Wetten, dass… Blackfacing rassistisch ist?

Liebes ZDF,

wir müssen reden.

Als ich klein war, habe ich gerne „Wetten, dass…“ geschaut. Gemeinsam mit der ganzen Familie waren diese Samstage ein Highlight wie die Sendung mit der Maus am Sonntag. Ich durfte nicht viel fernsehen, ich habe diese Abende genossen, ich mochte das. Wenn ich daran denke, dass heute Abend auch kleine Kinder voller Freude mit ihren Eltern „Wetten, dass…“ schauen, kriege ich Bauchschmerzen. Du bist ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender mit einem Bildungsauftrag. Ich muss Dir nicht sagen, was das bedeutet. Und trotzdem lässt Du es zu, dass Markus Lanz bei einer Saalwette zum „Blackface“ aufruft?!

Du kannst jetzt natürlich sagen, dass Du in den letzten Wochen, Monaten, Jahren Deine Augen und Ohren verschlossen hast. Du hast nichts mitbekommen von der Diskussionen in den Medien über den Sinterklaas in den Niederlanden. Du hast nichts mitbekommen über die Diskussionen an deutschen Theatern, die Gründung von Bühnenwatch und Boykottaufrufe wegen Blackfacing. Du hast nichts mitbekommen von der Diskussion wegen der Verwendung des N-Worts in Kinderbüchen und dem darauf folgenden Blackfacing von Denis Scheck. Das wäre wohl auch zuviel verlangt gewesen.

Ok, das kann ja mal passieren. Jetzt könntest Du immer noch sagen: „Es tut mir leid, das habe ich nicht gewusst.“

Aber Du denkst, Du hast das Internet verstanden und bezahlst Menschen dafür, auf Facebook und Twitter mit Deiner Zielgruppe und Deinen Zuschauern in Kontakt zu treten. Einen Dialog zu führen. Lustig zu sein. Und das alles in Echtzeit. Du könntest zuhören, reagieren und diese Kanäle sinnvoll nutzen. Denn da gibt es Menschen, die sich seit Jahren mit Rassismus auseinandersetzen, Menschen, die Dir etwas zu sagen haben. Deine Zuschauer.

 

 

 

 

 

Du könntest jetzt sagen: „Das tut mir leid, ich habe das alles nicht gelesen – bei der Masse an Replies können wir nicht alles beantworten“.

Machst Du nicht. Stattdessen:

Liebes ZDF, Du musst noch viel lernen.

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Johanna Emge Verfasst von:

16 Kommentare

  1. Jim Knopf
    15. Dezember 2013
    Antworten

    Mir wird Angst und Bange, wenn ich sehe, wie sich dieser Wahnsinn immer weiter ausbreitet. Ich habe Angst, dass ich in ein paar Jahren eingesperrt werde, weil ich auf meinen eigenen (schwarzen) Schatten trete. Grotesk und zum fürchten, wie hinter jeder noch so trivialen Sache sofort die Rassismuskeule hervorgezogen wird. Meine Hoffnung ist, dass solche Initiativen doch noch irgendwann so lächerlich werden, dass sie einfach niemand mehr beachtet. Und die Leute dahinter ihre Empörung in echte Missstände investieren.

    • Johanna Emge
      15. Dezember 2013
      Antworten

      Hallo Jim. Wenn du mit Wahnsinn Rassismus meinst, dann stimme ich dir zu. Mir wird auch Angst und Bange, wenn ich sowas sehe. Das ist ein echter Missstand unter dem viele Menschen leiden müssen. Ansonsten: Falls du bei der Sendung und der Wette vielleicht nicht richtig aufgepasst hast und deshalb nicht verstehst, warum sich Menschen – aus Gründen – empören, empfehle ich auch dir diesen Text. http://afrika.himpenmacher.de/aber-ihr-macht-jim-knopf-zum-opfer

  2. Wuwei
    15. Dezember 2013
    Antworten

    Gähn. Ihr habt KEINE Ahnung, was Rassismus ist. Absolut KEINE!

  3. Wuwei
    16. Dezember 2013
    Antworten

    Natürlich war der Aufruf undurchdacht oder engstirnig oder einseitig. Wäre aber ein dunkelhäutiger Mitbürger aufgetaucht, hätte man ihn mit absoluter Sicherheit nicht zurückgesandt /ausgeblendet.

