginn meines Toulouser Aufenhalts bin ich im etwas ghettohaften Empalot gelandet, wo nachts Autorennen auf verlassenen Parkplätzen stattfanden. Sie liefen immer nach dem gleichen Ritual ab: Der Mutigste aus der Gruppe der chronisch gelangweilten Jugendlichen heftete sich außen an das Beifahrerfenster des jeweiligen Autos, zog die Knie an und musste versuchen den Rekord im Widerstehen der Geschwindigkeit und der Schwerkraft zu erweitern. Das Quietschen der Reifen klang mindestens genauso gefährlich wie die ganze Szenerie insgesamt anmutete. Die Architektur in diesem Viertel spiegelt diese Stimmung wider.

 

Empalot I, Pia Gralki, 2011
Empalot I, Pia Gralki, 2011

 

 

Empalot II, Pia Gralki, 2011
Empalot II, Pia Gralki, 2011

 

Als ich dann die ersten Fassaden mit Graffiti entdeckte, war für mich die Berliner Spur endgültig hergestellt. Es ist ambivalent: Die Dinge, die einen in der Heimat an der eigenen Haustürschwelle die Faust gen Himmel recken lassen und eher missmutig beäugt werden, versetzen einen dann eiskalt und ohne Vorwarnung in das, was man Heimatgefühl nennen könnte.

 

Spurensuche I, Pia Gralki, 2011
Spurensuche I, Pia Gralki, 2011

 

 

Spurensuche II, Pia Gralki, 2011
Spurensuche II, Pia Gralki, 2011

 

Eine Tradition, die süchtig machen kann, neben den ganzen kulinarischen versteht sich, sind Tagesausflüge mit Fahrrad entlang des Canal du Midi. Wenn man die Ausdauer und den Ehrgeiz hat, könnte man von Toulouse aus sowohl an den Atlantik als auch ans Mittelmeer gelangen. Dabei begegnen einem außer den sportlich einschüchternden Rennfahrern endlose Sonnenblumenfelder und Hausboote, auf denen wahrscheinlich jemand genau jetzt seinen Frühstückskaffee einnimmt.

 

Canal du Midi, Pia Gralki, 2011
Canal du Midi, Pia Gralki, 2011

 

Ausflug, Pia Gralki, 2011
Ausflug, Pia Gralki, 2011

 

Es gibt Vieles was sich eher missverständlich mit Worten vermitteln lässt. Das Lebensgefühl, welches einem eine Stadt zuführt ist zum Beispiel so eine Sache, die eher in einem Bild erfahrbar wird. Und wenn es auch nur den Blick auf eine Tür freigibt, neben der eine Kiste mit Champagnerflaschen steht, die sich langsam von der Sonne erhitzen lassen und im nächsten Moment wahrscheinlich in den kühlenden Innenraum gebracht werden. Und zwar nicht unbedingt, weil eine Festivität ansteht. Sondern einfach nur so.

 

Savoir Vivre, Pia Gralki, 2011
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„Jeder ist gleich schmutzig“ http://lesflaneurs.de/2016/02/18/jeder-ist-gleich-schmutzig/ http://lesflaneurs.de/2016/02/18/jeder-ist-gleich-schmutzig/#respond Thu, 18 Feb 2016 19:14:35 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=7150 Spiegel statt Selfiestick: Ein Selbstportät mit der Datenbrille. (Foto: ZDF)
Spiegel statt Selfiestick: Ein Selbstportät mit der Datenbrille. (Foto: ZDF)

Michelle Spark leidet unter Prosopagnosie. Das heißt, sie kann sich keine Gesichter merken. Um dieses Handicap auszugleichen, entwickelt die junge Frau eine Datenbrille mit Gesichtserkennung. Und löst damit eine heftige Debatte über Datenschutz und Persönlichkeitsrechte aus. Michelle Spark ist nicht real, sondern eine Protagonistin im kleinen Fernsehspiel „Operation Naked“. Das 50-minütige Filmdebüt von Journalist Mario Sixtus („Elektrischer Reporter“) läuft am 22. Februar im ZDF, aktuell ist es bereits in der Mediathek zu sehen. Neben Schauspielern wie Sarah Rebecca Gerstner, Gábor Biedermann und Sinan Al Kuri sind zahlreiche Fernsehgesichter wie Dunja Hayali, Jan Böhmermann und Gert Scobel dabei. Sven hat sich für LesFlâneurs mit dem Regisseur über das kritische Gedankenexperiment unterhalten. Abwegig ist Sixtus’ Vision nicht, denn Google, Facebook, Apple – sie alle experimentieren seit geraumer Zeit mit Softwareprogrammen, die die Physiognomie menschlicher Gesichter erfassen und mit Daten aus dem Internet verbinden sollen. Jede Menge Material, das auf Vorrat gespeichert werden könnte.

Cameoauftritt: Autor und Regisseur Mario Sixtus moderiert den „Elektrischen Reporter“. (Foto: ZDF)
Cameoauftritt: Autor und Regisseur Mario Sixtus moderiert den „Elektrischen Reporter“. (Foto: ZDF)

Herr Sixtus, wir haben noch nie miteinander gesprochen. Trotzdem meine ich zu wissen, dass Sie gerne österreichische Elektropopmusik hören, die TV-Serie „Doctor Who“ mögen, rauchen, mit Vorliebe Bier und Kaffee trinken. Ist das richtig?

Nee, das ist teilweise veraltet. Also Gustav finde ich nach wie vor toll, aber „Doctor Who“ eigentlich nicht mehr. Ich kann mit dem neuen Darsteller, Peter Capaldi, irgendwie nichts anfangen. Ich rauche nicht mehr, ich trinke keinen Alkohol mehr. Da können Sie mal sehen, wie das Internet lügt. Ich muss dazu sagen, Sie haben aber auch wirklich mies recherchiert.

Die Dinge hat mir Facebook heute über sie verraten.

Also, dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe, ist kein Geheimnis. Dass ich zeitgleich mit dem Laufen angefangen habe und mittlerweile Marathon laufe auch nicht.

Dass Sie Marathon laufen weiß ich von Twitter, wo ich Ihnen schon lange folge. Zugegeben, ich habe nur einen kurzen Blick ins Internet geworfen. Aber in Ihrem Film ist es ja auch so, dass die Menschen in wenigen Sekunden gescannt und verfügbare Informationen über sie abgerufen werden. Das birgt doch die Gefahr einer gewissen Vorverurteilung, oder?

Aber so sind Menschen. Man klaubt sich ein paar Informationen zusammen und zimmert sich dann ein schnelles erstes Urteil zurecht. Das muss auch so sein, wir können nicht für jede spontane Begegnung erst einmal Lebensgeschichten studieren. Das geht wahrscheinlich zurück auf die Zeit, als wir noch in der Steppe wohnten und auf der Jagd waren. Da musste man eben auch schnell entscheiden: Wer ist Freund, wer ist Feind, flüchten oder kämpfen. Ich glaube, da hat sich nicht so viel getan, auch nicht durch das Netz. Wenn ich durch die Facebook-Profile von wildfremden Leuten scrolle, beurteile ich die ebenfalls nach den ersten fünf Postings. Und wenn jemand irgendetwas Freundliches über die AfD postet, dann ist der für mich ein rechtsradikales Arschloch.

Im Film können die Protagonisten mit Hilfe der Brille in kürzester Zeit aus unterschiedlichen Quellen mehr über ihr Gegenüber erfahren. Um ihren ersten Eindruck zu untermauern – oder zu hinterfragen.

Die Überlegung dahinter ist tatsächlich: Wie würde ich auf Menschen reagieren, wenn ich mehr über sie weiß als das, was ich gerade sehe? Ich sehe jemanden in der U-Bahn und zeitgleich, welche Musik er hört, welche Filme er mag, ob er schwul ist, ob er Kinder hat. Diese ganzen Zusatzinformationen machen ja auch viel vom ersten Bild aus. Das ist gerade das, was wir nicht haben. Das heißt, wir erstellen das Bild aufgrund von sehr sparsamen Informationen wie Kleidung oder vielleicht noch dem Alter. So sehr die Story auch nach links und rechts schlackert, habe ich doch versucht, diese Grundüberlegung als eine sehr neutrale darzustellen. Der Film ist für mich kein dystopischer kulturpessimistischer Film, der sagt: Am Ende sind wir alle gläserne Menschen und leben in einer großen Überwachungsgesellschaft.

Nimmt das Verfügen über all diese Informationen nicht den Reiz des Geheimnisses?

