Sieben Sätze | Daniela Weinmann (Odd Beholder) über Zürich

Ich lebe in Zürich, weil meine Mutter mich in einem Krankenhaus nördlich Zürichs in die Welt geworfen hat. Zürich mag, wer grünlich schimmernde Flüsse mag; die Stadt hat nämlich blaue Adern, die Sihl und die Limmat. Überall hier lässt es sich schwimmen; im See, in Teichen, in den vielen Badeanstalten, in den Flüssen unter rostenden Viadukten. Zürichs Straßen sind aus purem Gold, deswegen sind die Bars klein und die Drinks teuer, doch die Musik, die Grafik ist gut, die Frauen jung, die Kellner verführerisch. Wiesen sind auf jeden Fall die Clubs der Stunde; Wiesen, Ufer und die weitläufigen Wälder auf den Hügeln. Alle Menschen sehen unmenschlich schön aus in Zürich, haben weisse Zähne, sind Doppelverdiener, schmeissen Kinder in Geburtshäusern auf die Welt und diese neuen Geburtshäuser sind viel schicker als der Betonklotz, der meinen ersten Atemzug erlebte. Ich wünschte, ich lebte noch in Zürich, doch gerade eben bin ich fortgezogen, nach St. Gallen, wo die Mieten etwas tiefer sind und der Dialekt dir mit rauer Zunge über das Gesicht fährt, allerdings kann ich über St. Gallen noch keine sieben Sätze sagen.

Daniela Weinmann von Odd Beholder über Zürich.

Elektropop aus dem Hause Sinnbus ist, so hat uns die Erfahrung gelehrt, immer eine gute Sache. Das Schweizer Duo Odd Beholder ist hier keine Ausnahme. Daniela Weinmann und James Varghese erschaffen Songs, die sich sehr unprätentiös und ohne viel unnötiges Chichi auch außerhalb der Großstädte genießen lassen. Das ist in dem Genre selten und sehr angenehm.

Odd Beholder live:

11.05.2017 – CH – Bern – ISC
12.05.2017 – CH – Zürich – Bogen F
13.05.2017 – CH – Nyon – La Parenthèse
18.05.2017 – UK – Brighton – The Great Escape Festival

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Michael Schock Verfasst von:

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