Neues vom Kriminalsofa (6)

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Einige von uns Flâneuren schauen gerne den Tatort. In einem kurzen Rückblick zeigen wir euch an jedem Nach-Tatort-Montag, was wir über den aktuellen Tatort denken, welche Gefühle wir beim Schauen hatten und ob es sich lohnt, noch einmal in die Mediathek zu schauen.

Die harten Fakten:

Titel: Gegen den Kopf

Stadt: Berlin

ErmittlerInnen: Ritter & Stark

Austrahlungsdatum: 08. September 2013

Überraschungsmoment

Ninia: Was?? Das Passwort lautet “Klaudia”? Waaas? Das ist die Geliebte?? Was für eine Überraschung.

Johanna: Klaudia mit K. Ansonsten war da wenig Überraschung.

Falk: Der Maulwurf war der nette junge Kollege und nicht der von Tristan Seith immer so fies grinsend gespielte Bärtige.

Ninia: Aber als er über die Fotos gelacht hat, war er trotzdem böse.

Das hat gefehlt

Ninia: Noch mehr Klischees.

Falk: Fandest du den Film so wahnsinnig klischiert? Für mich kam der angenehm klischeefrei rüber.

Ninia: “Asiatinnen”, die sich kichernd fotografieren. Der Junge mit Migrationshintergrund, der sich mit den Polizisten gerne duzen will, weil er damit “besser klar kommt”. Die Geliebte, die irgendwie immer am Start ist. Der Techniknerd mit Vollbart und dickem Bauch…

Johanna: Böse Tweets. Sehr moderat heute bei Twitter, den Tatort fanden irgendwie alle gut. (Eigentlich hat also nichts wirklich gefehlt)

Das war zu viel

Johanna: Das “zweite” Ende war irgendwie untypisch. Eigentlich hätte nach der Verabschiedung von Ritter und Stark vor dem Präsidium der Cut kommen müssen. Die Szene mit Mutter und Kind fand ich dann irgendwie unpassend.

Ninia: Ja, das war komisch.

Falk: Was ihr sagt. Und die ganze Geliebtengeschichte des Opfers.

Lieblingsdialog

Ninia: “Polizei ist Polizei.” – “Mhm. Und Arschloch ist Arschloch.”

Johanna: Fand ich auch. Im Stillen dachte ich mir dann auch noch: “Und Polizei ist Arschloch”, aber pscht.

Falk: „Da waren so Frauen, die sahen aus wie früher Vertragsarbeiterinnen.“ – „Chinesinnen? Vietnamesinnen?“ – „Was weiß ich, Fidschis halt.“

Johanna: Das war schon mehr als grenzwertig, Falk. Ein rassistischer Rentner, wie kreativ von den Drehbuchautor_innen.

Falk: Eben. Aber genau solche Typen liefen mir auch schon über den Weg. Mit genau dieser Ausdrucksweise – und dann waren es noch nicht einmal Rentner. Der Typ als fieses Opfer war aber wichtig für das Drehbuch, um klarzustellen, dass die Rollen Sympath und Unsympath nicht eindeutig verteilt sind.

Lieblingsszene

Ninia: Die Zeugenumfrage. Leider wahrscheinlich realistisch und Fremdschämpotenzial deluxe.

Falk: Ich mochte ja den stillen Flirt von Stark bei den Bratnudeln. Fandet ihr doof, ich weiß.

Ninia: Nein. Im Gegenteil. Ich fand das gut. Stark flirtet mit vegetarischem Essen. Herzich.

Johanna: Als Stark die Barfrau befragen will und sie erst mal sagt: “Pullern ist nicht”. Herrlich. (Für mehr “Pullern” im Tatort)

Fehler

Ninia:

 

Falk: Weswegen kam die Polizei eigentlich so spät auf die Idee, nachzuprüfen, mit wem das Opfer kurz vor seinem Tod telefoniert hat?

Johanna: Der Anwalt im Anzug war nicht Heiner Lauterbach.

Dabei habe ich Gänsehaut bekommen

Ninia: Bei der Anfangsszene. Diese Angst, dass das immer und jeden Tag passieren könnte. Und dann auch nochmal bei der Prügelszene.

Falk: Ja, tatsächlich bei der Prügelszene. Ich kann das ja gar nicht ab, mit soviel Blut. Musste aber.

Johanna: Die Szene als sie Konstantin fragen, warum das Opfer sterben musste. Was er gesagt hat und dann noch sein Blick dazu. Gruselig.

Top-Tweet

Johanna:

 

Ninia:

 

Falk:

 

Das habe ich gelernt

Ninia: Auch Polizist_innen vergessen mal was.

Falk: Die Schönleinstraße, wo ich praktisch immer bin, wenn ich in Berlin bin, ist ein ganz übles Pflaster. Und Bars im Mitte heißen mittlerweile wie Bars in Bielefeld (und sehen auch so aus).

Johanna: Manchmal können Selfies auch zu etwas gut sein. Und Anrufbeantworter sind vielleicht gar nicht so schlecht.

Das wünsche ich mir beim nächsten Mal

Ninia: Längere Stills von den Dächern Berlins, damit ich die vom Bildschirm abfotografieren und bei Instagram so tun kann, als wäre ich in Berlin und cool.

Falk: Ich wünsche mir eigentlich immer, dass die geographischen Gegebenheiten in Krimis halbwegs realistisch dargestellt werden. Hier passte das schon ganz gut.

Johanna: Bärtige rothaarige Männer.

Ninia: Was Johanna sagt. Und wie immer: Mehr Frauen in tragenden Rollen. (Wann kommt endlich das erste rein weibliche Team?)

Was ich auch noch loswerden wollte

Ninia: Ich bin seit Jahren heimlich in Boris Aljinovic verliebt. Jetzt ist es raus.

Johanna: Bei “Das wünsche ich mir beim nächsten Mal” wollte ich schreiben: Mehr Boris Aljinovic. Hach. Er war aber auch wieder toll.

Falk: Ich bin seit Jahren heimlich in Tristan Seith verliebt.

Ninia: Eine Zusammenfassung voller Liebe <3!!

Gesamtnote

Johanna: Gut. Bester Tatort seit langer Zeit.

Ninia: Sehe ich ähnlich. Abseits der Klischees gut gemacht und erzählt. Glatte 2.

Falk: Sehr gut mit ganz kleinen Abzügen in der B-Note, die ihr mir gerade eingeredet habt.

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Les Flaneurs Verfasst von:

2 Kommentare

  1. BauchRotBart
    14. September 2013
    Antworten

    Sehr lustig 😉

  2. Electra
    16. September 2013
    Antworten

    Den Renter konnte ich nicht ernstnehmen als Figur. Der wirkte auf mich überzeichnet, wie eine Karikatur. Ich musste direkt lachen und ließ mich für einen Moment aus der Handlung ziehen.

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