Das ist ein Einwand der sehr schnell und von sehr vielen kommt. Ich glaube das nicht. Denn die Informationen, die über uns selbst als aktive Netzbewohner im Internet kursieren, sind doch verhältnismäßig oberflächlich. Was mir immer wieder passiert: Wenn ich zum Beispiel Menschen persönlich treffe, die ich zuvor nur mehr oder weniger aus dem Netz kannte, über Twitter oder ich habe deren Blog gelesen, ich weiß, was sie so machen, was sie toll und was sie doof finden, dann ist das ein ganz anderes Kennenlernen. Man ist sehr viel schneller an einem interessanten Punkt, weil man diese ganzen banalen Oberflächlichkeiten schon abgehandelt hat. Ich brauche nicht mehr zu fragen „Bist du Vegetarier?“, weil ich es weiß. Das würde man sich mit so einer Brille einfach sparen, was doch sehr praktisch wäre.

Weniger praktisch ist es, wenn Dinge, die nicht jeder wissen soll, durch Zufall an die Öffentlichkeit geraten. Wie die Homosexualität des Lehrers in „Operation Naked“.

Das ist dann halt das Fass, das ich aufmachen möchte: Wo landen wir, wenn Offenheit von außen vorgegeben wird. Das Interessante an der Diskussion ist, was ich Michelle Spark in den Mund lege: Wer ist denn eigentlich gefährlich? Die Technologie? Oder die Gesellschaft, die erwartet, dass man sie belügt? Die den Lehrer dazu verdammt, geheim zu halten, dass er schwul ist, weil er sonst gefeuert wird. Und der letztlich durch die Technologie geoutet wird. Das sehe ich als eine offene Debatte. Also ich könnte diese Frage nicht beantworten.

Ein vermeintlicher Makel ist keiner mehr, weil jeder von ihm weiß. Eine interessante idealtypische Idee. Nur würden sich da bestimmt auch wieder Menschen oder Institutionen finden, die das Wissen über andere zu deren Nachteil nutzen.

Genau das ist ja das Gedankenexperiment: Wenn jeder Dreck am Stecken hat, kannst du nicht mehr auf andere zeigen, jeder ist irgendwie gleich schmutzig. Es würde schwer fallen, Leuten vorzuwerfen, dass sie schmutzige Dinge tun oder schmutzige Gedanken haben.

Die haben wir ja alle.

Genau. Oder zumindest haben wir sie alle irgendwann mal gehabt. Das Recht auf Vergessen fällt für mich auch unter diese ganze Thematik. Was ist, wenn ich von jemandem sehe, was er als Student gemacht hat? Vielleicht war er bei den Maoisten, obwohl er jetzt bei der CSU ist. Das zeigt, wie vielfältig Persönlichkeiten sein können. Und wie ihre Entwicklung aussieht. Aber es gibt natürlich Menschen, die das nicht so gerne mögen. CSU-ler zum Beispiel, die früher bei den Maoisten waren. So es sie denn gibt. Und wie gesagt, das Erpressungspotential lässt nach. Wenn jeder jede Kleinigkeit weiß, dann muss ich mir auch keine Sorgen machen, dass es jemand herausfinden könnte. Aber ich proklamiere das nicht. Ich überlege mir, wo das enden könnte.

Grundsätzlich würden Sie aber schon die Vorteile der Technologie sehen?

Ich glaube, dass es keine Technologie gibt, die nur gut oder nur böse ist, und die nur gute oder schlechte gesellschaftliche Auswirkungen hat. Ich denke, das ist eine Debatte, die wir führen sollten, aber eben jenseits von Technologieskepsis und hyperventilierten Panikattacken, die gern durch deutsche Feuilletons getragen werden. Privatsphäre ist ja nicht in Stein gemeißelt, sondern ein Konzept, das ständig in Bewegung ist. Was wir heute Privatsphäre nennen hat nicht mehr so viel damit zu tun, was man in den 50er-Jahren darunter verstanden hat. Geräte wie eine Datenbrille würden daran noch mal massiv etwas ändern. Ob davon allerdings die Gesellschaft untergeht, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube eher, dass wir uns erstaunlich schnell daran gewöhnen würden. Die Digitalisierung lässt sich wohl nicht mehr bremsen. Aber auf meinen Rechner kann ich machen, was ich will. Und auf meinem Handy. Das ist letztlich ein großer Kontrollverlust für die Politik, Datenschützer et cetera. Deswegen sollten wir uns mit diesen Technologien pragmatisch beschäftigen. Na klar könnte man sofort eine Dystopie daraus entwickeln: Man könnte sämtliche Überwachungskameras im öffentlichen Raum vernetzen und mit der Gesichtserkennung über jeden einzelnen Menschen, der in der Stadt unterwegs ist, ein Bewegungsprofil erstellen.

Ich würde es nicht wollen.

Ich auch nicht, keine Frage. Man könnte dann natürlich die Befugnisse der Sicherheitskräfte einschränken. Zum Beispiel der Polizei verbieten, diese Technologie zu nutzen. Was in der Praxis aber wohl eher schwierig wäre.

Gerade die würde sie wahrscheinlich am meisten einsetzen. Auch wenn sie es nicht sollte.

Eine Idee im Film ist ja aber, dass die Technologie nicht nur der Obrigkeit und den Geheimdiensten zur Verfügung steht, sondern jedem. Und das finde ich den interessanten Gedanken. Eine Geschichte, in der wir alle überwacht werden und die Geheimdienste ein Herrschaftswissen über uns haben, wurde schon oft erzählt. Die fand ich jetzt nicht allzu aufregend.

In „Operation Naked“ überwacht theoretisch jeder jeden.

Genau, jeder hat die Möglichkeiten, jeder hat die Technologien. Und wie sähe das eigentlich aus? Das fand ich als Experiment sehr viel interessanter. Wobei ich es ja gar nicht bis zum Ende durchgespielt habe.

Sie wollen zeigen: Das ist möglich, denkt mal bitte alle darüber nach. Sie wollen keine Lösung vorgeben.

Nein, kein Stück. Die habe ich ja auch gar nicht. Mich würde halt freuen, wenn die Diskussion ein Level über „finde ich gut“ und „finde ich doof“ stattfinden würde. Denn das ist der Klassiker: Wenn ein Digital-Dooffinder im Feuilleton mal wieder drei Seiten schreiben darf, wie gefährlich das alles ist. Und das ist dann schon die Debatte, wie sie in Deutschland stattfindet. Eigentlich findet die nämlich gar nicht statt, es ist einfach nur ein Wettbewerb im Dooffinden oder Angsthaben.

Makellose Umwelt: Der Himmel über Berlin ist zu grau? Kein Problem. (Foto: ZDF)
Makellose Umwelt: Der Himmel über Berlin ist zu grau? Kein Problem. (Foto: ZDF)

Wie weit sind wir denn von einer solchen Brille noch entfernt? Oder wie nah sind wir schon dran?

Wir haben auch für einen Dokumentarfilm zum Fernsehspiel recherchiert: „Ich weiß, wer du bist“. Er ist so eine Art Realitycheck. Wir sind durch die Weltgeschichte gegeistert und haben mal geguckt, wie weit es mit Datenbrillen ist, wie es mit Gesichtserkennung aussieht und mit der ganzen Personal-Big-Data-Auswertung. Also, das ist alles schon sehr weit. Wir müssen uns keine Hoffnung machen, dass es uns erspart bleibt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass solche oder ähnliche Technologien sogar in absehbarer Zeit in unseren Händen landen werden, ob es eine Brille ist oder eine Smartphone-App. Ansonsten denke ich, was die ganze digitale Revolution angeht, sind wir wirklich noch sehr am Anfang. Wenn Leute von der Digitalisierung reden, klingt es immer ein bisschen so, als wäre das etwas, was irgendwann mal vorbei ist. Digitaler Wandel in Form von: Alles wird irgendwann digitalisiert – und dann ist es eben digital. Und wir können weitermachen wie bisher. Dabei übersehen sie das disruptive Potenzial vieler Innovationen. Dass wir alle ein Navi in der Hand halten, wäre vor zehn Jahren auch noch Science Fiction gewesen.

Der Google Glass standen die Menschen sehr skeptisch gegenüber.

Die Masse hat sie ja gar nicht in der Hand gehabt. Trotzdem gab es große gesellschaftliche Widerstände, stimmt. Ich glaube, nur durch die Kamera. Dabei war die ein Witz. Aus Akku-Spargründen konnte die maximal 20 Sekunden am Stück aufzeichnen. Wenn du ein Foto geschossen hast, musstest du das durch Sprachsteuerung aktivieren und dann hat es Klick gemacht. Das Ding war das Gegenteil eines Gerätes, mit dem man unbemerkt fotografieren konnte. Es war halt ein Prototyp, auch wenn es davon ein paar tausend gab. Vor zwei Jahren war ich etwas länger in San Francisco. Zu der Zeit sind die Menschen auf der Straße tatsächlich mit der Google Glass herumgelaufen und die ersten Kneipen, Bars und Fitnessstudios haben Verbotsschilder rausgehängt: No glassholes!