    Engstirnig und undurchdacht ist aber nicht „rassistisch“.

    Mich kotzt dieses pc total an. Überall auf diese Erde sterben Menschen, die vom US-Killerkommando JSOC umgebracht werden, sterben Menschen wegen industrieller Vergiftung, sterben Menschen wegen depleteted uranium, sterben Menschen weg Drohneneinsätzen.

    Und hier in Europa gibt es Betroffenheitskünstler, die zwanzig Schichten Balsam um Seelen legen möchten. Werdet erwachsen und kümmert Euch um wirkliche Themen !

    • 16. Dezember 2013
      Antworten

      Doch, auch engstirnig und undurchdacht kann gleichzeitig rassistisch sein. Und mich kotzt es an, wenn Menschen immer meinen, aus ihrer Position heraus beurteilen zu können, was die „wirklichen Themen“ sind. Wenn das JSOC für dich ein wirklich wichtiges Thema ist, dann beschäftige dich doch damit, als deinen Müll auf unserer Seite abzuladen. Danke.

    • Name required
      16. Dezember 2013
      Antworten

      Mich kotzt dieses „US-Killerkommando-töten-Menschen-Ding“ total an. In Nordkorea leben Millionen Menschen in Unfreiheit, in Rußland werden Homosexuelle verfolgt und Pofalla darf nicht mehr mitspielen.

      Kümmer dich bitte um wichtigere Probleme.

      Ich hoffe, lieber Wuwei, du hast verstanden, was ich dir vorwerfe. Nach deiner Logik darf man nur noch über den Weltuntergang oder US-Killerkommandos berichten/diskutieren. Alle anderen Themen wären unwichtig. Das wäre doch ziemlich langweilig, oder?

      In diesem Sinne: Erwachsensein hilft ungemein dabei, sachlich und sinnvoll zu argumentieren. Versuch es mal.

  4. Max
    16. Dezember 2013
    Antworten

    Erschreckend, wie viele Menschen so unreflektiert mit der Vergagenheit des Blackfacing umgehen.

    Mein 5-jähriger Sohn hat am Samstag Abend verstanden, warum es nicht okay ist, sein Gesicht schwarz anzumalen und damit dunkelhäutige Mesnchen darzustellen.
    Ich habe ihm erklärt, dass dunkelhäutige Menschen früher so von den hellhäutigen verspottet wurden und als Menschen von geringerem Wert dargestellt wurden.
    Er hat es sofort verstanden, fand das alles total ungerecht und wollte, dass ich Markus Lanz einen Brief schreibe.
    Ich glaube das werde ich auch noch tun.

    Alle Erwachsenen Mitbürger sollten sich fragen, ob die Gewohnheit der Darstellung Jim Knopf’s noch zeitgemäß ist, bzw. ob man diese Darstellung nicht grundsätzlich in historischem Zusammenhang sehen muss.
    Kommt man zu diesem Schluss, könnte man einfach mal davon abrücken, Jim Knopf im Jahre 2013 noch von einem Weißhäutigen mit schwarzer Bemalung darstellen zu lassen.

    Wer seine nostalgischen Gefühle für eine seiner Lieblingsfiguren der Kindheit über die Gefühle aller dunkelhäutigen Menschen stellt handelt m.E. vorsätzlich rassistisch, wenn auch nicht mal aus bös‘ gemeinten Motiven, sondern aus „Gewohnheit“ bzw. Nostalgie.

    Macht den implizierten Rassismus aber nicht besser.

    Einen Schritt weiter denken, die eigene Nostalgie nicht überbewerten und sich fragen, ob früher wirklich alles besser war.
    Bitte.

  5. Lars
    16. Dezember 2013
    Antworten

    Eine spannende Debatte.

    Bei Wikipedia findet man unter „Blackface“ diesen Artikelanfang: „Blackface ist eine rassistisch geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die in den Minstrel Shows des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten entstand. Dabei malten sich weiße Künstler das Gesicht schwarz und spielten den „naiven, trunkenen, schwachsinnigen und immer fröhlichen Neger“, so wie vor allem nordamerikanische Weiße sich Schwarze vorstellten.“

    Ist der Zusatz „naiv, trunkener, schwachsinniger und immer fröhlicher Neger“ nicht entscheidend?

