Schweifende Streifen: Der König der Möwen

Von Marcel Wicker

Copyright des Originals: Ahmed Hashim – flickr.com, Nutzung unter Verwendung der Creative-Commons-Lizent

Kennt ihr das? Ihr kommt aus dem Kino, diskutiert mit euren Freunden über einen Film und habt all diese Ideen, was ihn besser gemacht hätte? Hier setzen wir mit einer neuen Reihe namens „Schweifende Streifen“ an und stellen uns vor, wie Filme aussehen würden, wenn man sie in unserer Stadt und mit unseren Storyideen gedreht hätte. Vom städteverschlingenden Katastrophenfilm bis zum avantgardistischen Hinterhofhorror kann dies die buntesten Formen annehmen und wir sind selber sehr gespannt darauf, wie es sich entwickelt.

Den Anfang macht Marcel Wicker, ein neuer spannender Mensch an Bord der Flâneurfähre. Im Gegensatz zu uns Stammtisch-Filmtheoretikern ist er im richtigen Filmbusiness verankert. Wie genau wird noch nicht verraten – Cliffhanger! Jetzt beschreibt er allerdings erstmal, wie der „König der Löwen“ in Hamburg aussehen würde. Vorhang auf!

Der König der Möwen

Mit dem Musical im Hamburger Hafen beansprucht die Hansestadt nun schon seit 15 Jahren die Geschichte um den „König der Löwen“ für sich. Aber wie sähe es eigentlich aus, wenn der Stoff tatsächlich norddeutsch wäre? Hier meine Überlegungen zu „Der König der Möwen“:

Mufasa, König der Möwen, lässt das gesamte Königreich an den Hafen kommen. Er hat eine wichtige Mitteilung zu machen.

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Stolz möchte er dem Volk seinen neugeborenen Sohn Simba präsentieren, der zu diesem Anlass vom weisen Schamanen Rafiki noch einmal ordentlich gesalbt wird. friends animated GIF

König Mufasa zeigt seinem Sohn pflichtbewusst jeden noch so kleinen Winkel des Königreiches und lehrt ihn die wichtigsten Weisheiten. Noch hat der kleine Simba aber nicht genau verstanden, was sein Vater mit dem „ewigen Kreis“ meint.

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Neugierig dringt der abenteuerlustige Möwenprinz beizeiten auch in gefährlichere Gefilde vor. So begegnet er in Billstedt seinem bösen Onkel Scar, ist ihm aber glücklicherweise immer einen Schritt voraus.

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Seine Eltern toben vor Wut als sie erfahren, dass Simba sich in solch gefährlichen Gegenden rumtreibt.

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Genervt reißt Simba aus und findet auf St. Pauli neue Freunde, die ihn in ihre pubertäre Lebensphilosophie „Hakuna Matata“ („Keine Sorgen“) einweihen. Die Auslegungsmöglichkeiten dieser Weisheit stellen sich für Simba als enorm vielfältig heraus.

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Nachdem er seine wilde Jugend genossen hat, kehrt Simba zurück an den Hafen, wo er den finalen Showdown mit seinem bösen Onkel Scar antritt. Nach einem aufregenden Kampf stürzt der bereits stark lädierte Scar schließlich von einer Klippe, was Simba zum neuen König macht (hier der Kampf aus der Perspektive des Siegers):

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Wäre der Disney-Klassiker also von vornherein in Hamburg entstanden, hätte das aus meiner Sicht viele dramaturgische, aber auch standortpolitische Vorteile gehabt. Zum einen gäbe es viele Möglichkeiten für spektakuläre Luftaufnahmen der „schönsten Stadt der Welt“:

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Und zum anderen stünde das Stage-Theater heute vermutlich in der Serengeti.

Bilder: giphy.com

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