Sieben Sätze | Lui Hill über Kapstadt

„Mich ziehen Gegensätze an und Kapstadt ist voll davon – arm und reich, Models und Obdachlose, Hitze und klirrend kaltes Meer.

Diese Stadt ist trotz der wachsenden Gentrifizierung und dem Tourismus von Backpackern, Modefotografen und reichen Rentnern nicht artifiziell und oberflächlich geworden, man muss nur die richtigen Orte finden.

Kapstadt ist für mich mehr als nur der Streifen zwischen Tafelberg und Küste, die Townships Gugulethu und Khayelisha, aus denen alle kommen, die tagsüber die schlechtbezahlten Jobs in Kapstadt verrichten, gehören für mich genauso dazu.

Kapstadt (Western Cape) ist für mich pure Inspiration und mit jedem Tag neu, hier sind alle high von der erhabenen Schönheit dieses Ortes.

Die Menschen dort unten haben eine sehr eigene positive Energie, die ansteckend ist – trotz der großen Ungerechtigkeit, dem Kampf zwischen Kulturen und Rassen sind alle irgendwie beseelt davon, an diesem Ort leben zu dürfen.

Kapstadt ist eine kleine neue Heimat geworden, und das hat viel mit den Menschen dort zu tun.

Zeit heilt hoffentlich alle Wunden – ich hoffe, Kapstadt und ganz Südafrika entkommt irgendwann dem Trauma der Geschichte.“


Lui Hill spielt Elektrosoul, der stellenweise an Sohn, dann wieder an Chet Faker/Nick Murphy erinnert. Hill selbst steht dabei meist am Drumpad, dem Schlagzeug hat er sich primär verschrieben. Lange stand es aber in Konkurrenz zu Ambitionen in Richtung Malerie oder Skateboarding – halt die üblichen Optionen eines jungen Künstlers, nicht wahr? Seinem verstorbenen Vater verdankt Hill die Reiselust, dessen Tod wie auch das Ende einer Beziehung verarbeitet der Wahlsüdafrikaner auf seinem Debütalbum in meist unerwartet popigen Songs. Reinhören:

Michael Schock Verfasst von:

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