    Ich habe die Augsburger Puppenkiste nie gesehen – Bildungslücke? – aber wie war denn Jim Knopf?
    War die Darstellung von Jim Knopf, zumindest in Ansätzen, rassistisch?

    Wenn Sie es nicht war, dann finde ich es vollkommen in Ordnung, dass sich weiße Menschen zur Darstellung der Figur Jim Knopf schwarz schminken. Jim Knopf ist nun eben mal schwarz.
    Wenn jemand einen Riesen darstellt, zieht er sich Stelzen an.
    Wenn ein Mann eine weibliche Figur darstellen will, setzt er eine Perücke auf. Und stopft sich Socken in den BH. Ist das frauenfeindlich? Nein, ist es nicht.
    Wenn eine Frau einen Mann darstellen will, stopft sie sich die Socke eben in die Unterhose.
    Es ist Verkleidung.

    Verkleidung, etwas anderes darstellen als man ist, ist niemals rassistisch.
    Erst die stereotype Darstellung unzutreffender Vorurteile KANN so eine Verkleidung zum Rassismus machen.

    Auch die Blackface-Debatte an deutschen Theatern wurde angesprochen.
    Wenn ein weißer Schauspieler, eine schwarze Bühnenfigur mit Schminke darstellt, ist das völlig in Ordnung. Warum auch nicht?

    Aber, wenn dann die Theaterleitung sagt, ein schwarzer Schauspieler sei aus finanziellen Gründen kaum einzustellen, dann ist diese Aussage rassistisch.
    Weil, sie sagt, der schwarze Schauspieler kann nicht mit weißer Schminke – oder natürlich auch ohne – weiße Figuren spielen. Das ist diskriminierend.

    Da muss man differenzieren.

    Also, die Saalwette des ZDF muss sich die Rassismusvorwürfe nur gefallen lassen,
    wenn Jim Knopf in der Augsburger Puppenkiste rassistisch dargestellt wurde.

    Mit freundlichen Grüßen

    • 16. Dezember 2013
      Antworten

      Ich halte die Einschätzung „naiv, trunkener, schwachsinniger und immer fröhlicher Neger“ als ausschließlich rassistisch für ein Problem. Es gibt da noch einen ganzen Kladderadatsch an weiteren Zuschreibungen positiver wie negativer Art (Jähzorn, übersteigerte Potenz, Rhythmusgefühl etc. – alles unbelegte Zuschreibungen von außen), und alle sind sie rassistisch. Entsprechend ist auch die positive Jim-Knopf-Darstellung von rassistischen Stereotypen durchsetzt.
      Das Thema „Blackfacing im (zeitgenössischen) Theater“ ist noch einmal eine ganz andere Geschichte, die am Rande mit den obigen rassistischen Zuschreibungen zu tun hat. (Kurz gesagt: Es gibt einen Unterschied, ob man einen weißen Schauspieler schwarz anmalt, weil man einen Othello braucht, oder ob man die Hautfarbe eines Schauspielers ändert, weil es eine Regieentscheidung ist, die mit Bewusstmachen von Differenz zu tun hat.) Darüber hinaus ist es aber auch ein ökonomisches Thema: Intendanten argumentieren häufig mit „Wir müssen auf Blackfacing zurückgreifen, weil es kaum PoC-Schauspieler gibt.“ Natürlich – PoC werden erst gar nicht engagiert, weil sie nicht als notwendig im Ensemble angesehen werden, Blackfacing geht ja auch. Der (weiße) Schauspieler Trsitan Seith beschrieb einmal ein Erlebnis aus der Schauspielschule, nachdem ein PoC sich beworben hatte. Der Schulleiter attestierte diesem großes Talent, sprach sich aber dennoch dagegen aus, ihn auf der Schule aufzunehmen: „Wir würden Sie für die Arbeitslosigkeit ausbilden, kein Intendant wird sie engagieren!“ Klar, solange kein Bewusstsein geschaffen wird für die Existenz von PoC im Ensemble, wird es auch nicht als notwendig angesehen, PoC zu engagieren.