Haben Sie die Menschen mit den Brillen irritiert?

Mich hat das nicht gestört, weil ich eben wusste, das Gerät kann nicht mehr als ein Smartphone. Es war eher panische Angst, die die Leute hatten, keine fundierte Furcht. Für die Dokumentation waren wir jetzt zum Beispiel bei ODG, einem Unternehmen, das auch in San Francisco sitzt und unter anderem das amerikanische Militär beliefert. Was die Datenbrillenentwicklung angeht sind sie dort schon eine ganze Ecke weiter. Bei einem ihrer Geräte denkst du, das ist eine etwas klobige Sonnenbrille. Die allerdings über ein HD-Display, eine HD-Kamera und einen GPS-Empfänger verfügt. Es wird explizit in Kombination mit Gesichtserkennung eingesetzt, ob breit oder in einem Versuchsfeld weiß ich nicht. Das heißt jedoch, die Technologie ist da. Noch wird die Brille beim Militär ausprobiert, aber über kurz oder lang landet sie im Apple-Store. Da bin ich mir ziemlich sicher. Die Software dahinter funktioniert auch schon erschreckend gut. Zum Teil bereits in der Praxis, etwa an den Flughäfen in Frankfurt oder Helsinki. Sie vertut sich genauso selten oder so häufig wie ein Mensch.

Wie kamen Sie auf die Idee, die „Operation Naked“ in Ausschnitten aus unterschiedlichen ZDF-Formaten zu erzählen?

Die Überlegung war, etwas einmal wirklich aus der Zuschauersicht zu erzählen: Wie landet das Thema beim Mediennutzer? So eine News-Geschichte entwickelt sich und wandert ja tatsächlich durch die Formate. Am Anfang ist sie vielleicht eine Nachricht in der heute-Sendung, dann fragt die Wirtschaftssendung, wie es mit dem Börsengang aussieht und dann die Talkshow, wann denn geheiratet wird. Ich fand es interessant, das einmal durchzudeklinieren. Ursprünglich war das Konzept medienübergreifend angelegt, mit gefakten Meldungen und nachgebastelten Blogs im Internet, die ineinander greifen. Aber das hat nicht geklappt. Es nur im Fernsehen durchzuspielen, war einfach die purste Variante.

Etwas Medienkritik steckt aber auch in der Inszenierung. Sie beobachten die Beobachtung.

Ja, Medienkritik, okay. Aber mir war es wichtig, keine Mediensatire zu machen. Auch das ist, glaube ich, schon alles erzählt. Natürlich gibt es einen selbstironischen Aspekt. Wenn zum Beispiel der immer gleiche Gang von dem gleichen Politiker ins gleiche Büro gefilmt wird. Ich hoffe nur, das ist nicht allzu plakativ.

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CTM-Festival 2016: Aufbruch zu neuen Horizonten http://lesflaneurs.de/2016/01/27/ctm-festival-2016-aufbruch-zu-neuen-horizonten/ http://lesflaneurs.de/2016/01/27/ctm-festival-2016-aufbruch-zu-neuen-horizonten/#respond Wed, 27 Jan 2016 07:56:26 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=6892 Unter dem Motto „New Geographies“ startet am 29. Januar in Berlin die siebzehnte Ausgabe des CTM-Festivals. Die schnellen Wechsel und Konfliktverdichtungen auf der Welt erhörbar zu machen, das ist dieses Jahr Ziel der Veranstalter.

Während die einen mit Furcht auf das unbekannte Neue schauen, erhoffen sich andere einen Ruck in Richtung von mehr Offenheit, Gleichheit und vor allem der Möglichkeiten. Wer die Grenze wo zieht, wie die Grenzen in den Köpfen der Menschen verlaufen, welche Geographie sich dort entfaltet – das weiß niemand. Doch elektronische Musik kann diese Grenzen verzerren und genau darin kennt sich das CTM-Festival aus, welches nicht ohne Grund die Unterzeile „Festival for Adventurous Music and Art“ trägt. Ein Abenteuer ist somit vorprogrammiert.

Deep_Web_4_by_Christopher_Bauder

Ein persönliches Highlight, wenn auch ein eh sehr offensichtliches Highlight des diesjährigen Festivals, wird die „Deep Web“-Kinetic-Audiovisual-Installation von Christopher Bauder und Robert Henke sein. Was eigentlich für das „Festival of Lights 2015“ in Lyon angedacht war, welches nach den tragischen Terroranschlägen von Paris auf einen anderen Termin verschoben wurde, wird nun exklusiv in Berlin gezeigt, bevor in Lyon Ende des Jahres ein neuer Versuch gestartet wird. Berlin ist elektro-visuelle Spielereien schon gewohnt, doch diese Installation wird selbst für CTM-Verhältnisse besonders. Ein dunkles Kraftwerk als Kulisse, 175 Kugeln und 12 Hochleistungslaser die zu raumgreifenden Klängen auf 30 Metern durch den Raum tanzen, während der eigene Körper mittendrin steht. Wo der Geist dann sein wird? Wahrscheinlich unterwegs – Grenzen einreißen.

Um zu schauen, wofür es noch Tickets gibt, folgt ihr am besten diesem Link, denn das Ticket-Prozedere ist etwas komplizierter. Es gibt nicht alle Tickets an jeder Vorverkaufsstelle. Die CTM 2016 läuft vom 29.1.-7.2. und wird das Berghain, HAU – Hebbel am Ufer, Heimathafen Neukölln, die Werkstatt der Kulturen und das Kraftwerk Berlin bespielen. 

Fotorechte liegen alle beim CTM-Festival. Vielen Dank für die Bereitstellung!

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Hanseatic Heels: Aus Hacken werden Handschuhe http://lesflaneurs.de/2016/01/19/hanseatic-heels-aus-hacken-werden-handschuhe/ http://lesflaneurs.de/2016/01/19/hanseatic-heels-aus-hacken-werden-handschuhe/#respond Tue, 19 Jan 2016 09:58:26 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=6806 Die Initiative rund um die Kleiderkammer in Hamburg steht für mich wie kein anderes Projekt für Willkommenskultur und pragmatische Hilfestellung. In den Messehallen wurden von unzähligen Helfern gigantische, gespendete Kleiderberge vorsortiert und in Paletten gepackt, die über die Grenzen Hamburgs hinaus an Geflüchtete verteilt wurden. Leider musste das Lager im Dezember nach Bramfeld umziehen, wo aber nicht genug Platz für die Annahme von Spenden ist. Gerade wird noch nach einer neue Halle gesucht. Auch sonst zeichnet sich die deutsche Willkommenskultur gerade vor allem durch Kurzatmigkeit aus. Konflikte? Probleme? Umm, dann doch nicht.

Umso schöner, dass der Verein „Hanseatic Help“, der aus dem Kern der Freiwilligen der Kleiderkammer entstanden ist, unbeeindruckt weitermacht und mit dem „Hanseatic Heels Store“ im Hamburger Karoviertel ein neues Hilfsprojekt auf die Beine gestellt hat.

Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann

Christina Klein vom Orgateam machte mich vergangene Woche in einer E-Mail auf das Projekt aufmerksam: „Vor ein paar Wochen überkam uns die leichte Verzweiflung über die mittlerweile sieben Paletten gespendeter eingelagerter High-Heels :-) Dazu kamen Kleidungsstücke wie Miniröcke oder Spaghettiträger-Kleidchen. Es war klar, dass diese Sachen niemals an Geflüchtete ausgegeben werden können und einfach Lagerplatz in Anspruch nehmen, der nicht kleiner zu werden schien.“

Dominik ist Initiator von Hanseatic Heels und oft selbst im Laden tätig. Foto: Kathrin Kaufmann
Dominik ist Initiator von Hanseatic Heels und oft selbst im Laden tätig. Foto: Kathrin Kaufmann

Dominik Bloh hatte dann die Idee, einen Second Hand Shop zu eröffnen, in dem unbrauchbare Spenden verkauft werden und den Gewinn in warme Winterkleidung zu investieren. Ein Ladenlokal mit geringer Miete wurde gefunden und gemeinsam mit Marcel Nehrig und anderen Helfern wurde geschweißt, gehämmert und gehängt. Mitte Dezember war es soweit: Der „Hanseatic Heels Store„ wurde in der Glashüttenstraße 108 eröffnet.

