Neues vom Kriminalsofa (59)

tatortsofa

Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Erkläre Chimäre

Stadt: Münster

ErmittlerInnen: Thiel & Boerne

Austrahlungsdatum: 31. Mai 2015

tl;dr

Ninia: Teurer Schampus, ein verdächtiger Arzt, ein verdächtiger Putzmann und viel Langeweile.

Falk: Thiel und Boerne tun so als ob sie verheiratet seien. Damit ist eigentlich schon der ganze Film beschrieben.

Überraschungsmoment

Falk: Der Luftröhrenschnitt zu Beginn, in seiner optischen Eindeutigkeit.

Ninia: Keine Ahnung. Ich war selten so unüberrascht.

Das hat gefehlt

Falk: “Das Label Animale ist ein ganz kleiner Designer.” Mensch! Ein “kleiner Designer”! Das wäre doch DIE Gelegenheit für einen tollen Alberich-Witz gewesen!

Ninia: Für einen weiteren dusseligen Witz, ja. Gefehlt hat insbesondere die Spannung, ein guter Fall, die angekündigten guten Dialoge und irgendwas, bei dem ich Spaß gehabt hätte.

Falk: Ich vergebe sogar einen Viertelspluspunkt, dass besagter Alberich-Witz eben nicht gemacht wurde.

Das war zu viel

Falk: Die schwererziehbaren Jugendlichen, die direkt aus den Achtzigern zu dem fertigen Münsteraner Sozialarbeiter gebeamt wurden.

Ninia: Ja, die waren lustig!

Lieblingsdialog

Falk: “Haben Sie mal ein Tütchen?” “Da müssense meinen Vadder fragen.” Nein, ehrlich, das war wirklich der beste Dialog.

Ninia: Ich war zwischenzeitlich Wäsche aufhängen und anderweitig abgelenkt. Vielleicht hab ich die guten Dialoge verpasst. Vielleicht gabs auch keine.

Lieblingsszene

Ninia: Die allererste und alle mit Nadeshda. Die könnte sowieso immer noch mehr machen.

Falk: Nö, da riss auch Nadeshda nichts mehr raus. Ich hatte wirklich nicht den Hauch einer Lieblingsszene.

Fehler

Falk: Die schöne, kluge Frau meinte, sie wolle nicht mitgucken und plädierte für “The Walking Dead”. Mein größter Fehler war, dass ich darauf nicht eingegangen bin.

Ninia: Ein Luftröhrenschnitt im Wodkarausch? Ein zufälliges Treffen der Verdächtigen mitten in der Stadt?

Top-Tweet

Falk:

Ninia:

Bechdel-Test

Ninia: Jo. Immerhin.

Falk: Echt? Wann denn?

Das habe ich gelernt

Falk: Dass Wodka wegen der fehlenden Fuselalkohole so gut verträglich ist.

Ninia: Dass Rauchen blöd ist.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Vielleicht sollten die beiden wirklich aufhören, bevor sie so einen uneleganten Abgang hinlegen wie die Leipziger. Vielleicht sollte ich auch aufhören.

Falk: Hör’ nicht auf! (Ich wünsche mir, dass sie in Münster den Weg weitergehen, den sie mit “Der Hammer” eingeschlagen haben, ein wenig härter, ein wenig absurder … Aber das wird wohl nichts.)

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Ich bin genervt.

Falk: Ich bin gelangweilt.

Gesamtnote

Ninia: Ich gebe eine 5. Vor langer Zeit war ich großer Fan von Münster. Auch von größtem Münsteraner Klamauk. Aber das heute war einfach nur schwach und langweilig. Irgendwann reicht’s halt auch nicht mehr, der Tatort mit den meisten Einschaltquoten zu sein. (Oder ich bin einfach völlig ab vom Schuss und den Leuten gefällt SOWAS wirklich.)

Falk: Ich mochte Münster schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Heute hatte ich wirklich ganz schlimme Erwartungen, zumal SpOn angekündigt hatte, dass es doofster “Charlys Tante”-Humor würde, also habe ich ganz üblen Heterosexismus erwartet. Den gab es dann gar nicht so massiert, entsprechend gibt es für dessen Fehlen einen halben Pluspunkt. Zuzüglich des Viertelspunktes von oben ergibt das eine 5-.

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