Aus der Höhe betrachtet | Mt. Wolf live in Hamburg

Man darf seine Musik einfach nicht zu leicht machen, also, im Sinne des Klangs. Wenn du Kopfstimme, Postrock und Folkelemente verbindest, schreit es gleich von überall her „Sigur Rós!“, „Bon Iver!“ oder ähnlich Kurzgedachtes. Die Musik, die das Londoner Trio Mt. Wolf macht, dazu der Name, all diese Muster wurden sicher eine gute Zeit lang überstrapaziert. Jetzt, da sich die Phase der ‚deepen‘ jungen Großstädter mit Waldaffinität und „Twin Peaks“-Look gelegt hat, kann man sich dem ganzen aber wieder frisch nähern. Zudem nähert sich auch der Herbst, und „Aetherlight“, das im Mai erschienene Debütalbum der Band, passt eben doch hervorragend in diesen.

Mit Band-Bio-Details langweilen ich euch nicht, oder nur rudimentär: Stevie McMinn, Al Mitchell, Sebastian Fox und Kate Sproule gründeten Mt. Wolf 2011, brachten zwei EPs heraus, ehe 2013 wegen „kreativer Differenzen“ schon wieder die Trennung verkündet wurde. Letztlich aber nur von Sproule, die fortan nicht mehr den Wolfsberg beackerte. 2014 ging es dann überraschend als Trio weiter, mit einer neuen EP, und 2017 brachten die drei Männer dann letztlich „Aetherlight“ zustande. Hierauf hantieren Mt. Wolf sehr geschickt mit ätherischer Epik, Elektronik und Elegie in ihren Folkrockstücken, die meist dezent erhaben und entrückt klingen, in positivem Sinne. Wenn das Laub gelb wird, hört sich das Album gleich doppelt so gut weg.

Übrigens ist auf Mt. Wolfs Debütalbum ein Stück namens „Hamburg“ enthalten – Stichwort! Für das Konzert im Hamburger Nochtspeicher am 29. September verlosen wir nämlich zweimal zwei Tickets, wer hätte es gedacht. Mailt uns mit dem Betreff „Wölfchen in Hamburg“ an redaktion@lesflaneurs.de bis zum 24. September euren Namen, den wir dann plus eins auf die Gästeliste setzen. Viel Glück!

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Michael Schock Verfasst von:

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