Sieben Sätze | Taner Akyol über Berlin

„Mein erster Besuch in Berlin war im Jahr 1980 bei meinen Großeltern, ich war vier Jahre alt und der Aufenthalt dauerte am Ende vier weitere Jahre.

Zurück in der Türkei hatte ich Sehnsucht nach der Stadt und nutzte die Sommerferien, um unter anderem meine geliebten Verwandten wie Onkel, Oma oder Opa zu besuchen.

Berlin ist auch die Stadt, in der ich von meinem Onkel das Spielen der Bağlama gelernt habe, die er selbst als Amateur spielte.

Ab 1996 kam ich für mein Studium zurück, ließ ich mich endgültig nieder und nach sechs Monaten war Berlin schon meine neue Heimat.

Dann folgten in Berlin erste Solokonzerte, Kompositionsaufträge, das Studium an der Hochschule für Musik, eine eigene Wohnung, Schüler, Preise, Heirat, Kinder und Freiheit über alles.

Heute, wenn ich wegen Konzerten oder Urlaub fort bin, vermisse ich Berlin sehr, weil alles dort ist: meine Frau und meine Kinder, mein Arbeitszimmer und meine Bücher… und mein Bruder Ali.

Berlin ist die Heimat, in der ich mich wohlfühle – mit allem drum und dran!“


Taner Akyol ist 40 Jahre alt und die „Berliner Morgenpost“ sagte 2013 über ihn, er sei der „wichtigste türkisch-kurdische Komponist Berlins“. Er ist ein Saz-Virtuose, das sind türkische Lauten, von denen die Bağlama zu den bekanntesten gehört. Auch sehr bekannt ist der türkische Pianist Fazil Say, mit dem sich Akyol am 29. September in Berlin die Bühne der Philharmonie teilen wird. Das wird dann ungefähr so klingen:

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Michael Schock Verfasst von:

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