Vergangenen Freitag habe ich Dominik im Shop besucht, mich ein wenig umgesehen und mit ihm über das Projekt geschnackt. Es läuft gut: Seit der Eröffnung konnten 2.600 € eingenommen werden, und mit zusätzlichen Spenden wurden bereits 1000 Paar Schuhe, 2500 Paar Handschuhe und 1500 Wintermützen angeschafft.

Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann

 

Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann

Dominik freut sich natürlich über den Erfolg, aber noch wichtiger ist ihm ein anderer Aspekt in der Freiwilligenarbeit: „Wir haben alles selbst und mit Hilfe von Flüchtlingen und Obdachlosen gemacht. Gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen ist für alle das Schönste.“

Dabei gehen ihm und seiner Crew nie die Ideen aus. Der neueste Einfall: Sie wollen gespendete Anzüge zur Ausleihe bereitstellen, einen Barbier-Stuhl in den Laden packen und Menschen die Möglichkeit geben, sich hier auf Vorstellungsgespräche vorzubereiten.

Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann

 

 

Foto: Kathrin Kaufmann
Foto: Kathrin Kaufmann

Hilfe bei all diesen Vorhaben ist gern gesehen. Aktuell teilen sich sechs Freiwillige die Schichten im Laden. „Wir freuen uns über alle, die ein paar Stunden in der Woche aushelfen können. Interessierte können sich einfach über die Facebookseite melden oder im Store selbst vorbeischauen“, sagt Dominik.

Ich kann euch nur empfehlen, dem Hanseatic Heels Store mal einen Besuch abzustatten und zu stöbern. Wenn ihr Glück habt, gibt es auch noch einen leckeren Kaffee aus der von der Kaffeerösterei Speicherstadt gespendeten Siebträgermaschine und einen netten Schnack oben drauf.

Hanseatic Heels

 

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Meine Stadt 2015 – ein Rückblick der Flâneure http://lesflaneurs.de/2015/12/30/meine-stadt-2015-ein-rueckblick-der-flaneure/ http://lesflaneurs.de/2015/12/30/meine-stadt-2015-ein-rueckblick-der-flaneure/#respond Wed, 30 Dec 2015 09:24:02 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=6658 Enrico & Berlin

Neu entdeckter Ort: Ich war zum ersten Mal in der Radarstation auf dem Teufelsberg. Schon spannend und fast schön. Leider eben mittlerweile kommerzialisiert und zugepfercht. Schade!

Lieblingsort: Ganz klar die Tischtennisplatte im Österreichpark nahe meiner WG. Dort habe ich im Sommer meine Tischtennis-Skills in zahlreichen Duellen mit meiner Mitbewohnerin geschärft. Im Hintergrund Weiden & Wasser, alles grün oder blau – schön!

Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Die Zustände vor’m LaGeso sind und waren das Jahr über ein einziges Desaster. Wie man eine Behörde totsparen und unkoordiniert den Wert von Menschenleben abwägt, all das – und leider noch viel mehr – kann am LaGeSo beobachtet werden.

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Es war dann doch ein recht schöner und harmonischer Sommer – immerhin. Ansonsten fällt mir echt nix ein, ich bin wirklich kein großer Berlin-Fan, will hier aber auch nicht weiter rummotzen. 😉

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Dass in Berlin Regierung gemacht wird, zieht die Stadt ganz schön runter. Ebenso wie unfreundliche Menschen im öffentlichen Leben – Unfreundlichkeit ist ungleich Berliner Schnauze, lernt das endlich!

Schönstes Fremdgehen 2015: Die Dänemark-Fahrradreise im Frühjahr war sehr, sehr fein. Das Meer, oh, das Meer!

Die Ostsee

Davon braucht Berlin 2016 mehr: Mehr gute Menschen, gutes(!) Craft-Bier & Gewissen.

Davon braucht Berlin 2016 weniger: Selbstzufriedene Politiker, selbstzufriedene Bäckereiangestellte (die meine Sorgen um ein gutes Stück Mohnkuchen nicht ernst nehmen) und Bürgeramtstermindealerei

Falk & Hamburg

Neu entdeckter Ort: Die Außenmühle in Harburg. Die schöne, kluge Frau arbeitet seit Jahren in der Ecke, aber dieses Jahr habe ich es zum ersten Mal geschafft, diesen total unhanseatisch daherkommenden Teil der Hansestadt zu besuchen.

And on the sevent day, God created Man(chester): Falk geht fremd. (Foto: Falk Schreiber)
And on the seventh day, God created Man(chester): Falk geht fremd. (Foto: Falk Schreiber)

Lieblingsort: Immer noch: alle Orte, an denen man was vom Hafen mitbekommt.

Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Die Selbstgewissheit und Arroganz, mit der die Olympiabefürwörter Gegenargumente niederbügelten.

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Für die ihr eigene Coolness.

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Für ihre Mischung aus Überheblichkeit und Minderwertigkeitskomplex.

Schönstes Fremdgehen 2015: Manchester. Ciutadella. Berlin. Wien. Frankfurt. Überhaupt jeder Urlaub.

Davon braucht Hamburg 2016 mehr: Sonne und gutes Benehmen.

Davon braucht Hamburg 2016 weniger: Pegida.

Michael & Hamburg

Neu entdeckter Ort: Der Ohlsdorfer Friedhof – angeblich der größte Parkfriedhof der Welt – hat mich voll in seinen Bann gezogen. An einem frühherbstlichen Sonntag spazierten wir zwischen eindrucksvollen Mausoleen und schlichten Weltkriegsgräbern umher. Was morbid klingen mag, war wirklich ein wunderbarer Moment der Einkehr.

Ein von ___M. (@waytoolate) gepostetes Foto am

Lieblingsort: Hier hat sich dieses Jahr nicht unglaublich viel getan. Wie jedes Jahr war ich am liebsten in der Sofabar, den üblichen Konzertclubs und mit dem Rad an der Alster unterwegs. Insgesamt habe ich aber 2015 viele intensive Momente in der ehemaligen Fabrik und heutigen kulturellen Schmelztiegel Kampnagel verbracht. Das Konzertangebot war hier dieses Jahr einfach superb – und die Vorschau aufs Frühjahr 2016 ist schon jetzt mehr als vielversprechend.

Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Die Debatte um Flüchtlinge und deren Unterbringung hat mir täglich neue Reaktionen abgerungen. Zwischen Gutmenschtum und Fremdenhass wurde hier aus allen Rohren gefeuert, eine produktive Auseinandersetzung: fast unmöglich. Das ist und war ein schmaler Grat, der beschritten werden musste. Besonders regte mich aber der Widerstand der Snobs in Harvestehude gegen eine Flüchtlingsunterkunft auf. Interviews mit alten Schnepfen in Pelzmänteln, die Dinge sagten wie: „Die fühlen sich doch bestimmt auch nicht wohl hier! Wo sollen sie denn einkaufen?!“ trieben mir perfide Gewaltfantasien in den Kopf.

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Für das knappe, aber dennoch deutliche Nein zu Olympia. Es wirkte besonders deshalb so gut, weil niemand nach der Dauerwerbekampagne damit gerechnet hatte. Super!

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Für die gefühlt immer größer werdende Kluft zwischen den Menschen, die soziale Verrohung, das oft nur geheuchelt friedliche Miteinander. Besonders schlimm finde ich, dass sich die Stadtviertel durch Mietpreise immer mehr für ihr jeweils avisiertes Klientel abschotten. So entsteht niemals eine gesunde Mischung.

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Schönstes Fremdgehen 2015: Ich habe so viel gearbeitet dieses Jahr, dass ich keinen Städtetrip oder gar anderen Urlaub außer dem üblichen Abstecher nach Reykjavík fürs Iceland Airwaves gemacht habe. Es ist mir fast etwas peinlich. Ich muss wieder mehr rauskommen. Gut, dass im Februar bereits eine Reise nach New York ansteht.

Davon braucht Hamburg 2016 mehr: Geld an den richtigen Orten und für die wichtigen Projekte. Mehr Einsatz für ordentliche Fahrradwege fernab der Prestigestellen. Mehr Offenheit für andere Meinungen.

Davon braucht Hamburg 2016 weniger: Mietpreiswahnsinn. Prolltourismus. Musicals.