      Entsprechend: BLackfacing ist immer ein Problem, auch wenn es (im Theater) Gründe geben kann, dieses Stilmittel einzusetzen. Im Entertainment, und dazu zählt eine doofe Fernsehshow nunmal, gibt es diese Gründe grundsätzlich nicht.

      • Jule
        16. Dezember 2013
        Antworten

        Hey Falk, weil du das Theater ansprichst: Bestimmt erinnerst du dich auch noch an die wundervolle „Othello“-Darstellung von Alexander Scheer am Schauspielhaus. Ich meine, wir haben damals gemeinsam geschwärmt. Für alle, die das Stück nicht gesehen haben: Scheer war schwarz angemalt, von Kopf bis Fuß, denn er war auch nackt zu sehen.

        Da frage ich mich, deinem Beitrag folgend: Hätte Scheer den Othello also nicht spielen dürfen? Wäre es nicht auch diskriminierend, würde ein Regisseur sagen: Sorry, du spielst den Othello zwar genial, aber leider hast du die falsche Hautfarbe, wir brauchen da einen Schwarzen?! Das wäre dann dasselbe, nur umgedrehte Verhalten wie die Nichteinstellung eines Schwarzen aus dem Grund, dass es in den gespielten Stücken fast nur Weiße gibt, er also arbeitslos im Ensemble rumhängen würde.

        Andere Möglichkeit: Hätte Scheer den Othello spielen sollen, aber ohne sich anzumalen? Dann wäre doch wohl Folgendes passiert: Jede Besprechung, jede Kritik hätte sich an dem Umstand aufgehängt, dass der Regisseur den Schwarzen von einem Weißen spielen lässt – und welche politische Aussage nun dahinter steckt. Das hätte die Hautfarbe des Othello (und seines Darstellers) dann vollends in den Mittelpunkt gerückt. Oder irre ich mich?

        Für mich ist nicht das Blackfacing an sich das Problem. Sondern die Umstände, auf die es hinweist, sind problematisch: Es gibt kaum (erfolgreiche) schwarze Schauspieler in Deutschland. Es werden kaum Stücke geschrieben / gespielt, in denen Menschen mit schwarzer Hautfarbe einfach vorkommen, ohne dass ihre Hautfarbe im Mittelpunkt steht. Wenn das ZDF so eine Saalwette macht, geht es davon aus, dass alle Teilnehmenden sich anmalen müssen, weil bei uns kaum Schwarze leben (und damit hat das ZDF ja auch Recht, kann quasi gar nichts dafür!). Und so weiter.

        • 16. Dezember 2013
          Antworten

          Hallo Jule, lustig, dass du Scheers „Othello“ ansprichst, der geht mir auch nicht aus dem Kopf. Ein bisschen Bauchschmerzen habe ich bei der Erinnerung, ja. Aber das Schwarz-Angemaltsein wird ja in der Inszenierung thematisiert, der Darsteller steht auf offener Bühne unter der Dusche, die schwarze Farbe geht teilweise ab – und die Differenz ist sofort ein Thema, man versteht, dass es hier nicht um rassistische Zuschreibungen geht, sondern um den Umgang mit einer Theatertechnik.
          Ein anderes Beispiel ist Luk Percevals „Othello“-Inszenierung, die fast gleichzeitig an den Münchner Kammerspielen zu sehen war. Da spielte Thomas Thieme den Othello, und Thieme blieb weiß. Was vollkommen egal war – Othello hat ja auch bei Shakespeare gar keine Attribute eines PoC, es ist einfach nur ein Typ, auf den bestimmte Eigenschaften projiziert werden.

          • Jule
            16. Dezember 2013

            Na, auf jeden Fall sorgen da viele „Othello“-Inszenierungen für Diskussionsstoff, wie mir scheint: gerade mal nach „Othello“ und „schwarz“ gegoogelt …

            Ich bin trotzdem noch nicht davon überzeugt, dass es DAS eine Schwarzschminken gibt, das immer auf die eine Art zu bewerten ist. Auch in Bezug auf Jim Knopf: Klar gibt es auch vermeintlich positive Zuschreibungen, die rassistisch sind. Aber wenn man jetzt alle negativen wie positiven Charaktermerkmale unter Rassismusverdacht stellt: Darf es dann den schwarzen Jungen als Freund des Lokomitivfüherers nicht mehr geben?! Darf er nicht gerne singen (als fiktives Beispiel), weil man Schwarzen eine hohe Musikalität nachsagt – und das dann eine rassistische Darstellung bedeuten würde?