Ninia & Hannover

Ninia BiniasNeu entdeckter Ort: So groß ist Hannover nicht, dass man da ständig neue Orte entdecken könnte. Aber genau das mag ich an dieser Stadt. Dafür habe ich andere Orte in diesem Jahr neu entdeckt. Amsterdam, Kroatien, Augsburg…

Lieblingsort: Das Ihmezentrum. Immer noch. (Da läuft übrigens gerade eine Crowdfunding-Kampagne.) Außerdem mag ich das neue „Der Nachbarin Café“ in der Warenannahme von Faust. Klein, gemütlich und mit gutem Bio-Bier und -Wein. Was bleibt: die Limmerstraße. Im Sommer immer noch der beste Ort. Wo ich am meisten war: im TaK.

Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Natürlich war auch hier die „Flüchtlingsdebatte“ immer präsent. Leider auch in diversen Facebook-Diskussionen unter den Meldungen der Tageszeitung. Ansonsten versucht Hannover gerade die Stadt umzubauen, beziehungsweise vollzubauen und gaukelt vor, dass die Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen dürfen („Hannover 2030“). Statt Einwände ernst zu nehmen, werden den Hannover_innen auch noch die letzten Plätze in der Innenstadt genommen, bei denen man durchatmen kann. Natürlich, um schnieke Bürotürme draufzustellen. Außerdem diskutiert die ganze Stadt immer noch über die Zukunft des Ihmezentrums. In diesem Jahr hat ein neuer Investor den Brutalismus-Klotz übernommen. Passiert ist aber immer noch nichts.

Limmerstraße
Limmerstraße

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Sommer. Festivals. Kleines, selbstorganisiertes Kulturgedöns. Und dafür, dass die Begeisterung für Poetry Slam immer noch wächst.

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Nazis, besorgte Bürger_innen, Weihnachtsmärkte, Bahnhofstrubel, Nicht-Durchgehen in der U-Bahn.

Schönstes Fremdgehen 2015: Ljubljana. Definitiv.

Davon braucht Hannover 2016 mehr: Kultur. Und Geld für Kultur. Frauen auf Bühnen. Engagement. Liebe.

Davon braucht Hannover 2016 weniger: Nazis, besorgte Bürger_innen, Weihnachtsmärkte, Bebauungspläne, Bieterrunden bei Wohnungen.

Katharina & Berlin

Neu entdeckter Ort: Ein geheimer See im Norden Berlins. Nach langer Autofahrt und einem kurzen Fußmarsch finden sich hier ein zauberhafter Sandstrand, wundervoll klares Wasser und nur wenige Menschen. Und damit er lange ein Geheimtipp bleibt, müsst ihr wohl selbst auf die Suche gehen!

See Berlin

Lieblingsort: Überall, wo es gutes Essen gibt.

Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Da muss ich Enrico zustimmen. Das LaGeso war auch mein erster Gedanke. Leider.

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Für den langen Sommer, der nicht enden wollte, für die inspirierenden Menschen, für neue Chancen, für die Kunst, für Offenheit und Neugier.

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Gewalt im Kiez, Unfreundlichkeit und Touristen mit Selfie-Sticks.

Schönstes Fremdgehen 2015: Rom, Nizza, Barcelona, Wien, Kopenhagen. Ich kann mich gar nicht so recht entscheiden. Alle schön, nur Barcelona war mir zu touristenüberfüllt.

Nizza

Davon braucht Berlin 2016 mehr: Freundlichkeit und Mülleimer.

Davon braucht Berlin 2016 weniger: Selfie-Sticks.

Kathrin & Hamburg

Neu entdeckter Ort: Die Nebenarme der Alster auf einem Schlauchboot und das Café Canale, wo man sich einen Kaffee direkt ins Boot servieren lassen kann. Wobei wir leider nach 1 1/2 Stunden paddeln feststellen mussten, dass das Café an diesem Tag geschlossen hatte …

Lieblingsort: Kampnagel, Kitty und Koralle waren alle drei Garanten für schöne Abende mit hervorragender Musik, ob nun live oder vom Plattenteller. Ansonsten habe ich dieses Jahr so oft wie noch nie zuvor die Alster umrundet.

Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Beinah hätte Hamburg es geschafft, ein Vorbild für Willkommenskultur für Flüchtlinge zu werden. Bis kurz vor Jahresende ein paar „besorgte“ Anwohner einen Belegungsstop für Container am Standort am Fiersbarg (Lehmsal-Mellingstedt) erwirkt haben und somit 250 Flüchtlingen ein Weihnachtsfest in nicht winterfesten Zelten beschert haben.

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Für die unzähligen freiwilligen Helfer, die sich für die Flüchtlinge eingesetzt haben. Für die vielen Open Airs und interessanten Veranstaltungen. Für die lebendige und im Vergleich zu Berlin unprätentiöse Start-up-Szene. Dafür, dass Hamburg ein Dorf ist

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Dafür, dass Hamburg ein Dorf ist. Aber im Ernst: Hass ist so ein starkes Wort. Dafür hat es 2015 nicht gereicht. Aber ich bin mir sicher, es war nicht deine letzte Chance, es zu vermasseln, liebste Stadt.

Schönstes Fremdgehen 2015: Das war in Sachen Stadt wohl Barcelona. Trotz der vielen Touristen immer noch einen Besuch wert – vor allem, wenn man im Frühjahr schon mal ordentlich Sonne und Cava tanken will.

Barcelona

Davon braucht Hamburg 2016 mehr: Sonne. Es fehlt doch hier immer an Sonne.

Davon braucht Hamburg 2016 weniger: Büroneubauten, Musicaltheater und Großereignisse.

Marcel & Hamburg

Neu entdeckter Ort: Der Hammer Park. Den habe ich eigentlich schon im letzten Jahr für mich entdeckt, aber er ist so verwunschen und toll, dass man immer wieder auf neue Ecken stößt. Mittlerweile bin ich sogar zu ihm gezogen.

Binnenalster Hamburg
Lieblingsort: Bett.

Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Was Michael sagt.

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Für das „Nein“ zu den Olympischen Spielen 2024. Habe bis zuletzt nicht daran geglaubt. Schöner als jede Goldmedaille.

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Dafür, dass sie so erpicht darauf ist, hübsch auszusehen. Ich find die rauen Ecken immer viel schöner.

Schönstes Fremdgehen 2015: Ich hab’s dieses Jahr nicht sehr weit geschafft: Köln, Berlin, Büsum. Am schönsten war es aber dann doch immer zu Hause.

Davon braucht Hamburg 2016 mehr: Schöne Bars östlich der Alster.

Davon braucht Hamburg 2016 weniger: Junggesellenabschiede. Oder noch besser: Hochzeiten generell.

Lisa & Paris

Neu entdeckter Ort: Im Grunde war ganz Paris ein neu entdeckter Ort für mich. All der Tourikram, die protzigen Ateliers, die hippen Viertel, die Einwandererquartiere, die armen sowie kleinstädtischen Banlieus – eben die ganze Stadt.

Lieblingsort: Das obere Ende vom Parc de Belleville. Der Park ist hässlich und klein, aber von dort oben kann man die ganze Stadt sehen. Die Sonne geht neben dem Eiffelturm unter, die Lichter blinken, die Sirenen heulen. Und im Sommer setzt man sich mit viel Wein auf die Säulen und sinniert über die Pariser Nacht.

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Sozialpolitischer Aufreger des Jahres: Ich schwanke zwischen dem Klimagipfel COP21 und der Flüchtlingsdebatte. Paris war Ende des Jahres vollgepflastert mit Postern, die gegen den stattfindenden Klimagipfel im Vorort Le Bourget hetzten. Der Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo im Januar und die grausamen Attentate vom 13. November haben leider auch LePen und ihrer Front Nationale 2015 reichlich Aufwind gegeben.

Dafür liebte ich meine Stadt 2015: Dafür, dass die Pariser nach den Attentaten nicht ihr joie de vivre verloren, sondern sofort Ruhe und Kraft verbreitet haben.

Dafür hasste ich meine Stadt 2015: Dafür kann Paris zwar nichts und hassen ist ein starkes Wort. Aber ich würde wohl sagen, ich hasste meine Stadt dafür, Ziel des IS und der Horroranschläge gewesen zu sein.

Schönstes Fremdgehen 2015: Ich bin 2015 Neukölln mit dem ebenso fantastischen Belleville fremd gegangen: Orts- und Heimatswechsel.

Davon braucht Paris 2016 mehr: Längere Öffnungszeiten von jeglichen Bars und Restaurants. Sogar am Wochenende ist um 2 Uhr Schicht im Schacht und die Stadt danach wie ausgestorben. Ein gutes französisches Bier würde ich auch begrüßen. Und mehr Wohnraum.

Davon braucht Paris 2016 weniger: Terror.

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Die Welt von morgen kennt keine Sorgen http://lesflaneurs.de/2015/11/27/die-welt-von-morgen-kennt-keine-sorgen/ http://lesflaneurs.de/2015/11/27/die-welt-von-morgen-kennt-keine-sorgen/#comments Fri, 27 Nov 2015 11:40:07 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=6263 Vor einigen Wochen schrieb Sozialpsychologe Harald Welzer in der Süddeutschen Zeitung, dass wir keine positiven Visionen der Welt mehr haben, gerade jetzt, wo sie so bitter nötig wären. Recht hat er! – dachte ich mir und schrieb eine bunte Vorschau auf das kleine Berlin von morgen. Hoverboards noch nichtmal mit einberechnet! Das wird toll!

Berlin, 2030: Ich radle gerade auf der Fahrradautobahn von Nord nach Süd durch die Stadt. An den Seiten rascheln die Bäume, das Begrünungsprogramm 2020 hat aus der sowieso schon sehr grünen Stadt einen richtigen urbanen Dschungel geschaffen. Die in der Nähe fahrende Ein-Schienen-S-Bahn ist dadurch fast nicht zu hören. Ich nehme die Abfahrt Tempelhof und stelle mein Rad am Tempelhofer Feld ab. Am Paraglider-Stand ist eine lange Schlange, aber es geht schnell voran. „Moabit–Westhafen, bitte“, sage ich und schnalle mir den Rucksack um, bevor ich mich ins Katapult setze. „3,2,1 … los!“ und schon sause ich durch die Luft. Ich öffne den Rucksack und gerate ins Gleiten – wie wunderbar! Seit fünf Jahren gibt es diese komfortable und immer wieder adrenalinfördernde Art des Reisens.

Einfach nur wuiiiiiiiiitastisch!
Einfach nur wuiiiiiiiiitastisch!

Seit der Flugverkehr durch die „Unterirdische-Teleportröhren-Reise AG“, kurz: URRG, seinen Sinn verloren hat, sind die Lüfte wieder frei. Ich sehe in einiger Entfernung zwei andere Paraglider durch die Lüfte segeln und fange an zu steuern. Gestern saß ich im IMAX Olympiastadion für den 17ten Star Wars-Film und bin immer noch überrascht, wie gut mir die Einbindung eines „Evil Ewok“ in den Filmkanon gefallen hat. Ihr wisst schon, diese kleinen knuffigen Teddybären – jetzt nur in Böse. Vielleicht schreibe ich später einen Artikel dazu, mal sehen ob in meinem Denkarium ein paar schlaue Gedanken dazu herumfliegen.

Jetzt gleite ich erstmal über dem Berliner Stadtschloss dahin, welches ziemlich früh nach seiner Fertigstellung vor 5 Monaten als zu veraltet galt und seitdem vor allem durch seine Eignung als Partylocation aufgefallen ist. Der Bass dröhnt bis zu mir und wenn ich es richtig deute, tanzt da gerade eine nackte Frau Merkel über die Wiese. Seit sie mit Herrn Ströbele von den Grünen zusammen ist, ist sie wie ausgewechselt und machte in den letzten Jahren als DJane von sich reden. T-Shirts mit ihrer Merkelraute, die in der Mitte ein Herz hält, sind sehr oft auf der Straße zu sehen.

Ja, auch allgemein ist diese Welt eine liebendere geworden. Die Unterbringung vieler Flüchtlinge im Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof machte ihn zu einer kulturellen Versuchswerkstatt, die nun ihre Buntheit an vielen Ecken der Stadt ausströmen lässt. Der Fernsehturm wurde bspw. letztes Jahr angemalt, jeder Meter stellt nun die Kultur eines anderen Landes dar. Ein knisterndes Interesse an dem was fremd scheint hat sich breit gemacht, nach all den Kriegen und dem Terror Mitte des letzten Jahrzehntes entwickelte sich eine „Jetzt erst Recht Friede, Freude und Falafel!“-Haltung, die nachhaltig wirkt.

Wenige Schwebemomente später sehe ich unter mir reiche Menschen in ihren Reichstag-Lofts sitzen. Seit der Zusammenlegung aller europäischen Länder zur UNoHB (United Nation of Human Beings) wurden die Regierungsgebäude freigegeben, da Gesetzgebung und -sprechung mittlerweile komplett online ablaufen und durch ein nun besser durchdachtes System der „liquid democracy“ bestens funktioniert. Diese letzte Bastion der Reichen hier wird auch noch fallen – bis dahin schmunzle ich und setze langsam zur Landung auf einer grünen Wiese nahe am Westhafen an, gebe meinen Gleitschirm zurück und mache mich auf dem Weg zum Café Morgenlicht, um dort eine Freundin zu treffen und ’nen Stück frischgebackenen Mohnkuchen zu essen. Denn auch das ist Teil einer Utopie: Dass manch‘ gute Dinge einfach so bleiben können wie sie sind.

Fotorechte: Ashley Rose – flickr.com und Niko Trinkhaus – flickr.com, modifiziert durch Enrico Seligmann, unter Berücksichtigung der CreativeCommons-Lizenz

 

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Herbstplätzchen http://lesflaneurs.de/2015/11/06/herbstplaetzchen/ http://lesflaneurs.de/2015/11/06/herbstplaetzchen/#respond Fri, 06 Nov 2015 09:00:26 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=6267 Der Herbst wird als Jahreszeit ja grundsätzlich unterschätzt. Flâneur Michael pflegt zu sagen: „Winter ist verhältnismäßig oft, aber Herbst ist eben nicht alle Tage“. Recht hat er. Irgendwie. Doch wo lassen sich die Herbsttage am schönsten verbringen? Wir sind auf die Suche gegangen nach unseren liebsten Herbstplätzchen.

Berlin (Enrico): Hinterhöfe sind immer gut! In einem dieser Hinterhöfe, nicht fern vom Hackeschen Markt und der Jüdischen Synagoge, hat sich die Tadshikische Teestube eingenistet. Braune, geschnitzte Holzstämme wandern gen Decke und an den grünen Wänden hängt bunte Malerei. Gleich ein klarer Unterschied zu jeder anderen Teestube: Die Schuhe werden ausgezogen. Bequem auf Kissen sitzen, mal kreuz, mal quer, ist hier die Devise. Dabei lassen sich lauter kleine und große Teeplatten bestellen – mit Gebäck, Brot oder einfach einem kleinen Wodka dazu. Alkohol wärmt! So auch dieses mal etwas andere Teeerlebnis.

Tadshikische Teestube (im Kunsthof), Oranienburger Str. 27, 10117 Berlin-Mitte

Foto: Tadshikische Teestube

Berlin (Katharina): Wenn die goldene Herbstsonne tief über dem Nachmittag hängt, wird es Zeit für eine süße Sünde. Ich nehme einmal eine Waffel mit heißen Himbeeren oder mit Vanilleeis oder mit Puderzucker – ach, was soll der Geiz – einmal alles bitte! Bei der Auswahl im hauptstädtischen Kauf dich glücklich fällt die Entscheidung schwer. Umgeben von buntem Herbstlaub schlürfen wir unseren heißen Kaffee aus den hübsch verzierten Tassen und lassen uns das warme Herbstlicht ins Gesicht scheinen. Und wenn das Wetter langsam grauer wird, kaufen wir uns einfach das Rezept für die Waffeln im Laden und machen uns in den eigenen vier Wänden an die Großproduktion.

Kauf dich glücklich, Kastanienallee 54, 10119 Berlin 

Foto: Katharina Röben
Foto: Katharina Röben

Hamburg (Marcel): Eigentlich wollte ich niemandem davon erzählen und dieser Ort sollte für immer mein Geheimnis bleiben. Aber ein Insidertipp ist das Café Brooks schon lange nicht mehr. Dieser kleine, erleuchtete Ort inmitten der laubgetränkten Hasselbrookstraße ist ein liebenswertes Schanzencafé mit dem entscheidenden Vorteil, dass es nicht in der Schanze liegt. Was wiederum bedeutet, dass man problemlos das Angebot der Kaffeekarte versteht. Gerade im Herbst gibt es dort diesen urgemütlichen Platz am Holzofen, wo ich schon so viele Suppen geschlürft und Kuchen gegabelt habe. Und die charmanten Servicemenschen tun ihr Übriges, damit es mir immer wieder warm wird ums Herz. Ganz besonders bei Schietwetter.