            IST die Jim-Knopf-Darstellung denn rassistisch durchzogen? Ich kenn’s nicht, deshalb frag ich. Na, führt hier wohl auch zu weit. Hab nur den halben Tag drüber nachgedacht …

    • Fraufux
      16. Dezember 2013
      Antworten

      Ich gebe Lars Recht. Wenn Jim Knopf nun mal schwarze Haut hat, und die Leute sich möglichst originalgetreu verkleiden sollen, dann sollen sie gefälligst auch mit schwarzer Haut kommen. AUßER natürlich, Jim Knopf ist bereits im Buch eine Figur, die rassistisch dargestellt wird – dann ist es aber nicht rassistisch, dass die Leute sich schwarz anmalen, sondern dass man eine solche Figur zum Inhalt einer Saalwette macht.

      Bedenklich an dieser blöden Saalwette bei „Wetten dass …?!“ (über das, by the way, überhaupt niemand mehr reden würde, wenn nicht solche Skandälchen passierten) ist ja eher, dass die Redaktion es offensichtlich lustig findet, dass die Leute sich als eine schwarze Person verkleiden sollen und sich dafür das Gesicht ankleistern müssen. Sie haben Jim Knopf als Figur bestimmt nicht wegen seiner Hose ausgesucht … Das ist ein seltsames Verständnis von „lustig“. Aber ist das gleich rassistisch?!

      Hier an meinem Wohnort werden beim Bäcker M*hrenköpfe verkauft, im Eisladen gibt es den Eisn*ger, es gibt zwei Restaurants, die das Wort „Mohr“ im Titel tragen, und beim Kinderturnen meiner Tochter sang eine Mutter letztens ein Lied, in dem das N-Wort ebenfalls vorkam. DAS macht mir mehr Sorgen als die Dummheit der ZDF-Redakteure, um ehrlich zu sein!

  6. Johanna Emge
    16. Dezember 2013
    Antworten

    Lieber Lars. Auch dir kann ich diesen Text hier empfehlen, der in drei Punkten noch einmal genau beschreibt was an der Saalwette rassistisch ist. http://afrika.himpenmacher.de/aber-ihr-macht-jim-knopf-zum-opfer
    In Kürze:
    1. Jim Knopf wird auf seine Hautfarbe reduziert – bei Lukas reicht die Kleidung aus
    2. Schwarz ist, wer dreckig ist
    3. Aufruf richtet sich demnach nur an Weiße

    Ergänzend dazu: Anatol Stefanowitsch geht in seiner Analyse auch auf Blackfacing an Theatern ein, nachzulesen hier: http://astefanowitsch.tumblr.com/post/70083922017/blackface-bei-wetten-dass. Ich denke, dieser Absatz passt zu deiner „Fragestellung“.

    „Es gibt aber noch ein tiefer liegendes Argument dafür, dass das Blackface eine rassistische Praxis ist: Sie kam ja überhaupt erst auf, weil sich Weiße einerseits ganz selbstverständlich anmaßten, Schwarze darzustellen und es für dieselben Weißen völlig unvorstellbar war, tatsächlich einen schwarzen Menschen auf eine Bühne zu stellen (oder gar schwarzen Menschen zu erlauben, sich von sich aus und mit eigenen Inhalten auf eine Bühne zu stellen). Schwarze wurden deshalb nicht nur im Varieté von schwarz geschminkten Weißen dargestellt, sondern auch im ernsthaften Theater (man denke etwa an Shakespeares Othello) und Film (berühmte Beispiele sind die ersten Verfilmungen von Onkel Toms Hütte). Die Darstellung von schwarzen Menschen, egal in welchem Zusammenhang, wurde also exklusiv Weißen überlassen, die Dargestellten selber wurden dadurch unsichtbar.“

    Ob die Augsburger Puppenkiste oder Jim Knopf rassistisch ist, das haben wir hier nicht und werden wir hier auch nicht diskutieren.

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