Café Brooks, Hasselbrookstraße 37, 22089 Hamburg

Foto: Café Brooks
Foto: Café Brooks

Hamburg (Michael): Interessant, Marcel verrät einen Geheimtipp, den ich genauso geben wollte: das Café Brooks. Die Empfehlung unterstreiche ich dann hiermit, und lege euch noch dazu das Café Unter den Linden ans Herz. Das besteht seit meinem Geburtsjahr, 1982, im Schanzenviertel, und verzaubert gerade im Herbst mit seiner Außenfassade in der zentralen, aber wenigstens nicht ganz so überlaufenen Juliusstraße. Auch wenn der Herr hinterm Tresen hier oft ohne jeglichen Anflug eines Lächelns zur Tat schreitet (nicht persönlich nehmen), gehört das Lädchen zu den sympathischeren im Viertel – und der Käsekuchen: bombo.

Café Unter den Linden, Juliusstrasse 16,  22769 Hamburg

P.S.: Eigentlich wollte ich aber auch nicht unbedingt ein Café empfehlen. Folgendes: Nehmt die U-Bahnlinie 1 und steigt am Stephansplatz aus. Überquert die große Kreuzung, lasst das weiße Casinogebäude hinter euch, seht links die renovierte, herrschaftliche Alte Oberpostdirektion, rechts in der Ferne den Bahnhof Dammtor, und geht auf die liegende Statue zu, die kleine Treppe rechts neben dem Eisstand herunter. Vor euch erstreckt sich nun der Planten-un-Blomen-Park und es offenbart sich eine der schönsten Aussichten der Stadt:

Hamburg, Stephansplatz, Sicht Richtung Planten un Blomen. Foto: Michael Schock
Hamburg, Stephansplatz, Sicht Richtung Planten un Blomen. Foto: Michael Schock

Hamburg (Kathrin):
Was bisher fehlt: ein guter Ort zum herbstlichen Weintrinken. Das geht in Hamburg vorzüglich bei einem der Seminare in der Villa Verde in der Eimsbütteler Chaussee. Klar, für so einen Abend muss man etwas tiefer in die Tasche greifen als für ein paar Gläschen in der Kneipe ums Eck, aber dafür bekommt man ein kulinarisches Erlebnis. Ich war bei „Wein & Rohmilchkäse“ und sehr begeistert von der Gastgeberin Ina, die eine ansteckende Leidenschaft für Wein und guten Käse gezeigt hat und viele Geschichten zur Herkunft und Herstellung der Produkte auf Lager hatte. Die Villa selbst ist mit den vielen Kerzen in großen Weinflaschen und den Fässern der ideale Ort für einen gemütlichen Herbstabend.

Villa Verde, Eimsbütteler Chaussee 37, 20259 Hamburg

In der Villa Verde. Foto: Kathrin Kaufmann
In der Villa Verde. Foto: Kathrin Kaufmann

Wien (Kathrin):
Beim Prater denken Nichtwiener sicher als erstes ans Riesenrad und den Vergnügungspark. Aber neben diesem „Wurstelprater“ bietet der Prater 6 km2 Naherholungsgebiet mit unzähligen Wiesen und Gewässern. Ich bin bei meinem Herbstausflug nach Wien nur auf der Prater Hauptallee entlang spaziert, auf der der Wiener Adel früher seine Kutschen ausfuhr und die heute vor allem toll für Radfahrer und Jogger ist. Gerade im Herbst ist diese Allee zudem eine wahre Augenweide.

Prater Hauptallee in Wien, Ende Oktober. Foto: Kathrin Kaufmann
Prater Hauptallee in Wien, Ende Oktober. Foto: Kathrin Kaufmann

Hannover (Ninia): Das Teestübchen in Hannover ist zu jeder Jahreszeit ein super Tipp, vor allem aber im Herbst. Es befindet sich in der Altstadt (ja, sowas haben wir auch) und besticht deshalb schon durch viel mehr Charme als andere Läden in Hannovers Innenstadt. Es ist niedlich und gemütlich und mukkelig und überhaupt ganz toll. Klar gibt’s dort auch Kaffee, aber wie der Name schon sagt: Berühmt ist das Teestübchen für seinen Tee und die große Auswahl. Außerdem servieren Sie jeden Tag sehr leckeren, frischen Kuchen. Mit Blick auf den Ballhofplatz und das Ballhoftheater lässt sich dort durchaus ertragen.

TeeStübchen Teeladen, Ballhofplatz 2, 30159 Hannover/Altstadt

Und wenn es kein Kaffee oder Tee sein soll, macht es wie die Tourist*innen: Geht durch die Herrenhäuser Gärten. Ernsthaft. Es ist wirklich schön dort.

Ninia Binias
Das Teestübchen bei Nacht. Foto: Ninia Binias

Paris (Lisa): Wo kann man den Herbst besser miterleben als in freier Natur? Der Parc des Buttes Chaumont im Nordosten von Paris ist nicht nur malerisch in Gelb- und Rottönen angepinselt, sondern bietet auch noch einen grandiosen Blick auf die Stadt. Gestresste Eltern, Rentner, Pariser Hipster, Touristen streifen alle durch diese herbstliche Oase, die fast schon über der grauen Großstadt zu schweben scheint. In einer Ecke kiffen heimlich Teenager, in einer anderen machen Omis Gymnastikübungen und am Pavillon beobachten junge Franzosen die untergehende Sonne. Mit dicker Jacke und Schal.

Foto: Lisa Ksienrzyk
Foto: Lisa Ksienrzyk

Prerow (Falk): Teeschale
Schon wieder ein Cafétipp, der eigentlich kein Cafétipp ist, sondern eine Idee für einen Ausflug. Ein Ausflug, der geht so: Man fährt auf den Darß. Das geht per Zug bis Ribnitz-Damgarten, dort steigt man in einen Bus um, und mit dem zuckelt man ermüdend langsam erst über die Halbinsel Fischland auf den Darß, und dann ist man in Prerow, an der Nordspitze der Region. Prerow ist ein Touristenort, aber er ist noch nicht so aufgehübscht wie Ahrenshoop oder Zingst. Etwas Ostiges, Slawisches hat in Prerow überlebt, in den Dünen hängen Nacktbader rum, am Strand wird Bernstein angespült und Fischkadaver, ein kalter Wind weht von Osten, Norden und Westen, vom offenen Meer, oder von Süden, vom Bodden. Eine vergessene Region. Man wandert: den langen Strand entlang, bis zum langsam versandenden Nothafen Ottosee, dann durch ein Naturschutzgebiet bis zum Leuchtturm, dort schaut man ein wenig aufs Meer. Dann geht es zurück, auf einem doch unangenehm langen Sandweg durch den Wald, meine Güte, was für ein riesiger Wald, man sieht Pilze und Riesenfarn und fürchtet, dass man sich verläuft, und endlich kommt man dann doch wieder an in Prerow, und todmüde fällt man in die Teeschale ein, ein Ende des 19. Jahrhunderts erbautes Holzhäuschchen, das zunächst ein Kolonialwarenladen war und in der DDR eine Milchbar. Da sitzt man dann, ist durchgefroren und müde, und dann isst man einen Sanddornkuchen, und, Gott, ist dieser Kuchen gut!

Teeschale Ostseebad Prerow, Waldstraße 50, 18375 Ostseebad Prerow

Der dunkle Darßer Wald. (Foto: Falk Schreiber)
Der dunkle Darßer Wald. (Foto: Falk Schreiber)

Den Herbst lässt es sich aber auch vorzüglich zu Hause zelebrieren. Nach dem anstrengenden Sommer verspürt man nicht mehr ständig den Zwang, rauszugehen. Endlich ungestört lesen, Plätzchen backen oder Teestunden abhalten.

Und jetzt: Kekse!

 

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Die kritische Masse http://lesflaneurs.de/2015/09/05/die-kritische-masse/ http://lesflaneurs.de/2015/09/05/die-kritische-masse/#respond Sat, 05 Sep 2015 09:16:30 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=6166

Langsam schiebt sich die Masse durch die Straßen. Manche stoßen sich mit einem Bein voran, andere versuchen auf dem Rad zu bleiben und zuckeln stoßweise nach vorne. Sie ist erreicht – die kritische Masse. Es ist wieder der letzte Freitag des Monats, Zeit für die „Critical Mass“ in Berlin und anderen Städten. Kurz die Fakten abhaken: Wenn mehr als 16 Fahrradfahrer zusammen unterwegs sind, gelten sie als ein Gefährt, dürfen die ganze Straßenbreite nutzen und über Rot fahren, denn sie gelten ja als gemeinsames Gefährt und das muss eben erstmal rüber. Dies macht sich die „Critical Mass“ zunutze, um sich 1x im Monat den öffentlichen Raum zurückzuerobern und gemeinsam durch die Straßen zu ziehen.

Ich habe keine Ahnung die wievielte CM dies für mich war, ich weiß nur eines: Es war die letzte. Als ich zum ersten Mal dabei war, wurde mein Körper geflutet von Glückshormonen. Die Masse war groß, aber nicht zu groß – sie rollte. Und als ich damals als einer der ersten in den Kreisverkehr am Moritzplatz einbog und wir dort unsere Runden drehten, während mehr und mehr Radler in den Kreisverkehr stießen – das hatte etwas Magisches. Selbiges passierte später im Halbdunkeln am Großen Stern. Eine Masse an Fahrrädern, eine Masse an Platz, und das Gefühl, kurz frei sein zu können von all den Vorschriften, die einen im Straßenverkehr binden. Diese Erfahrung war so euphorisierend, dass ich mir eine Weile lang keine Gedanken zur CM machte.
Doch mit der Zeit kamen die Zweifel. Besonders im Herbst und Winter, wenn es einsam wurde auf Berlins Radwegen. Seit mehr als 5 Jahren fahre ich nun schon alles was geht per Rad, nur bei dickem Schneefall bleibt das Rad stehen. Und immer wieder ist der Ablauf gleich: Mit den ersten Sonnenstrahlen füllen sich die Straßen im Frühling, während sie sich ab Herbst merklich leeren. Dann hängen die Singlespeeds und Fixies in der Wand und es wird vom Sofa aus über fehlende Infrastruktur für den Fahrradverkehr lamentiert. Mir stellte sich dann nur eine Frage: Wäre die aktive Nutzung der gegebenen Möglichkeiten nicht die beste Möglichkeit um zu zeigen, dass der Ausbau des Radnetzes wichtig ist? Was bringen all die Sonnenscheinfahrten, wenn die Radwege im Winter brachliegen und diese Flächen nicht benutzt werden?
Mit den Jahren wurde auch der verbissene Grabenkampf immer schlimmer. Dabei lernt jeder Mensch da draussen vor allem eines: Alle sind scheiße. Fußgänger, Autofahrer, Radfahrer, Drohnenpiloten – alle. Es gibt weder DIE bösen Autofahrer, genauso wie DIE bösen Radfahrer eine Begrifflichkeit von Kurzdenkern und Ignoranten ist. Ich sehe Radfahrer die trotz vorhandenen und intakten Radstreifen über Fußgängerwege jagen. Ich sehe Autofahrer, besonders Taxifahrer, die mehr als nur knapp überholen und vorbeirasen. Ich sehe Fußgänger, die gedankenlos auf dem Fahrradweg laufen oder gleich ganz stehenbleiben. Ich sehe alle Fehler machen.
Deswegen können Änderungen nicht durch halbherziges Fordern herbeigeführt werden – es braucht die richtige Form von Druck und die wird vor allem durch Präsenz und Achtsamkeit erzeugt. Sprecht nicht nur davon, dass ihr die bessere Alternative zum motorisierten Verkehr seid – lebt diese Überzeugung! Fahrt so oft ihr könnt und so achtsam, wie auch auf euch geachtet werden soll. Das Vergnügen eines Geschwindigkeitsrausches ist ein schönes, aber es darf nicht über die Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer gehen. Seid die erste Masse, die auch kritisch zu sich selbst ist.
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Schweifende Streifen: Only God Forgives http://lesflaneurs.de/2015/06/05/schweifende-streifen-only-god-forgives/ http://lesflaneurs.de/2015/06/05/schweifende-streifen-only-god-forgives/#respond Fri, 05 Jun 2015 08:34:13 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=5946 Copyright des Originals: Ahmed Hashim - flickr.com und ahhfoto.com, Nutzung unter Verwendung der Creative-Commons-Lizenz
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Ryan Gosling. Dieser Dackelblick, dieser über’s Sixpack gespannte V-Ausschnitt, dieser charmante Bruch in der Augenbraue, der ihm etwas Gefährliches verleiht – und dieses ständige Schweigen. Ja, das macht sie heutzutage aus, die Helden. Alle drücken „Gefällt mir“, Ryan nicht. Er macht einfach… nichts. Wie tiefgründig und mysteriös. Mit „Only God Forgives“ wurde ihm ein filmisches Denkmal gesetzt, dass genauso langweilig ist wie er selbst. Gerade mal 90 Minuten lang, fordert er ab der zweiten Minute schon höchste Konzentration, sonst nickt man weg. Eigentlich passt das wehleidige Gehabe in „Only God Forgives“ perfekt nach Berlin.

Da Regisseur Nicolas Winding Refn gerne möglichst wenig Licht am Set hat, drehen wir im Berghain. Wie in der Vorlage reist die Filmmami gen Berlin, nachdem der große Filmbruder von Ryan an einer Überdosis Selbstjustiz gestorben ist. Selber Schuld. Hätte er mal keinen Stress mit dem Türsteher angefangen. Ryan ist verwirrt. Ist er doch trotz dämlicher Gangstergeste reingekommen.

Aber es ist Samstagnacht, er endlich aus der Warteschlange raus und hat besseres zu tun, als sich um den Bruder zu sorgen. Lieber schaut er einer jungen Frau beim Masturbieren zu. So scheinen Stunden zu vergehen. Masturbation, durch neonbeleuchtete Gänge laufen, Masturbation. Dazwischen ein wenig Hundetanz – tja, hier ist eben alles erlaubt!

Trauriger Blick. Danach wartet das Abendessen mit Mutti im schicken Mitte um Klarheit in die filmische Struktur zu bringen. Seine Prostituiertenfreundin soll sich ein schönes Kleid anziehen, damit Mutti nicht meckert. Da ist er echt rigoros und kann selbst mit seinem sonnenbrillengeschützen Blick noch töten!

Hilft alles nix: Laut Mami ist Ryan ein Weichei und sein Bruder wäre sowieso viel besser gewesen, weil… sein Penis größer war. Da ich mit zwei Brüdern aufgewachsen bin, kenne ich solche völlig normalen Diskussionen beim Abendessen natürlich. Im hedonistischen Freizeitsektor Berlins mag dieses Argument sogar wichtig sein, Ryan bebt förmlich nach dieser verbalen Attacke. Ich habe Angst – bekommt er da etwa Emotionen?

Er stiefelt zum Berghain und will den Türsteher zur Rede stellen. Nun ja, das ist nett formuliert. „Wanna fight?“ sind seine Worte. Es spricht! Sven Marquardt schaut ihn so gleichgültig an wie ein Nacktmull. Die Tanzfläche wird gerade eh geräumt, es ist mittlerweile Sonntag Abend. Alle sind Tatort schauen statt am Tatort zu sein. Ein typischer Moment in der Eventgroßstadt. Ryan gibt sein Bestes, z.B. sein Designersakko, brav an der Garderobe ab, bevor er sich… verprügeln lässt. Puh, von meinem ersten Boxkampf im Berghain hatte ich mir mehr erwartet, sogar etwas Befriedigung einfachster Gefühle wie Neid. Nichts da. Ich gähne, Ryan liegt am Boden, das Auge blau und die Lippe rot.

Sven geht mit stoischer Gelassenheit zurück zur Tür. Ihm wird das nun zu bunt hier. All diese besoffenen Teenies mit ihren Weltproblemen – wo sind die Erziehungsberechtigten?! Das Jugendamt gibt aufgrund von Personalnot nur zu gerne Auskunft und lässt Sven gewähren. Ryan sitzt derweil wieder traurig herum, wie eben jeder traurig dasitzen würde, nachdem der eigene Penis gedisst wurde. Der Film endet mit Sven im verlassenen Berghain. Um ihn herum werden die Scherben der vergangenen Nächte weggekehrt – er singt gelassen ein Lied. Etwas, wovon Ryan nur träumen kann.

Aber vielleicht war dies alles auch nur ein Traum? Das wäe wünschenswert – für alle Beteiligten. Denn dieser sogenannte Gott mag ja viel vergeben, aber diesen Film… ne, das wird nix mehr.

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Tatort Affenfelsen http://lesflaneurs.de/2015/06/02/tatort-affenfelsen/ http://lesflaneurs.de/2015/06/02/tatort-affenfelsen/#respond Tue, 02 Jun 2015 12:00:10 +0000 http://lesflaneurs.de/?p=5938 Auf der re:publica 2015 haben Johanna, Ninia und Kathrin einen eigenen Tatort gedreht. Denn: Wer meckern kann, muss auch mal selber ran! Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die tolle Mitarbeit und freuen uns über dieses trashige Schmuckstück der Kriminalgeschichte!

(Marlene Halser hat einst für die taz die Dreharbeiten besucht.)

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